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HSC Coburg: Häfner geht mit Wut und Wehmut

Der betroffene Geschäftsführer und die Verantwortlichen brechen nach der Trennung zumindest teilweise ihr Schweigen und treten damit Gerüchten entgegen.
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Ex-Geschäftsführer Michael Häfner (links) stößt mit Trainer und Sportlichen Leiter Jan Gorr auf den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga an. Die Früchte seiner Arbeit darf der 47-jährige Coburger, der seit Gründung des HSC 2000 Coburg beim Klub dabei ist, jedoch nicht mit ernten. Beide PaArchiv
Ex-Geschäftsführer Michael Häfner (links) stößt mit Trainer und Sportlichen Leiter Jan Gorr auf den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga an. Die Früchte seiner Arbeit darf der 47-jährige Coburger, der seit Gründung des HSC 2000 Coburg beim Klub dabei ist, jedoch nicht mit ernten. Beide PaArchiv

HSC 2000 Coburg und Michael Häfner - das ist spätestens seit Anfang dieser Woche ein brisantes Thema. Der künftige Handball-Erstligist teilte am Montag die überraschende Trennung von seinem bisherigen Geschäftsführer mit. Jetzt brechen beide Parteien ihr anfangs vereinbartes Stillschweigen und treten damit wilden Vermutungen entgegen.

Vor allem in den sozialen Netzwerken, aber auch in Fan- und Sponsorenkreisen sorgte die Trennung für viel Diskussionsstoff. Die offizielle Begründung des Klubs für die Personalentscheidung - "Unterschiedliche Auffassungen über die zukünftigen Ausrichtung" - ließ nämlich viel Raum für Spekulationen. Anscheinend zu viel.

Häfner, der trotz Vertrages bis 30. Juni bereits am Mittwoch seinen Arbeitsplatz in der HSC-Geschäftsstelle räumte und sich von seinen Mitarbeitern mit einer großen Portion Wehmut verabschiedete, verweist das Gerücht, er leide unter einem Burnout, ins Reich der Fabel: "Ich bin kerngesund."

"Das ist völliger Quatsch"

Und der in dieser Angelegenheit beim HSC für die Kommunikation zuständige Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Dietz räumt mit dem ebenfalls in Handballkreisen kursierenden Vorwurf, Häfner habe Gelder veruntreut und sei deshalb entlassen worden, auf: "Das ist völliger Quatsch. Das stimmt überhaupt nicht." Auch Vorstandssprecher Stefan Apfel kann die herrschende Unruhe nicht nachvollziehen: "Es ist nichts Unrechtes vorgefallen." Bleibt ein moralischer Vorwurf, der hinter vorgehaltener Hand laut wird: Der HSC setzte eine treue Seele und Gründungsmitglied eiskalt vor die Tür. Und das, obwohl der für den Verein vor zwei Jahren einen guten Job bei der Firma Kaeser opferte und jetzt in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit als junger Familienvater sehen muss, wie es weitergeht.

Dietz: "Das Risiko war jedem klar"

Dietz zeigt dafür allerdings wenig Verständnis: "Es war allen Beteiligten bei Vertragsabschluss klar, dass das Amt des Geschäftsführers ein schwieriger Posten ist. Auch Michael Häfner war das Risiko, dass er eingeht, vollkommen bewusst." Alle seien davon überzeugt gewesen, "dass wir es gemeinsam schaffen", so der Aufsichtsratsvorsitzende aus Neustadt. Und genau aus diesem Grund wurde vor zwei Jahren auch eine längerfristige Zusammenarbeit mit Häfner vereinbart. Diese beendet der Klub nun vorzeitig. Über Modalitäten der Vertragsauflösung herrscht Stillschweigen.

Kein Hehl macht Michael Häfner allerdings aus seiner Enttäuschung. Der 47-jährige Coburger hätte den Job sehr gerne weitergemacht: "Es hat mit trotz des enormen Aufwandes viel Spaß gemacht. Gerade jetzt, als ich auch hervorragende Kontakte in die 1. Bundesliga geknüpft habe." Natürlich ärgert sich der scheidende Geschäftsführer über die Art und Weise und vor allem über verschiedene Aussagen und Vorwürfe. Zum Beispiel darüber, dass er angeblich den "einen oder anderen Bock geschossen haben soll" (Tageblatt vom 12. Mai). Dennoch: "Der HSC bleibt für mich eine Herzensangelegenheit."

Dietz erklärt, dass der Verein seinem Ex-Geschäftsführer die Hand gereicht hat und ihm eine weitere Zusammenarbeit anbietet. Gerne könne Häfner auch in Zukunft als Jugendtrainer beim HSC mitwirken. "Häfi war ja nicht irgendein externer Geschäftsführer, sondern auch ein Freund und Weggefährte."

Nachfolger-Suche im Gange

Der Klub hofft nun auf einen neuen Geschäftsführer, der das Abenteuer 1. Bundesliga meistert. "Wir sind bereits in guten Gesprächen und hoffen auf eine Entscheidung in etwa drei Wochen", so Dietz abschließend.

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