Coburg
Handball

HSC Coburg präsentiert sich meisterlich

Die Coburger zerlegen Emsdetten mit 35:21. Keeper Kuhlanek (37) erlebt seinen dritten Frühling und bringt den Gegner zur Verzweiflung.
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Markus Hagelin (Nummer 5) macht den Weg frei und Tobias Varvne (Nr. 34) nutzt die Lücke und trifft. Foto: Iris Bilek
Markus Hagelin (Nummer 5) macht den Weg frei und Tobias Varvne (Nr. 34) nutzt die Lücke und trifft. Foto: Iris Bilek
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Auch nach neun Spielen bleibt der HSC 2000 Coburg in der 2. Handball-Bundesliga ungeschlagen und grüßt nach dem überragenden 35:21 (19:8)-Sieg beim TV Emsdetten von der Tabellenspitze. Der achte doppelte Punktgewinn war hochverdient und stand zu keinem Zeitpunkt auf der Kippe. Ganz im Gegenteil: Die favorisierten Vestestädter präsentierten sich von der ersten Minute an in Spiellaune und machten sogar einen Zwei-Klassen-Unterschied deutlich.

Überragender Mann im Team von Trainer Jan Gorr war der erneut überragend haltende Torsteher Jan Kulhanek. Mit 70 Prozent gehaltener Bälle drückte der Tscheche diesem einseitigen Spiel eindrucksvoll bis zur 45. Minute seinen Stempel auf. TV Emsdetten - HSC Coburg 35:21 (8:19)

Der HSC startete optimal: Drei Paraden von Jan Kuhlanek und schön herausgespielte Treffer von Varvne, Zetterman und Hagelin sorgten für eine schnelle 3:1-Führung (3.). Dann gingen ein paar Sachen schief: Erst kassierte Abwehrchef Hagelin eine harte Zeitstrafe und Emsdetten Torwart warf den Ball zur einzigen Führung ins aufgrund der Unterzahl kurzzeitig leere HSC-Tor (4:3/7.).

Variantenreich und sehr effektiv

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Doch die Coburger schlugen sofort zurück. Und wie: Florian Billek traf vom Strich, Felix Sproß von Linksaußen und Markus Hagelin vom Kreis - das Angriffsspiel der "Gelb-Schwarzen" war variantenreich, schnell und attraktiv. Der Lohn: Eine 6:4-Führung. Die Folge: Die erste Auszeit der Gastgeber - es bestand reichlich Redebedarf.

Die erhoffte Wende blieb aus, denn die 6:0-Abwehr der Coburger stand mit dem 37-jährigen Kuhlanek im Rücken weiter ganz hervorragend. Der Routinier bediente nach einer seiner vielen Paraden mit einem tollen Anspiel Sproß, der ebenso im Tempogegenstoß traf, wie kurze Zeit später sein Pendant auf Rechts Florian Billek und schließlich Tobias Varvne aus dem Rückraum zum 5:11 (15.). Nach einer Viertelstunde war die Vorentscheidung gefallen.

Zweite Auszeit nach 15 Minuten

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TVE-Coach Daniel Kubes wollte den Verlauf so nicht hinnehmen und zog erneut die grüne Karte. Wieder Auszeit, doch erneut änderte sich nichts an der Überlegenheit des Tabellenführers. Der HSC war an diesem Abend zu stark. Zetterman mit Gewalt, Billek zweimal mit Tempo und Raffinesse sowie Jakob Knauer trotz heftiger Gegenwehr warfen die letzten Zweifel aus der mit knapp 1000 Zuschauer besetzten Halle. Spätestens nach 23 Minuten war die Messe gelesen, denn von diesem Neun-Tore-Rückstand (6:15) erholte sich der Tabellenzwölfte im weiteren Verlauf nicht mehr. Entscheidend für diesen deutlichen Klassenunterschied war die konzentrierte Abwehrleistung in der Mitte und auf den Halbpositionen - da ließen die Coburger nichts zu. Was doch durchkam, parierte der tschechische "Oldie" mit tollen Reflexen. Seine Quote zur Pause: 70 Prozent - 16 gehaltene Bälle! Eine beeindruckende Bilanz.

Mitgereisten Fans feierten

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Vorne legten Varvne, Billek, Sproß und Knauer fast ohne Fehlversuche traumhaft sicher nach, so dass eine 19:8-Führung beim Wechsel an der Anzeige stand. Die heimischen Fans trauten ihren Augen nicht - so wurde ihre Mannschaft selten auseinander genommen. Während sich Wut und Frust bei den Emsdettener Zuschauern breit machte, feierten die mitgereisten HSC-Anhänger bereits in der Halbzeit den Sieg in der Ems-Halle.

Der zweite Durchgang wurde zum Schaulaufen. Die Spannung war längst raus aus der Partie, doch der HSC ließ in seinen Aktionen vorerst nicht nach. Vor allem einer hatte keine Lust auf Geschenke: Jan Kuhlanek parierte, parierte und parierte. Beim Stand von 30:11 (45.) verließ der überragende Mann die Platte und machte für Nachwuchskeeper Fabian Apfel Platz, der sich erstmals in dieser Serie über einen längeren Zeitraum bewähren durfte.

Bewährungsprobe für Apfel

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Da die Deckungsarbeit jetzt doch deutlich nachlässiger wurde und Gorr seine erste Garnitur zunehmend schonte, bekam das Eigengewächs allerdings kaum eine Hand an den Ball. Er kassierte noch fast genauso viele Treffer wie Kuhlanek. Am Ende hieß es 35:21 für den in allen Belangen besseren HSC Coburg, der seine Erstliga-Ambitionen mit dieser Leistung eindrucksvoll unter Beweis stellte und für das Topspiel gegen TUSEM Essen am nächsten Samstag in der dann vielleicht wieder mit über 2000 Zuschauer besetzten HUK-Arena gerüstet ist.

TV Emsdetten - HSC 2000 Coburg 35:21 (8:19)

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TV Emsdetten: Mark Ferjan, Konstantin Madert; Merten Krings, Marten Franke, Yannik Terhaer, Jan Hübner, Karl Toom, Paul Kolk, Yannik Dräger, Dirk Holzner, Jorn Smits, Sven Wesseling, Andre Kropp, Janko Bozovic. - Trainer: Daniel Kubes.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (ab 45. Fabian Apfel) - Marcel Timm (2), Pontus Zetterman (3), Anton Prakapenia (1), Max Jaeger (1), Christoph Neuhold (4), Markus Hagelin (3), Lukas Wucherpfennig (1), Felix Sproß (4), Florian Billek (8), Jakob Knauer (4), Tobias Varvne (4). Trainer: Jan Gorr SR: Matthias Klinke / Sebastian Klinke (beide Bordesholm) Zuschauer: 950.

Beste Spieler: Kuhlanek, Billek - Terhaer, Holzner.



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