Coburg
Handball

HSC Coburg: Schuften für ganz oben

Die Vestestädter haben wieder mit dem Training begonnen. Auch in der Zweitliga- Saison 2019/2020 wollen die "Gelben" an der Tabellenspitze mitmischen.
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Dieser Weg wird kein leichter sein! Den Profis des Handball-Zweitligisten HSC 2000 Coburg - im Vordergrund Lukas Wucherpfennig und links Neuzugang Andreas Schröder vom Erstligisten HC Erlangen - stehen anstrengende Wochen bis zum Saisonstart bevor. Fotos: Hagen Lehmann
Dieser Weg wird kein leichter sein! Den Profis des Handball-Zweitligisten HSC 2000 Coburg - im Vordergrund Lukas Wucherpfennig und links Neuzugang Andreas Schröder vom Erstligisten HC Erlangen - stehen anstrengende Wochen bis zum Saisonstart bevor. Fotos: Hagen Lehmann
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Es war richtig ungemütlich. Schlechte Bedingungen. Maximal 15 Grad, heftiger Gegenwind. Da lässt sich auf der Ostsee schwer fischen. Äußere Einflüsse kann Jan Gorr nicht beeinflussen. Der Hobby-Angler und von Berufswegen Handball-Experte steht vor seiner siebten Saison als Trainer beim HSC 2000 Coburg. Hoffentlich - so orakelt der eine oder andere Fan der "Gelben" - wird es keine verflixte!

Denn eines ist klar, die Erwartungshaltung in der Vestestadt ist nach wie vor sehr groß. Der Grund: Wer einmal Erstligaluft schnuppert, will wieder dorthin. "Natürlich starten wir ambitioniert und wollen auch diese Saison um den Aufstieg mitspielen", verspricht Gorr beim gestrigen "Media Day". Doch dafür müsse sein Team im Gegensatz zur Vorsaison "auf einem konstant höheren Level" spielen. "Wir müssen die Leistungsschwankungen reduzieren". Auch das gehöre zur Entwicklung einer jungen Mannschaft.

Und noch etwas ist sehr wichtig: Erfahrung und individuelle Klasse. Deshalb angelte sich Gorr bereits Mitte März einen "tollen Hecht": Andreas Schröder vom Erstligisten HC Erlangen ist 2019 zweifelsohne der Königstransfer der Vestestädter.

Mit offenen Armen empfangen

"Ich wurde mit offenen Armen empfangen. Das wird hier sehr spannend. Ich will meine Erfahrung in dieses junge Team einbringen", erklärt der in Nürnberg BWL studierende 27-Jährige. Scheinbar ein cleverer Bursche: "Als Handballer hast du nicht ausgesorgt, deshalb sorge ich vor. Ich will nach dem Bachelor auch den Master machen".

Aber Schröder will nicht nur, er kann auch. Zum Beispiel Aufstieg. Dem Rothenburger gelang nämlich bereits 2012 mit dem TV Neuhausen der Sprung in die 1. Liga. Und auch wenn es gestern beim offiziellen Trainingsauftakt in der HUK-Arena naturgemäß niemand offen aussprach: Natürlich wollen alle "Gelben" wieder nach oben.

Wie letztes Jahr ein realistisches, aber erneut nicht planbares Ziel. Wer jedoch zuletzt die meisten Spieltage auf einem Aufstiegsplatz stand und am Saisonende Dritter wurde, noch dazu den Spielerkader nach Einschätzung des Geschäftsführers "qualitativ verstärkt hat", der muss diesen Anspruch erheben. Wenn nicht öffentlich, dann auf alle Fälle intern. Schon alleine deshalb, um die eigenen Spieler zu Höchstleistung anzuspornen. Um sie ein stückweit auch zur Bestform zu zwingen!

Häfners Blick in die Kristallkugel

Offiziell spricht Michael Häfner allerdings vom "Blick in die Kristallkugel". Mindestens sechs Teams - darunter Hamm, Bietigheim und Nettelstedt - würden um die Aufstiegsplätze mitmischen. "Nur wenn wir den einen oder anderen Punkt weniger liegenlassen, als zuletzt auf der Zielgerade" - dann spiele auch sein Team im Konzert der Großen mit. Doch um von Beginn an in der Spitze mitmischen zu können, müsse die Mannschaft mit "voller Kapelle" in der auf 18 Teams reduzierten 2. Bundesliga antreten können.

An dieser Stelle geht es dann wieder um äußere Umstände: Jakob Knauer wird am Montag in der Praxis des Mannschaftsarztes der deutschen Nationalmannschaft in Bonn an seiner schon länger lädierten Schulter operiert. Pontus Zettermann befindet sich noch im Reha-Training. Gemeinsam teilen sich die beiden die Position im rechten Rückraum. Zum jetzige Zeitpunkt sicher keine besorgniserregende Situation, doch dieses Handicap kann zu einem größeren HSC-Problem werden.

Auch deshalb schließt Gorr die Verpflichtung eines weiteren Neuzugangs nicht aus. Der HSC sei zwar nicht in "Zugzwang" und es werde auch keinen "Schnellschuss" geben, doch "möglicherweise gibt es ja noch einen Kandidaten, der unser Team unterstützen wird".

"Kein Schnellschuss"

Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang die letzte, etwas flapsig formulierte Bemerkung des Trainers: "...doch es sieht gar nicht so düster aus, wie es momentan den Anschein hat!" Das hatte dann wieder etwas vom Angler Gorr. Denn der erfahrene Fischfänger bringt jede Menge Geduld mit. Die bewies er unlängst auch während seines Ostsee-Trips. Nach der Flaute zog er nämlich gemeinsam mit seinem Kumpel elf prächtige Dorsche aus der See. Geduld wem Geduld gegeben. Und wer weiß: Vielleicht macht der HSC-Dauerbrenner ja in seinem siebten Jahr fette Beute in Coburg...

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