Coburg
Handball

HSC Coburg in der Crunch-Time hellwach

Der HSC Coburg erobert zwar (noch) nicht die Tabellenführung, aber mit dem Arbeitssieg in Konstanz ist das Team jetzt punktgleich mit Essen.
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Nach einem harten Stück Arbeit kam es zum Freudentänzchen im Kreis. Alle HSC-Spieler waren erleichtert, vor allem der Ex-Konstanzer Konstantin Poltrum (rotes Trikot), dessen Freundin immer noch in Konstanz lebt. Er parierte sechs Bälle. Fotos: Iris Bilek
Nach einem harten Stück Arbeit kam es zum Freudentänzchen im Kreis. Alle HSC-Spieler waren erleichtert, vor allem der Ex-Konstanzer Konstantin Poltrum (rotes Trikot), dessen Freundin immer noch in Konstanz lebt. Er parierte sechs Bälle. Fotos: Iris Bilek
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Durch die Niederlage von TuSEM Essen am Freitagabend hätte der HSC 2000 Coburg mit einem Neun-Tore-Erfolg bei der HSG Konstanz am Tag danach die Tabellenführung übernehmen können. Doch davon waren die Coburger meilenweit entfernt, zeigten gerade vor der Pause einmal mehr ihr "Auswärtsgesicht". Obwohl spielerisch lange nicht viel gelang, ließen sie sich nicht abschütteln und drehten in den zehn Schlussminuten die Partie zum 28:25-Sieg.

"Zählbares gegen Coburg zu sammeln wird schwierig, das ist klar", sagte HSG-Coach Daniel Eblen noch vor dem Spiel. Doch weit war sein Team nicht davon entfernt. Ein paar Fehler weniger und Coburg hätte nicht nur gewackelt, sondern wäre gefallen. Denn am Ende waren sie in ihren Aktionen glücklicher, was sich über die Spielzeit gesehen jedoch wieder ausglich.

Poltrums Rückkehr mit Applaus

Für HSC-Torwart Konstantin Poltrum, der mit Sonderapplaus begrüßt wurde, war es die erstmalige Rückkehr aufs Spielfeld der Schänzle-Halle, wo er drei Jahre im Tor stand. Als Zuschauer war er seitdem öfters in der Halle, da seine Freundin noch in Konstanz wohnt. Diesmal durfte er über eine Dreiviertelstunde auf die Platte, aber es dauerte, bis er den ersten Ball zu fassen bekam. Neben Billek, der einmal mehr überzeugte, ragte Stepan Zemann mit einer 100prozentigen Wurfquote bei sechs Versuchen heraus.

HSG ohne zwei Leistungsträger

Während HSC-Coach Jan Gorr aus dem Vollen schöpfen konnte, hatten die Gastgeber zwei schmerzhafte Ausfälle zu verzeichnen. Vorne fehlte der schweizerische Spielmacher Tim Jud, zudem im Innenblock der erkrankte Kreisläufer Fabian Wiederstein. Der wurde aber bestens vertreten durch Michael Stotz, der gleich die ersten drei Treffer für sein Team erzielte.

Überhaupt bekam Coburg den Gegner in der Abwehr nicht in den Griff - die ersten sieben Würfe der Gastgeber landeten im HSC-Tor. Das konnten sie im Angriff nicht kompensieren, weil gegen die flexible, hart zupackende Deckung der HSG oft die Lücken fehlten und zu viel über die Mitte lief.

Als die Gastgeber einen Strafwurf neben das Tor setzten, reduzierte Coburg den zwischenzeitlich auf drei Tore angewachsenen Rückstand. Dann schlichen sich auf Konstanzer Seite die ersten Fehler ins Aufbauspiel, Coburg konterte und beim 8:8 war der Ausgleich geschafft. Doch Sicherheit brachte das nicht, wenig später betrug der Rückstand erneut drei Tore.

Gorr nimmt sich Spross zur Brust

Dies auch, weil die Wurfquote der Coburger aus dem Rückraum weiter sehr schwach blieb, der Angriff bis auf wenige Aktionen recht einfallslos agierte, sich zu viele Fehlpässe erlaubte. Das erzürnte Jan Gorr, der sich Felix Sproß beim Vier-Tore-Rückstand zur Brust nahm. Im Gegenzug dazu band der Gegner alle Spieler ins das Angriffsspiel ein, war einfach präsenter.

