Coburg
Handball

HSC Coburg: Auswärts ist der Knoten geplatzt

Der HSC 2000 Coburg hatte nach anfänglichen Problemen keine Mühe bei Bayer Dormagen und siegte verdient mit 36:29.
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Zeigte vorne und hinten Biss: Marcel Timm, der zwei Zeitstrafen in Dormhagen kassierte, war nicht zu bremsen und traf nach Belieben. Fotos: Iris Bilek
Zeigte vorne und hinten Biss: Marcel Timm, der zwei Zeitstrafen in Dormhagen kassierte, war nicht zu bremsen und traf nach Belieben. Fotos: Iris Bilek
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Der Knoten ist geplatzt. Der HSC 2000 Coburg kann in der 2. Handball-Bundesliga auch auswärts gewinnen. Mit 36:29 besiegten sie am Freitagabend den TSV Bayer Dormagen. Einen schlechten Start steckten die Gorr-Schützlinge gut weg und waren auch in der zweiten Halbzeit stets Herr der Lage.

Stark in der Abwehr, durchschlagskräftig im Angriff - öfters sogar mit zwei Kreisläufern - verbuchten die Vestestädter schließlich hochverdient zwei wichtige Punkte im Kampf um einen Spitzenplatz. Aus einer hervorragenden Teamleistung ragte Torsteher Konstantin Poltrum noch heraus. Aber auch der zehnfache Torschütze Tobias Varvne und Kreisläufer Marcel Timm machten ein außergewöhnlich gutes Spiel. TSV Bayer Dormagen - HSC Coburg 36:29 (13:17)

Das Spiel begann schlecht für die Coburger. Bis zur 9. Minute lagen sie mit 2:6 hinten, weil vorne unkonzentriert abgeschlossen wurde und am eigenen Kreis die Abstände nicht passten. Gorr hatte Redebedarf, holte sich seine verunsicherten Jungs schnell zusammen. Mit Erfolg, denn der Rückstand wurde verkürzt. Poltrum im HSC-Kasten war plötzlich hellwach und Varvne gelang nach einer Viertelstunde der Anschlusstreffer (7:6/15.).

HSC plötzlich hellwach

Jetzt war der HSC hellwach und kam über 11:11 sogar zu einer Drei-Tore-Führung, als Neuhold, Jäger und Billek innerhalb von zwei Minuten auf 14:11 erhöhten (25.). Vor allem Kreisläufer Marcel Timm war in dieser Phase in seinem Element und kam immer wieder in gute Wurfpositionen. Die Dormhagener Abwehrrecke bekamen den U21-Nationalspieler im wahrsten Sinne des Wortes nie in den Griff. Ein 14:6-Lauf der Vestestädter führte bis zwei Minuten vor der Pause zu einer komfortablen 16:12-Führung. Obwohl die Gastgeber in der Schlussphase zwei Spieler weniger auf der Platte hatten, gelang ihnen ein Tor, so dass die Seiten bei 13:17 gewechselt wurden.

Blitzstart nach der Pause

Waren es die Gastgeber, die in der ersten Hälfte mit einem 6:2-Lauf starteten, drehten die Coburger nun den Spieß um und hatten ihrerseits mit 7:2 den besseren Start. Als Florian Billek in der 39. Minute per Siebenmeter das 25:16 markierte, war bereits eine Vorentscheidung gefallen. Es wurde zunehmend ruhiger in der Halle. Konstantin Poltrum zog der Bayer-Crew mit blitzschnellen Reaktionen - egal ob mit den Füßen oder den Armen - den Zahn.

Die Gastgeber gaben sich zu keinem Zeitpunkt auf und kamen elf Minuten vor Schluss beim 24:28 (49.) auch noch einmal auf vier Tore heran. Doch Gorr reagierte sofort, nahm eine Auszeit und mahnte seine Jungs wieder zu mehr Disziplin. Dormagen kämpfte verzweifelt und fand gegen die nun immer sicherer werdende HSC-Deckung kaum Lücken.

Mittelblock ließ nichts anbrennen

Der Mittelblock der "Gelben" mit Schröder stand hervorragend und vorne sorgte der wendige Sproß mit seinen schnellen Antritten aus der Mittel- oder Halbposition heraus immer wieder für gute Wurfpositionen für seine Nebenleute (26:32/55.). Varvne ließ zu keinem Zeitpunkt locker und avancierte am Ende mit zehn Feldtoren zum besten Torschützen der zunehmend einseitiger werdenden Partie. Sein Nebenmann Pontus Zetterman mit sechs und die beiden HSC-Außen Florian Billek und Max Jaeger (je 5) reihten sich dahinter ein.

Klassenunterschied am Ende

Spätestens in der Crunchtime wurde dann auch ein klarer Unterschied zwischen beiden Teams deutlich. Auf der einen Seite der Aufstiegsanwärter, der auf jeder Position doppelt besetzt war und in der gezeigten Verfassung mit Sicherheit bis zum Saisonende ganz oben mitspielen wird. Und auf der anderen Seite die tapfer kämpfenden, in ihren spielerischen Mitteln aber doch eher begrenzten Gastgeber. Für sie geht es in dieser Saison ausschließlich um den Klassenerhalt. Und um den vorzeitig zu erreichen - so das Saisonziel - müssen sie vor allem ihre Abwehrarbeit verbessern.

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