Coburg
Handball 3. Liga Süd

HSC Coburg bleibt ohne Kapitän auf Erfolgskurs

Der HSC Coburg hatte in Kornwestheim zwar Startschwierigkeiten und nach der Pause eine Schwächephase, doch der 27:19-Sieg war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
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Die aufmerksame Abwehrarbeit war in Kornwestheim wieder der Schlüssel zum Erfolg. Fotos: Iris Bilek
Die aufmerksame Abwehrarbeit war in Kornwestheim wieder der Schlüssel zum Erfolg. Fotos: Iris Bilek
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"Ich würde sagen, wir haben uns im Vergleich zum Spiel in Coburg auf jeden Fall schon gesteigert. Ein Unentschieden würde uns heute reichen". Kornwestheim‘s Abteilungsleiterin Daniela Assmann gab sich vor der Partie schmunzelnd verhalten optimistisch. Die ehemalige Coburgerin (bei der Turnerschaft Coburg aktiv) hoffte auf eine kleine Überraschung. Doch daraus wurde nichts. Der Favorit gewann vor nur 400 Zuschauern klar mit 27:9 (15:8).

Im Hinspiel hatte der SV Salamander keine Chance, hielt 15 Minuten einigermaßen mit, aber dann war Coburg nicht mehr aufzuhalten. Auch am Samstagabend schien bereits zur Halbzeit alles klar, als der HSC, wie schon in der Vorwoche in Herrenberg, mit sieben Treffern in Front lag. Coburg ließ dann zu viele Möglichkeiten ungenutzt und konnte froh sein, dass man schon vor der Pause so deutlich vorgelegt hatte.

Rechtzeitig bekam Gorr's Mannschaft gegen die nun intensiv kämpfenden Kornwestheimer wieder die Kurve, so dass doch ein standesgemäßer 27:19-Erfolg heraussprang. Aus einer soliden Teamleistung stach Dominic Kelm hervor, der mit acht Treffern und immer wieder vom HSC-Rückraum gut bedient von der Abwehr der Gastgeber nicht zu stoppen war.

SV Salamander Kornwestheim gegen HSC Coburg 19:27 (8:15)

Keine guten Nachrichten hatte Jan Gorr vor dem Spiel. Bereits unter der Woche hatte sich angedeutet, dass Steffen Coßbau wegen einer im letzten Spiel erlittenen Schulterverletzung zuhause bleiben muss, was sich dann auch bewahrheitete. Damit hatte der Coburger Trainer bereits am Dienstag gerechnet.

Gerechnet hatte er auch damit, dass der erkältete Havard Martinsen bis zum Spieltag wieder dabei ist. Aber die Hiobsbotschaften kamen dann doch sehr kurzfristig: Erst meldete sich Hajck Karapetjan - der aber ohnenhin zuletzt nicht nominiert wurde - grippekrank und eine halbe Stunde vor der Abfahrt musste Ronny Göhl wegen eines Magen-Darm-Viruses passen.

Der Spielführer ärgerte sich zwar, nahm's dann aber doch wieder gelassen: "Endlich kann ich ein Spiel von uns auch mal auf dem Radio verfolgen."

Mit einem "blonden Göhl"

Trotzdem war Göhl dabei, zumindest seine Nummer Fünf. Denn da der HSC in den schwarzen Auswärtstrikots antreten musste und das von Andersson nicht dabei war, gab es diesmal einen "blonden Göhl".

Bis zur 5. Minute übertrafen sich beide Teams in Harmlosigkeit vor dem Tor. Erst im neunten Angriff, als Kelm einen von Andersson verwandelten Strafwurf herausholte, fiel der erste Treffer der Partie.

Auch in der Folge hatte der HSC die klareren Chancen, ging damit aber fast sträflich um. Immer wieder wurde Kelm am Kreis gesucht, was den Angriffsschwung oftmals auch bremste. Die Außen nutzten ihre Freiräume zusammen mit Kelm zur 7:3-Führung (16.).