Am erfolgreichsten blieb der HSC, wenn es schnell nach vorne ging. Dazu eröffneten sich kurz vor dem Seitenwechsel einige Optionen. Die wurden genutzt, sogar der erneute Ausgleich war möglich. Sie konnten aber froh sein, dass bei Konstanz die Wurfquote absackte. Denn immer wenn es zum gebundenen Spielaufbau kam, passierte den HSC-Spielern meist ein Fehler.

Geschenke nach der Pause

Direkt nach Wiederanpfiff verteilten die Konstanzer mit Ballverlusten Geschenke an den HSC, der beim 14:15 erstmals überhaupt in der Partie in Führung ging. Es gab sogar die Option auf eine Drei-Tore-Führung, doch Coburg agierte jetzt zu hastig. Es ging wild hin und her, beide Teams übertrafen sich mit hergeschenkten Bällen.

Aus dieser Phase gingen die Gastgeber als Sieger hervor, weil für den HSC auch noch Pech mit Abprallern dazu kam. Poltum parierte, Konstanz traf mit dem Abpraller, Zetterman traf den Pfosten, die Konstanzer kontern - 19:17. Genau das baute die Gastgeber wieder auf. Doch dann begann die "Crunch-Time"!

Und in der bissen die Coburger zu. Auch wenn lange noch nicht alles optimal lief, legten sie beim 21:22 wieder vor, nutzten eine doppelte Überzahl. Trotzdem wurde der Wunsch von HSG-Trainer Daniel Eblen langsam Realität. Er hatte vor der Partie geäußert, "sollte sich die Chance auf eine spannende Schlussphase für uns bieten, wollen wir sie auch wahrnehmen." Das tat seine Mannschaft aber nicht. Auch weil nun das Glück auf Coburger Seite war. Erst landete ein Wurf frei von der Mittelposition neben dem HSC-Gehäuse, das nun von Kulhanek gehütet wurde. Im Gegenzug setzte Billek einen Strafwurf an die Latte, traf aber im Nachwurf und im Gegenzug versiebten die Konstanzer die nächste 100prozentige Chance. Daraus schlug Coburg eiskalt Kapital. Mit durchdachtem Spiel setzten sie sich auf drei Tore ab. Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen, suchten den schnellen Abschluss. Die Uhr tickte für die Coburger, die ihre Führung nun im Stile einer Spitzenmannschaft verwalteten.

HSG Konstanz gegen HSC 2000 Coburg 25:28 (14:13) HSG Konstanz: Maximilian Wolf (27 Gegentore, 9 Paraden), Simon Tölke (1 Gegentor, 0 Paraden) - Michael Hassferter; Michael Stotz (5), Fabian Schlaich (2), Aron Czako, Matthias Hild (1), Tom Wolf (5), Paul Kaletsch (7/2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann, Fynn Beckmann (2), Tim Keupp, Samuel Wendel (3). Trainer: Daniel Eblen.

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (3 Gegentore, 3 Paraden), Konstantin Poltrum (22 Gegentore, 6 Paraden) - Maximilian Jaeger (1), Lukas Wucherpfennig (1/1), Felix Sproß (3), Sebastian Weber, Florian Billek (8/2), Marcel Timm, Pontus Zetterman (4), Girts Lilienfelds, Tobias Varvne (1), Stepan Zeman (6), Andreas Schröder (4), Christoph Neuhold. Trainer: Jan Gorr.

SR: Katharina Heinz und Sonja Lenhardt

Spielfilm: 1:1 (2.), 3:3 (5.), 5:3 (7.), 6:3 (8.), 6:4 (9.), 7:4 (10.), 7:5 (11.), 7:6 (13.), 8:7 (16.), 8:8 (18.), 10:8 (21.), 12:9 (24.), 13:9 (25.), 13:12 (27.), 14:13 - 14:16 (35.), 16:17 (36.), 17:17 (39.), 19:17 (41.), 20:18 (43.), 20:20 (44.), 21:20 (46.), 21:21 (48.), 21:22 (49.), 22:24 (55.), 22:25 (56.), 23:26 (57.), 25:28.

Zuschauer: 1400

Siebenmeter: 2/3 (Maier-Hasselmann wirft neben das Tor) - 2/3 (Billek trifft die Latte)

Strafminuten: 6 (Krüger 4, Wolf,T.) - 6 (Zeman, Varvne 4)

Beste Spieler: Stotz, Kaletsch - Zeman, Billek.

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