Neustadt bei Coburg

"Im Kleinen ganz Groß" im Maßstab 1:12

Wenn die Neustadter Miniaturen-Börse in das Museum der Deutschen Spielzeugindustrie einlädt, freuen sich die Aussteller auf den Besuch im bayerischen Puppenstädtchen.
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Beatrix Sachse bastelt lauter feine Weihnachtsbüdchen und liebt  alles, was mit Garten und Pflanzen zu tun hat.  Foto: Manja von Nida
Beatrix Sachse bastelt lauter feine Weihnachtsbüdchen und liebt alles, was mit Garten und Pflanzen zu tun hat. Foto: Manja von Nida
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"Neustadt ist ein Muss", rief eine Ausstellerin aus einem Eckchen, weil es hier einfach sehr heimelig sei.

Und so schmückten am Sonntag zur 17. Miniaturenbörse gleich 14 Aussteller liebevoll die Stände mit ihrer Miniwelt "Im Kleinen ganz Groß" im Maßstab 1:12. Alles, was Puppenstuben brauchten, war hier zu haben. Bis ins kleinste Detail fertigten die Hobbykünstler ein reichhaltiges Sortiment, naturgetreu.

Wohnungseinrichtung für Puppen

Ganze Wohnungseinrichtungen mit Puppenmöbeln und Puppenkindern wurden angeboten, wie auch winzige Lämpchen, Puppenschmuck und -schuhe, Bücher, Obst, Gemüse, edle Gläser und Schalen, Deko im Vintage Style, Miniaturenklöppelspitzen und -moden, Volkskunst, Wäsche, Bekleidung und vieles andere mehr, alles im Miniformat. Also bot diese Miniaturenbörse wieder die feine Gelegenheit, einen liebevollen Blick in seine Puppenstuben zu werfen, dort aufzuräumen, umzudekorieren und diese wieder auf Vordermann zu bringen.

Adventskranz für die Puppenstube

Denn gibt für Puppenstubenbesitzer gibt es allerhand zu tun: Der Winterputz wartet, großes Möbelrücken ist angesagt, und die Adventszeit rückt auch täglich näher. Da würde sich ein Adventskranz in der Puppenstube sicher gut machen und diese in eine vorweihnachtliche Atmosphäre tauchen, selbstverständlich mit Leuchtkerzen. Im Neustadter Museum war alles zu bekommen. Engelhard Schmitt aus Schweinfurt, der "Schnitt-Schmitt", kommt seit über zehn Jahren nach Neustadt. Und wieder saß er an seinem vertrauten Plätzchen mit zwei Brillen auf der Nase, eine davon eine Lupenbrille. Seine winzigen Kunstwerke (filigranste Scherenschnitt-Miniaturen, Grußkarten) erforderten ein gutes Auge und ein ruhiges Händchen. Ein filigranes Mini-Bild entstand in seinen Fingern, was noch einen Rahmen erhalten sollte.

Mini-Scherenschnitte

"Das ist ja überwältigend, spannend", staunte Natascha Patzelt, als sie den Scherenschnitt verfolgte. "Ich besuche das erste Mal so eine Miniaturenbörse. Mich hat die Überschrift "Im Kleinen ganz Groß" in der Anzeige neugierig gemacht und das wollte ich mir anschauen". Engelhard Schmitt ist Autodidakt, arbeitete früher als Berufsfeuerwehrmann. Seine verstorbene Ehefrau hatte ihn auf diese Idee gebracht, Scherenschnitte zu machen. "Ich hätte nie gedacht, dass man so filigran arbeiten kann". Jetzt führt Schmitt das im Sinne seiner Frau weiter. "Alles, was ich hier verkaufe, dieses Geld geht in das Straßenkinderprojekt "Centro Educativo Richard von Weizsäcker". Im Andenland Bolivien werden Schulkinder aus sozialschwachen Familien davon unterstützt. Meine Ehefrau und die Straßenkinder, das bewegt mich, das weiter zu machen. Meine Motivation und mein Honorar ist die Begeisterung der Menschen".

Übrigens ist Schmitt weltweit der einzige Hersteller mit original Scherenschnitt, gerahmt, für Miniaturenstuben. "Die Rahmen mache ich auch, alles Handarbeit, denn die gibt es ja auch nirgends zu kaufen". Ausstellerin Gerda Brändler brachte aus Schweinfurt auch in diesem Jahr wieder ihr zauberhaftes Sortiment "mit Pfiff" mit: Pelze, Bayerisches, Tiere, feinste Strickarbeiten und Bastelbedarf für Selbermacher, alles im Format 1:12, und sie brachte noch ihren begeisterten "Bastel-Fan" mit, Petra Eder. "Ich habe mir ein tolles Lebkuchenhaus mit Schnee gebastelt", erzählte Fan Petra begeistert.

Mini-Pullover fürs Mini-Kind

Auf ihrem Sideboard daheim weihnachte es bereits. "Die Glühweinbuden stehen schon, der Stollen muss noch gebacken werden. Und da sehe ich, aha, da kommt noch ein Kind hin. Das wird noch bestrickt. Ich habe mir jetzt noch ein paar Mini-Stricknadeln geholt, das Kind bekommt noch ein Pulloverchen. Dann ist da schon der Schlitten da, dann kommt noch der Nikolaus, der verteilt dann die Päckchen. Und damit bin ich dann wieder in meiner Kindheit", schwelgte Petra Eder in liebevollen Erinnerungen.

"Da schaltet man so ab und vergisst die Welt um sich herum, und das tut gut. Ich brauche das in dieser Novemberzeit und mehr schlechtem Wetter jetzt zum Abschalten, weil man mit so vielem das Jahr über zugemüllt wird". Und da nach Weihnachten dann das Frühjahr warten wird, dachte Petra Eder schon an ihre nächste Sideboard-Dekoration: Ostermarkt und fand alles, was sie dafür brauchte.

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