Coburg
Hauptversammlung

HSC setzt auf Kontinuität

Kaum Veränderungen gibt es bei den Vorstandswahlen des Coburger Handballclubs. Eine Schadensersatzklage gegen den früheren Steuerberater liegt bei Gericht.
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Einstimmig gewählt und ohne Gegenkandidaten wurde die Vorstandsriege des HSC 2000 bei der Hauptversammlung Anfang der Woche. Von links: Andreas Müller, Marten Beck, Stefan Apfel, Iris Bilek, Holger Neumann, Kevin von Heyking und Ralf Baucke. Foto: Christoph Winter
Einstimmig gewählt und ohne Gegenkandidaten wurde die Vorstandsriege des HSC 2000 bei der Hauptversammlung Anfang der Woche. Von links: Andreas Müller, Marten Beck, Stefan Apfel, Iris Bilek, Holger Neumann, Kevin von Heyking und Ralf Baucke. Foto: Christoph Winter

Der HSC 2000 Coburg setzt in den nächsten beiden Jahren auf sein bewährtes Vorstandsteam. Bei der Jahresversammlung am vergangenen Montag in der HUK-Coburg-Arena wurde die Vereinsführung jeweils in ihren Funktionen bestätigt. Gegenstimmen gab es für die letztlich beschlossenen höheren Mitgliedsbeiträge. Rückwirkend zum 1. Juli werden nun ein Grundbetrag für passive Mitglieder erhoben sowie ein zusätzlicher Aktivenbeitrag. Etwas entspannt hat sich die finanzielle Schieflage des Vereins, die durch eine Steuernachforderung über knapp 260.000 Euro vor einigen Jahren entstanden und durch eine frühere Vorstandschaft verursacht worden war. Der Verein leistet pünktlich seine Zahlungen und darüber hinaus ist eine Schadensersatzklage gegen den damals für den HSC tätigen Steuerberater über 228.000 Euro beim Landgericht Coburg anhängig. "Über den Ausgang und mögliche Erfolgsaussichten kann ich noch nichts berichten, das Ganze zieht sich hin", sagte HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel.

427 Mitglieder

Apfel erinnerte an den im letzten Jahr geschaffenen Aufsichtsrat. Deutlich sei geworden, dass der HSC nicht mehr ehrenamtlich zu führen sei. Mit Geschäftsführer Michael Häfner und den Angestellten in der Geschäftsstelle sei man den Herausforderungen gerecht geworden. Zurzeit hat der HSC 427 Mitglieder, 156 oder 37 Prozent davon sind Schüler und Jugendliche unter 18 Jahren.

Mit den sportlichen Leistungen seiner Mannschaften und den Erfolgen in der Nachwuchsarbeit ist der Verein zufrieden. Die erste Mannschaft habe sich nach den Worten von Stefan Apfel nach dem Abstieg aus der ersten in die zweite Liga nach einem holprigen Start wieder gefangen und stehe aktuell auf dem ersten Platz. "Die Saison litt unter einem fast nicht mehr zu glaubenden Verletzungspech." Aber auch die Leistungsschwankungen mit unnötigen Punktverlusten hätten nicht für gute Stimmung gesorgt. Nach dem folgenden "größten Umbruch in der Historie der ersten Mannschaft" habe man wieder Erfolge eingefahren.

Ein erfahrener und ein junger Spieler

Spielleiter Ralf Baucke attestierte der Mannschaft nun eine "attraktive und leidenschaftliche Spielweise", wo jede Position mit einen erfahrenen und einem jungen Spieler besetzt sei. Für die zweite Mannschaft gelte der Klassenerhalt als Ziel. Auf Erfolge und erste Plätze in ihren Ligen können die verschiedenen Jugendmannschaften des HSC nach dem Bericht von Andreas Müller stolz sein. Müller berichtete über den Nachwuchs des HSC anstelle von Jens Pussert, der nicht mehr als Jugendleiter angetreten ist. 72 Kinder betreut der HSC, berichtete Schülerleiter Kevin von Heyking. Seit zwei Wochen gibt es auch die Bambinis, Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren. "Hier trainiert der HSC auch Mädchen in Zusammenarbeit mit der Coburger Turnerschaft."

Abgebaut werden konnten die Verbindlichkeiten des Vereins gegenüber dem Finanzamt, berichtete der kommissarische Schatzmeister Holger Neumann. 131.000 Euro seien noch offen, die Zahlung erfolgten fristgerecht. Im nächsten Geschäftsjahr plant der HSC-Schatzmeister mit einem mittleren fünfstelligen und etwas höheren Vereinsergebnis im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr. Leider seien die Zuschüsse und die Sportförderung rückläufig.

Daher hat die Jahresversammlung des HSC die Mitgliederbeiträge neu gestaltet. Rückwirkend zum 1. Juli 2018 steigt der Jahresbeitrag für passive erwachsene Mitglieder um 15 auf nun 90 Euro, Jugendliche (14 bis 17 Jahre) zahlen jetzt 60, Kinder bis 14 Jahre 45 Euro. Für Familien (zwei Erwachsene und mindestens ein Kind) erhalten je Familienmitglied einen Rabatt von 30 Prozent. Dazu kommt nach der Darstellung von HSC-Justiziar Marten Beck der Aktivenbeitrag. Zusätzlich zum Grundbeitrag sind dies 100 Euro für Spieler der ersten und zweiten Mannschaft, 70 Euro für die A- und B-Jugend, 40 Euro für die C- und D-Jugend.

"Angemessene Beitragsstruktur"

Vereinsmitglieder, die als Schiedsrichter aktiv sind, zahlen keinen Grundbeitrag, spielen sie in einer der Mannschaften wird nur der Aktivenbeitrag erhoben. "Unsere umfangreiche und qualitätsvolle Jugendarbeit sowie die erheblichen Leistungen brauchen eine angemessene Beitragsstruktur", warb Beck für die neuen Zahlen. Vier Mitglieder sprachen sich gegen die neuen Beiträge aus, sieben enthielten sich, so dass die neuen Zahlen mit 44 Stimmen angenommen wurden. "Es ist viel Geld", räumte Vorstandssprecher Stefan Apfel ein, wies aber zugleich auf die Härtefallregelung hin.

Die Wahlen

Die Wahlen zum Vorstand erfolgten jeweils einstimmig, es gab stets einen Kandidaten. Vorstandssprecher: Stefan Apfel, Vorstand sportlicher Bereich: Andreas Müller, Vorstand Organisation: Sebastian Straubel, Schülerleiter: Kevin von Heyking, erster Spielleiter: Ralf Baucke, erster Schatzmeister: Holger Neumann, 2. Schatzmeister: Florian Dotterweich, Justiziar: Marten Beck, Schriftführerin: Iris Bilek, Kassenprüfer: Wolfgang Brettschneider und Jürgen Heeb. Für den Posten des Jugendleiters, bisher Jens Pussert, sowie den zweiten Spielleiter hatte sich niemand gefunden. Diese Ämter werden bis auf Weiteres kommissarisch wahrgenommen.



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