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HSC Coburg bringt Rimparer "Wölfe" zum Heulen"

Der HSC "zähmt" vor 3230 Fans nach dem Wechsel die Gäste aus Rimpar und verbucht dritten Derbysieg in Serie.
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Vestus, Spieler, Betreuer und Trainer verabschiedeten sich mit einem Transparent vom treuen HSC-Publikum. Fotos: Uwe Gick
Vestus, Spieler, Betreuer und Trainer verabschiedeten sich mit einem Transparent vom treuen HSC-Publikum. Fotos: Uwe Gick
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Der HSC 2000 Coburg ging als Spitzenreiter in das 14. Derby gegen die DJK Rimpar Wölfe. TuSEM Essen kassierte am Freitagabend eine erneut überraschende 28:31-Auswärtsniederlage beim TSV Bayer Dormagen, die dritte Niederlage aus den letzten vier Spielen.

Das Team von Trainer Jan Gorr behauptete am Samstagabend dank einer souveränen zweiten Halbzeit, die einen 28:20-Erfolg brachte, ihre Tabellenführung. Jetzt freut sich der HSC auf den Schlager nächste Woche in Essen.

HSC 2000 Coburg - Rimpar Wölfe 28:20 (12:10)

Es war ein undramatisches Derby vor fast voller Hütte in der Arena. Kein Faktor war diesmal Rimpars Torwart Brustmann, der die Coburger schon oftmals zur Verzweiflung gebracht hatte. Diesmal stand er ganz klar im Schatten eines überragenden Jan Kulhanek im HSC-Gehäuse.

"Die Halle brennt"

Der Song des Tages "Der Himmel brennt" von Wolfgang Petry - gewünscht von Florian Billek - hätte auch umgetitelt werden können in "Die Halle brennt". Gorr war begeistert: "Ein Lob an die Fans von Rimpar und Coburg, die für eine erstklassige Derby-Atmosphäre sorgten." Denn wie schon gegen Eisenach und Hamburg sorgten 3230 Zuschauer für eine stimmungsvolle Kulisse bei diesem Derby, in dem sich die Coburger fast den gesamten ersten Durchgang schwer taten.

Die Gäste agierten nicht mit ihrer gewohnten defensiven Abwehr, sondern störten immer wieder das Aufbauspiel des HSC, indem sie Gempp und Kaufmann nach vorne schoben und recht offensiv agieren ließen. Nach nicht einmal fünf Minuten musste Stephan Zeman mit schmerzverzerrtem Gesicht erst einmal auf die Bank. Bei einer überharten Aktion von Schulz, einem der Rimparer Innenblocker, hatte er sich das Knie verdreht.

Als einige Minuten später auf der Gegenseite Marcel Timm für eine harte Abwehraktion eine Zeitstrafe bekam, waren die HSC-Fans sauer. Die Schiedsrichter zogen sich nicht nur da den Zorn des gelben Anhangs zu. Es war das erwartete Kampfspiel, in dem sich keines der beiden Teams absetzte. Denn Rimpar verstand es in dieser Phase geschickt, Lücken in die Abwehr des HSC zu reißen.

Weber aus 35 Meter ins leere Tor

Dann ging Sebastian Weber vehement dazwischen, erkämpfte sich im Liegen den Ball, stand auf, sah das leere Rimparer Tor und versenkte den Ball mit einem Wurf über 35 Metern zur vielumjubelten 7:6-Führung.

Das war der Auftakt zur Drei-Tore-Führung für den Gastgeber. Ceven Klatt hatte es geahnt, doch seine Auszeit lief ins Leere. Obwohl Zeman - das Knie war stabil - kurz darauf mit zwei Hebern in Brustmann seinen Meister fand, legte der HSC noch einen weiteren Treffer drauf. Die Grundlage hierfür wurde in der aufmerksamen Deckung gelegt, die sich jetzt viele Bälle holte.

Gorr: "Schlampiges Passspiel"

Dieser Flow war aber genauso schnell vorbei, wie er gekommen war. Zwei Fehlpässe, zwei Pfiffe gegen Zeman am Kreis. In den letzten zehn Minuten vor der Pause traf Coburg nur zwei Mal. Mit grimmiger Miene begleitete HSC-Coach Jan Gorr sein Team in die Kabine, sprach später in der Pressekonferenz von "schlampigen Passspiel."

Platte voller Kuscheltiere

Beim Aufwärmen in der Pause mussten die Spieler aufpassen, nicht über eines der vielen Kuscheltiere zu stolpern, die aufs Spielfeld geworfen wurden. Denn der HSC hatte wie schon in den Vorjahren im Vorfeld des letzten Heimspiels des Jahres zu einer Kuscheltierwurf-Aktion zu Gunsten karitativer Zwecke aufgerufen. Knapp 20 Säcke kamen zusammen.

