Coburg
Prämierung

In Coburg erstrahlen alte Gemäuer in neuem Glanz

Die Stadt Coburg prämiert wieder fünf wunderschön sanierte Gebäude, die eine reiche Geschichte haben.
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Einst wurde in dem markanten Backsteingebäude in der Rosenauer Straße das Braugetreide getrocknet. In den vergangenen Jahren sind in der ehemaligen Darre Wohnungen und Büros entstanden.  Die neue Nutzung und die aufwändige Sanierung ist dem Bausenat eine Medaille wert. Fotos: Christoph Winter
Einst wurde in dem markanten Backsteingebäude in der Rosenauer Straße das Braugetreide getrocknet. In den vergangenen Jahren sind in der ehemaligen Darre Wohnungen und Büros entstanden. Die neue Nutzung und die aufwändige Sanierung ist dem Bausenat eine Medaille wert. Fotos: Christoph Winter
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Drei Medaillen und zwei Urkunden für die vorbildliche Sanierung von Baudenkmalen in Coburg hat der Bau- und Umweltsenat vergeben. Medaillen erhalten die Eigentümer der Anwesen Bahnhofstraße 4, Hohe Straße 19 und der einstigen Brauerei Scheidmantel in der Rosenauer Straße 98.

Mit Urkunden werden die Immobilien am Ernstplatz 8 und in der Unteren Salvatorgasse 4 bedacht. Bahnhofstraße 24

Behutsam und angemessen saniert hat Peter Martin das Haus in der Bahnhofstraße 4. Die Fassade des Stadthauses wurde etwas verändert, zwei Balkone und ein Carport kamen hinzu, erklärte Katrin Weber vom Bauamt der Stadt bei der Ortsbesichtigung. Weiter wurden denkmalgerechte Fenster mit Holzrahmen eingesetzt und originale Fenster erhalten.

Treppen und Böden aus der Bauzeit erhielten eine Überarbeitung, ein passender Zaun rundet das Erscheinungsbild ab. Die zweigeschossige klassizistische Villa wurde 1867 nach den Plänen von Julius Martinet erbaut und steht unter Denkmalschutz. An der Rückfront komplettieren Balkone die Wohnungen. Angebracht wurde eine zeitgemäße Wärmedämmung, erhalten werde konnte die Haustüre. Hohe Straße 4

Saniert und modernisiert haben Sven Hauschke und Claudia Däubler-Hauschke das Wohnhaus in der Hohen Straße 19. Das Gebäude mit dem Walmdach stammt aus dem Jahr 1930 und weist im Erdgeschoss Rundbogenfenster auf. Zum Teil wurden diese Fenster bei der Sanierung nach den Maßgaben des Denkmalschutzes repariert und ergänzt. Zudem wurden Fliesen- und Holzböden saniert und das Dach repariert und Dachgauben aufgesetzt.

SPD-Stadträtin und Architektin Petra Schneider plädierte dafür, dieses Haus mit einer Urkunde anstatt mit einer Sanierungsmedaille zu bedenken. Dem hielt Katrin Weber von der Unteren Denkmalschutzbehörde entgegen, die bisherige Sanierung sei über das geforderte Maß hinausgegangen und auch noch nicht abgeschlossen. Rosenauer Straße 98

Mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro hat Oliver Weingarth das frühere Sudhaus sowie das Kühlhaus der Brauerei Scheidmantel in der Rosenauer Straße zu Büros und Wohnungen umbauen lassen. An der Rückfront des markanten Backsteingebäudes, das hochwertig saniert wurde, ergänzen Balkone die Wohnungen. Anstelle der früheren Eishäuser der Brauerei sollen weitere Wohnungen entstehen, das alte Kesselhaus und das Eishaus an der Rückseite sind für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen.

Der Bau der Brauerei an der Rosenauer Straße begann 1884, der Umbau 2016. In der Folge entstanden in der alte Darre mehrere Loftwohnungen und Büros. Ernstplatz 8

Für die Sanierung der Villa Ernstplatz 8 vergab der Senat eine Urkunde. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude stammt aus dem Jahren 1899/1900, wurde im Stil des barockisierenden Historismus ausgeführt und hat ein reich gegliedertes Erscheinungsbild. Im Garten gibt es eine Grotte. Im Volksmund bekannt ist das mehrstöckige Gebäude unter der Bezeichnung "Schinken-Villa". Das Wohn- und Geschäftshaus war nämlich der herrschaftliche Wohnsitz für den Fleischfabrikanten Tobias Großmann.

Nachdem Großmann 1936 ohne Nachkommen gestorben war, wurde das Anwesen verkauft und zu einem Privatkrankenhaus umgebaut. Der neue Eigentümer ließ an der Rückseite eine Terrasse aufstocken, eine Garage anbauen und zusätzlich das Dachgeschoss ausbauen. Einen großen Eingriff in das Erscheinungsbild des Ensembles Villa und Garten bedeutete in den 1970er Jahren die Abtretung eines Teils des Grundstücks für die Verbreiterung der Goethestraße. Insbesondere der Garten war betroffen.

1992 veranlasste Michael Knörnschild den Umbau zu einem Bürohaus. Dabei ließ er den verwilderten Ziergarten rekonstruieren. 2003 wurde das zweite Obergeschoss zu einer Wohnung umgebaut. Das Souterrain sowie die Sanierung der Süd- und Westfassade folgten. Untere Salvatorgasse 4

An die Salvatorkirche schmiegt sich das Haus Nummer 4 an. Lutz Rother ließ das zweistöckige Gebäude behutsam sanieren. Erneuert werden mussten die Fußböden, eingesetzt wurden denkmalgerechte Fenster.

1991 hatte der Bau- und Umweltsenat beschlossen, jedes Jahr maximal je drei Medaillen und Urkunden für gelungene Altbausanierungen zu vergeben. Gewürdigt wird damit die Initiative der Eigentümer für die beispielhafte Sanierung, den Umbau und die zweckmäßige Nutzung. Bei einer Veranstaltung mit dem Verein Stadtbild Coburg werden die Medaillen und Urkunden überreicht.

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