Coburg
Natur

Huftiere pflegen das Coburg Land

Immer mehr Flächen im Landkreis werden im Auftrag des LPV Coburger Land von tierischen Rasenmähern gepflegt.
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Galloways gehören zu den tierischen Landschaftspflegern des Coburger Landes. Foto: Johannes Schrenker
Galloways gehören zu den tierischen Landschaftspflegern des Coburger Landes. Foto: Johannes Schrenker
Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft - vor allem dort, wo sie nicht mehr oder nur sehr extensiv genutzt werden kann - ist längst zu einem lukrativen Erwerbszweig geworden. Das zeigt die Bilanz des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Coburger Land, die gestern am Landratsamt vorgelegt wurde.

Geschäftsführer Hubertus Sollmann errechnet für das laufende Jahr ein Gesamtpaket für die zu verrichtenden Pflegearbeiten im Umfang von mehr als 340 000 Euro (siehe Kasten).

Kommt das Naturschutzgroßprojekt "Das Grüne Band" zur Umsetzung, könnte das Maßnahmenpaket noch dicker werden. Vorstandsmitglied Martin Flohrschütz wollte daher wissen, ob schon Neuanträge für das Naturschutzgroßprojekt "Das Grüne Band" gestellt werden können. Das ist aber laut Geschäftsführer Frank Reißenweber nicht möglich. Für das Projekt steht gerade die Planungsphase vor dem Abschluss.
Ob im Herbst die Umsetzungphase eingeleitet werden kann, hängt davon ab, ob sich die vier beteiligten Landkreise Coburg, Kronach, Sonneberg und Hildburghausen mit entsprechenden Kreistagsbeschlüssen dazu entschließen. Tun sie das, stehen für die kommenden zehn Jahre zehn Millionen Euro aus Bundesmitteln für die naturschutzfachliche Gestaltung des Projektgebiets zur Verfügung - was als beachtliche Chance für die regionalen Spezialisten für Landschaftspflege betrachtet wird.

Wetter bremste die Arbeit

Das Wetter erleichterte im vergangenen Jahr die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes nicht gerade, wie Frank Reißenweber erläuterte. Einem trockenen Frühjahr (vor allem im März und Mai) folgte ein Sommer mit so vielen Niederschlägen, dass die Mäharbeiten vielerorts verzögert wurden. Der dann wieder trockene Herbst sorgte für mehr Aufwand bei der Herbstpflanzung, die mehrmals gegossen werden musste, weil Niederschlag fehlte.
Immer mehr Flächen werden durch Beweidung gepflegt. Schafe, Ziegen, Rinder und in Ausnahmefällen auch "Pferdeartige" (wie zum Beispiel Esel) halten das Gras kostengünstig kurz. Dabei werden vielfach seltenere auch regionale Rassen wie das Coburger Fuchsschaf oder das fränkische Gelbvieh eingesetzt und so im Fortbestand gesichert. Vielfach grasen aber auch robuste ausländische Rassen wie Galloways oder Schottische Hochlandrinder.

An vielen Stellen im Landkreis verbesserten Kräfte im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Fledermausquartiere. An einigen Stellen sorgen neue Tunnel oder Leitsysteme für den Schutz der Amphibien. Bei der Herbstpflanzaktion entstanden vielerorts Hecken und Streuobstwiesen. Gewässer wurden gepflegt und teilweise neu geschaffen.
Viel Raum nahm erneut die Pflege der im Landkreis noch häufig zu findenden Kopfweiden ein.

Arbeit für Dritte

Neben solchen Arbeiten, wird der LPV aber auch im Auftrag Dritter tätig. Im vergangenen Jahr wurden etwa über Gelder des Forstbetriebs Coburg der Bayerischen Staatsforsten zahlreiche Fledermausschutzprojekte realisiert.
In diesen Tätigkeitsbereich fällt auch die für heuer geplante Entschlammung des "Inselteiches" im FFH-Gebiet Callenberger Forst.
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