Coburg
Handball

HSC Coburg verliert die Jagd um Jaeger

Erstligist HC Erlangen schnappt sich die Dienste des flinken Coburger Linksaußen ab der Saison 2020/2021.
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Max Jaeger hat die 1. Liga nicht nur fest im Visier, sondern vertraglich bereits in der Tasche. Der Linksaußen der Coburger Zweitliga-Handballer wechselt 2020 zum derzeitig einzigen fränkischen Erstligisten HC Erlangen. Foto: Hagen Lehmann
Max Jaeger hat die 1. Liga nicht nur fest im Visier, sondern vertraglich bereits in der Tasche. Der Linksaußen der Coburger Zweitliga-Handballer wechselt 2020 zum derzeitig einzigen fränkischen Erstligisten HC Erlangen. Foto: Hagen Lehmann

Unumstritten ist sein außergewöhnliches Talent. Und entschieden ist seine sportliche Zukunft. Der HSC Coburg hat die Jagd nach seinem flinken Linksaußen verloren! Max Jaeger verlässt die Gelb-Schwarzen. Der 22-Jährige hat einen Vertrag für die Spielzeit 2020/2021 in der 1. Bundesliga unterschrieben. Einen lukrativen. Und zwar beim fränkischen Erzrivalen HC Erlangen!

Coburgs Cheftrainer und Sportlicher Leiter Jan Gorr macht kein Hehl aus dem unliebsamen Deal: "Max entwickelt sich in seiner Zeit hier in Coburg hervorragend und es ist nur folgerichtig, dass Vereine aus der 1. Liga auf ihn aufmerksam werden. Wir haben von unserer Seite schon sehr früh über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gesprochen. Max hat sich daraufhin viele Gedanken gemacht und sich letztlich dazu entschieden, das Angebot eines Erstligisten anzunehmen. Das ist schade auf der einen Seite, zeigt andererseits aber auch, dass Coburg ein hervorragender Standort für die Entwicklung junger Talente ist."

Büdel, Kellner und jetzt Jaeger

Also wieder einmal der fränkische Nachbarverein, der den Vestestädtern schon mehrmals in den letzten Jahren einen dicken Strich durch die perspektivischen Planungen machte. Nico Büdel, Benedikt Kellner - zwei Topspieler, die bereits vor Jaeger den Weg von der Itz in die Unistadt gingen. Flo Billek stand ebenfalls vor ein paar Jahren ganz oben auf der Wunschliste der Mittelfranken, ehe der damalige HSC-Manager Wolfgang Heyder mit einem "Renten-Vertrag" für den Publikumsliebling einen Riegel vorschob.

Jetzt also Jaeger. Ausgerechnet der hoffnungsvolle Linksaußen. Das Objekt der Begierde überzeugte in den letzten Monaten mit tollen Spielen. Das was ihm bei seinem Heimatverein und seiner "Herzensangelegenheit" zu Jugendzeiten VfL Gummersbach verwehrt blieb, hat er sich bei den Gelb-Schwarzen mit fleißiger Trainingsarbeit und starken Spielen hart erarbeitet: Anerkennung.

Viele Handballfreunde sind sich einig, Jaeger steht eine verheißungsvolle Zukunft bevor. "Der junge Kerl kann eines Tages ein ganz Großer werden", glaubt nicht nur der ehemalige Coburger Kongresshaus-Chef Detlef Höhn, der seit Jahren am Eingang in der HUK-Arena für den HSC ehrenamtlich VIP-Bändchen verteilt. Er verpasst kein Heimspiel, verfolgt Jaeger und seine Kollegen bei der Torjagd stets hautnah vom Pressetisch aus. Ein paar Meter hinter ihm saß am Samstagabend übrigens auch eine kleine Abordnung des HC Erlangen. Und die war sehr angetan vom künftigen Schützling und spendete immer wieder kräftigen Applaus bei Jaegers tollen Toren gegen seinen Ex-Klub VfL Gummersbach.

Der, der derzeit wohl am besten beurteilen kann, was Jaeger zu leisten vermag, bringt es so auf den Punkt: "Er hat das Zeug, ein Erstliga-Spieler zu werden." Und Jan Gorr muss es wissen. Er sieht den listigen, sprunggewaltigen, knapp 1,90 Meter großen Linksaußen täglich im Training. Er fordert und fördert den Burschen: "Max hat sich mit seiner ruhigen und disziplinierten Art herangearbeitet und bewiesen, dass er auch Verantwortung übernehmen kann. Er muss seine guten Leistungen allerdings konstant bestätigen". Keine Frage, der Weggang Jaegers trifft Gorr bis ins Mark. Es ist aber vor allem auch ein Stich mitten in die derzeit so heile gelb-schwarze Handball-Seele. Doch die Gesetze im Profisport kann auch der Coburger Trainer nicht aushebeln und die Fans müssen und werden diesen aus HSC-Sicht unpopulären Schritt akzeptieren. Wieder einmal.

Der Spieler äußerste sich gestern auch auf Tageblatt-Anfrage zu seinen ehrgeizigen Zukunftsplänen: "Ja, ich habe mich dazu entschlossen, nächstes Jahr den nächsten sportlichen Schritt zu gehen und die Chance zu nutzen in die erste Liga zu wechseln. Mein Fokus liegt aber absolut auf dieser Saison, in der ich mit meinem Team noch möglichst viel erreichen will."

Eine verlockende Offerte

Bis Mai 2020 wird es noch viele Heimspiele mit sicher noch mehr Jaeger-Toren im Coburger Sporttempel geben. Spannend wird sein, wie die treuen Fans auf Jaegers Entscheidung reagieren. Aus HSC-Sicht ist zu hoffen, dass die Anhänger ihren Linksaußen weiter lautstark unterstützen. Klar ist dagegen, dass Jaeger wild entschlossen ist, den nächsten Schritt auf seiner persönlichen Karriereleiter zu machen.

Der HC Erlangen freut sich dagegen auf ein deutsches Top-Talent und der HSC verliert erneut einen seiner hoffnungsvollsten Spieler, weil die Offerte sowohl in sportlicher, als auch in finanzieller Hinsicht einfach zu verlockend für einen 22-Jährigen war.

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