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Hollywoodstars stellen ihre Filme auf der Berlinale vor

Hollywood setzt in Berlin mit "The Monuments Men" und "American Hustle" auf ganz klassisches Unterhaltungskino.
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So stellt sich Hollywood echte Helden vor: Matt Damon, Bill Murray, George Clooney (von links) in "The Monuments Men". Foto: Twentieth Century Fox
So stellt sich Hollywood echte Helden vor: Matt Damon, Bill Murray, George Clooney (von links) in "The Monuments Men". Foto: Twentieth Century Fox
Ohne sie läuft nichts auf einem Festival in der Größenordnung der 46. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Denn nur die großen Stars bringen die Garantie, dass so ein Festival nicht nur mit seinem Fachpublikum vor sich hin köchelt, sondern auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Und, auch wenn es die Fans des Arthouse-Kinos nicht gerne hören: Die großen Stars, sie kommen nun einmal aus Hollywood.

Gut, dass sich der Berlinale Festivalchef, Dieter Kosslick, glücklich schätzen kann, dass George Clooney irgendwie seit Jahren einen Narren an Berlin und seinem Umfeld gefressen hat. Deshalb war es im vergangenen Jahr, als die Dreharbeiten für "The Monuments Men" in Berlin-Babelsberg stattfanden, schon zu ahnen: Dieser Film wird 2014 sicher eine Rolle bei der Berlinale spielen.

Direkt in den Wettbewerb konnten die Berlinale-Macher die "Monuments Men" zwar nicht bringen - dafür ist den großen
Hollywood-Studios das einzige deutsche Filmfest von Weltrang dann doch ein bisschen zu unbedeutend. Doch mal kurz vor dem Bundesstart (dem 20. Februar) in Berlin vorbeischauen, ein bisschen über den roten Teppich flanieren und kräftig Werbung auf dem europäischen Markt machen - das geht. So gab es keinen freien Sitz im 1800 Plätze großen Berlinale-Palast mehr, als Clooney und sein Kumpel, Matt Damon, "The Monuments Men" außer Konkurrenz präsentierten.

Hätte sich der Film mit den anderen 20 Filmen des Wettbewerbs tatsächlich messen müssen, wäre wohl heftig diskutiert worden. Denn objektiv gesehen, stehen die "Monuments Men" wirklich nicht für künstlerische oder gar visionäre Aspekte des Filmschaffens. Sie sind klassisches Popcorn-Kino mit ein bisschen Anspruch. Aber nicht zu viel. Gut für den Samstagabend samt Popcorn.

Keine Angst vor Klischees

Immerhin: Die "Monuments Men" gab es wirklich. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges schickten die Amerikaner eine Spezialeinheit an die Westfront. Ihre Aufgabe: Sie sollte möglichst viele der verschwundenen Kunstschätze aus den Verstecken der Nationalsozialisten befreien. Clooneys Film hangelt sich lose an dieser wahren Geschichte entlang, mit Clooney selbst auf dem Regiestuhl und gleich noch in der Hauptrolle.

An Klischees spart er dabei nicht. Und es dürfen sogar deutsche Schauspieler als Nazi-Schergen oder sympathisierende Deppen mitspielen. Aber so sind sie halt, die Amerikaner. Und das Mainstream-Publikum liebt sie - oder besser: ihre Filme - dafür. Deshalb kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass die "Monuments Men" der kommerziell erfolgreichste Film aus dem Programm der 46. Internationalen Filmfestspiele sein werden.

Diesen nicht zu vergebenden Titel hätte allerdings auch "American Hustle", einer der großen Favoriten bei der am 2. März stattfinden Oscar-Verleihung, verdient. David O. Russell (der schon "Three Kings" inszenierte und für den Kritikerliebling "Silver Linings" das Drehbuch schrieb) erzählt darin eine herrliche Räuberpistole aus den späten 70er Jahren. "Batman" Christian Bale hat sich dabei für die Titelrolle des Kleinkriminellen Irving Rosenfeld satte 20 Kilo angefuttert und ist deshalb auf der Leinwand kaum wiederzuerkennen.

Große Unterhaltung

Aber nicht nur dieser persönliche Ehrgeiz des Hauptdarstellers macht den Charme von "American Hustle" aus. Bradley Cooper ("Hangover") steht Bale als superschleimiger Polizei-Ehrgeizling kaum nach.

Beide sind die zentralen Figuren eines Polit-Skandals, der sich - zumindest ungefähr, so ist zu vermuten - wirklich so zugetragen hat. Ende der 70er Jahre machte das FBI Jagd auf vermeintlich bestechliche Politiker und schmiss dabei mit viel Geld um sich, weil sich überraschender Weise gar nicht so viele Bürgermeister und Abgeordneten fanden, die gerne die Hand aufhielten.

Um dennoch Erfolge vorweisen zu können, inszenierten die FBI-Cops immer verrücktere Projekte, die ihnen am Ende um die Ohren flogen. Russell erzählt diese Geschichte - spannend, mit einem Augenzwinkern und einem brillanten Soundtrack voller Klassiker aus der frühen Phase der Disco-Geschichte. Prädikat: große Unterhaltung. Bundesstart: am 13. Februar.
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