Fahrlässige Chancenverwertung

Für Kornwestheims Trainer Mirko Henel was das das Signal zur Auszeit. Doch mit weiter aufmerksamer Abwehrarbeit eroberte sich der HSC einige Bälle und setzte sich auf 3:9 (18.) ab. Kornwestheim änderte seine Taktik, spielte jetzt auch oft den schnellen Anwurf um so zu einfachen Toren zu kommen. Dabei profitierten sie von der nun fast fahrlässigen Chancenverwertung der Coburger.

Anstatt mit sieben Toren zu führen, war der Gastgeber auf vier Treffer herangekommen. Kurios: Die weniger aussichtsreichen Möglichkeiten brachten die Coburger irgendwie im Gehäuse unter. Dennoch war Gorr unzufrieden.

HSC-"Bollwerk" beim 4 gegen 6

Auch weil sich der HSC nach 25 Minuten einer fast zweiminütigen doppelten Unterzahl gegenüber sah. Aber in der standen sie im Spiel Vier gegen Sechs wie ein Bollwerk, bis Philipp Barsties dann sogar einen technischen Fehler des Gegners provozierte und sein Team so in Ballbesitz brachte. Aus dem 7:11 machte der HSC in den torarmen letzten zehn Minuten vor dem Wechsel einen sicheren Sieben-Tore-Vorsprung. Wie in Herrenberg war das ein solides Fundament für den späteren Sieg.

Nach Fehlwürfen von Sebastian Roth und Max Drude nach der Pause lief nicht mehr viel zusammen. Kornwestheim machte sechs Tore in gerade einmal acht Minuten. Anders als letzte Woche in Herrenberg wirkte der HSC jetzt unkonzentriert und verschaffte Kornwestheim Hoffnung (14:18/39.). Die Gastgeber spürten, dass in dieser Partie doch noch einmal etwas gehen könnte. Ausgerechnet eine erneute doppelte Überzahl beendete die vagen Träume des SV Salamander auf eine Wende.

Unzufriedener Salamander-Fan

"Das ist eine Strafe für uns - wir können das Überzahlspielen nicht", lamentierte ein Salamander-Fan. Tatsächlich war das Unterzahlspiel der Coburger an diesem Tag sensationell. Obwohl man fünf Minuten in der Partie zwei Mann weniger auf dem Feld hatte, kassierte man da nur einen Treffer und machte selbst sogar drei. "Die Jungs haben in diesen Phasen unglaublich verteidigt, sich immer wieder gute Positionen zum Gegner verschafft, das hat mir richtig gut gefallen", strahlte Gorr.

Dem gegenüber steht aber die schwache Torausbeute, denn fast ein Dutzend bester Möglichkeiten landete nicht im gegnerischen Tor.

Curry für den Kapitän

Spätestens nach dem 15:23 (48.) war der HSC aber wieder auf Kurs und steuerte einem souveränen Sieg entgegen. Der Kapitän verfolgte es am Radio und Nicola Franke verriet nach dem Spiel schmunzelnd: "Ich hatte Ronny zum Essen eingeladen und hab keine Ahnung, ob es am indischen Curry lag oder an seinem schwachen Magen aufgrund seines hohen Alters..."

Die Statistik

HSC 2000 Coburg:
Martinsen, Krechel - Lutz, Barsties (3), Andersson (4/2), Franke (1), Kelm (8), Kirchner (2), Vitek (1), Riha, Drude (1), Riehn (1), Roth (2), Seitle (4).
Zeitstrafen: 7.
Siebenmeter: 2/2.

SV Salamander Kornwestheim: Tauterat, Schach - Teske (1), Kolotuschkin, Schopf (1), Wörner, Gabriel (6), Pflugfelder, Schaffert (4), Wolf (3), Kugel, Jungwirth (1), Tinti (3), Dömötör.
Zeitstrafen: 2.
Siebenmeter: 1/0.

SR: Düscherl (Leopoldshagen) / Kreuser (Hochstetten).
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