Bis der erste Treffer nach der Pause fiel, dauerte es einige Zeit, weil Rimpar die Angriffe gefühlt unendlich ausspielen durfte. Doch Coburg befreite sich wieder, Varvne und Schröder rissen Lücken in die Abwehr, Zettermann traf auch endlich und dann hatte der Rückraum endlich auch ein Auge für den Kreisläufer. Wie vor dem 17:13 von Weber, der sich energisch gegen seinen Widersacher durchsetzte.

Coburg bewahrte die Ruhe, spielte jetzt selbst seine Angriffe länger aus, beruhigte das Spiel und hielt so den Gegner auf Abstand. Ein Ball nach dem anderen wurde hinten geblockt und in nahezu jedem Angriff forderten die Coburger Fans Zeitspiel.

In einer Auszeit zehn Minuten vor dem Abpfiff zog Klatt seine letzte Trumpfkarte, ließ zwei HSC-Angreifer in Manndeckung nehmen. Gorr reagierte darauf umgehend, nahm in der gleichen Minute eine Auszeit um sein Team darauf einzustellen, während es kurz darauf die nächste diskussionswürdige Zeitstrafe gegen Timm gab.

"Der Drops ist gelutscht"

Doch Coburg hatte darauf die richtige Antwort parat. Parade Kulhanek - Konter Billek - 24:17. "Der Drops ist gelutscht", bemerkte ein Zuschauer in diesem Moment passend. Coburg spielte die Zeit runter und dann kam er, der Antritt von Flo Billek, der unter der Woche noch eine Erkältung auskurierte. Von der rechten Außenbahn zog er unwiderstehlich auf die andere Außenseite und knallte den Ball zum 26:19 ins Netz.

Die Fans waren begeistert und präsentierten jetzt das Banner "Wölfe jetzt ist Zeit zum Heulen" und fast schon traditionsgemäß im Fanblock forderte Marcel Timm nach der Partie: "Gib mir den Derbysieger".

Stimmen zum Derby

HSC-Trainer Jan Gorr: "In der Pause hatte ich das Gefühl, dass wir es verpasst hatten, uns in der ersten Halbzeit für unser Spiel zu belohnen. Der Zwei-Tore-Vorsprung war zu wenig, auch weil Rimpar bissiger war. Das war in der zweiten Halbzeit anders und die letzten zehn Minuten haben dann gezeigt, wie intensiv diese Partie war." "Wölfe"-Trainer Ceven Klatt: "Wir kommen gut in die Partie rein, haben danach aber zu viele Bälle einfach weggeworfen. Zur Pause war ich im Großen und Ganzen zufrieden. Doch danach vergeben wir viele freie Bälle, der letzte Zugriff in der Abwehr fehlt. Das hat Coburg als bessere Team konsequent genutzt um sich entscheidend abzusetzen.

Die Statistik HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek (17 Gegentore, 14 Paraden), Konstantin Poltrum (3 Gegentore, 2 Paraden); Maximilian Jaeger (3), Lukas Wucherpfennig (1), Sebastian Weber (5), Florian Billek (6/3), Marcel Timm, Jakob Knauer, Pontus Zetterman (5), Tobias Varvne (3), Stepan Zeman (1), Andreas Schröder (4), Christoph Neuhold. - Trainer: Jan Gorr.

DJK Rimpar Wölfe: Andreas Wieser (8 Gegentore, 3 Paraden), Max Brustmann (20 Gegentore, 6 Paraden); Dominik Schömig (7/2), Lukas Böhm (2), Felix Karle, Patrick Gempp, Patrick Schmidt (3/1), Steffen Kaufmann (1), Lukas Siegler, Philipp Meyer, Michael Schulz (3), Fin Backs, Benedikt Brielmeier, Benjamin Herth (3), Julian Sauer (1). - Trainer: Ceven Klatt.

SR: Michael Kilp / Christoph Maier.

Spielfilm: 0:1 (2.), 2:2 (5.), 3:2 (7.), 4:3 (10.), 4:4 (11.), 6:5 (13.), 6:6 (15.), 7:6 (17.), 9:6 (19.), 11:7 (23.), 12:9 (28.), 12:10 - 13:10 (34.), 14:12 (36.), 15:12 (37.), 16:12 (38.), 17:14 (41.), 18:14 (42.), 19:14 (43.), 20:15 (44.), 20:16 (46.), 21:17 (50.), 24:17 (53.), 25:19 (57.), 28:20.

Zuschauer: 3230.

Siebenmeter: 3/4 (Billek trifft die Latte) - 3/4 (Schmidt scheitert an Kulhanek).

Strafminuten: 6 (Timm 4, Billek) - 10 (Meyer 4, Schulz 4, Kaufmann).

Beste Spieler: Zetterman, Weber - Schömig, Schulz.

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