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Hochschule Coburg

Hochschule will Lust auf Zukunft in Coburg wecken

Hochschul-Präsidentin Christiane Fritze über ihre Vision: Jede Menge ehrgeiziger Projekte, Millioneninvestitionen und experimenteller Geist
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Zweieinhalb Jahre war es recht ruhig um die Präsidentin der Hochschule. Wenig Pressegespräche, wenig gesellschaftliche Auftritte, kein Einmischen in politische Belange. Als scheue Professor Christiane Fritzeein wenig die Öffentlichkeit. Mag der Eindruck auch stimmen, mit der Präsentation des Zukunftsportfolios für den Standort und die Region Coburg beweist sie demonstrativen Weitblick und ein Gespür für die Notwendigkeit von Visionen.

Harte Arbeit steckt ganz offensichtlich in dem neu konzipierten Programm, das die Hochschule bis ins Jahr 2040 tragen soll. Ideen, Konzepte, Pläne und Visionen sind in dem 15-seitigen Portfolio zusammengefasst.

In enger Zusammenarbeit mit Ercole Erculei von der Hochschulentwicklung hat Christiane Fritze die Zukunft der Hochschule neu gedacht. Doch ihr ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen und miteingebunden sind. Deshalb betont sie gleich zu Beginn des Pressegesprächs, dass die Konzeption bereits durch viele Hochschulgremien durch ist. Bei einer Klaustagung in der vergangenen Woche wurde mit allen Dekanen diskutiert und letztendlich festgelegt, welches Projekt, wann umgesetzt werden kann.

Impulsgeberin der Region

Die Hochschule versteht sich als Impulsgeberin und transferorientierte Innovationschmiede für den Standort und die Region. So ist es im Profil festgeschrieben. Mit dem "Coburger Weg" - fächerübergreifend denken, individuell fördern - hat sich die Hochschule bundesweit einen Namen gemacht. Nach zehn Jahren läuft im kommenden Jahr das Förderprogramm aus - 20 Millionen Euro sind da in den vergangenen Jahren geflossen - dennoch will die Hochschule diesen Weg auch künftig beschreiten. "Wir brauchen dazu die Politik und die Wirtschaft", macht Fritze deutlich und weiß, dass sie darum werben muss.

Architektur der Zukunft

Im Mittelpunkt der Hochschulentwicklung in Coburg werden entscheidende Baumaßnahmen stehen. Der Campus soll künftig für innovations- und kreativitätsfördernde Hochschularchitektur stehen. So werden die beiden Gebäude im Zentrum, in denen bisher die Mathematik-Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie die Technik/Informatik (MINT)untergebracht sind - anders als geplant - nicht saniert, sondern gänzlich abgerissen und neu gebaut werden. "2012 wurde der Bauantrag zur Sanierung gestellt. Wir brauchen heute eine Architektur der Zukunft, die sich an den neuen Lern- und Lehrmethoden orientiert", sagt die Präsidentin. Neue Lernwelten, Projekträume, Begegnungszonen, flexible Labore und eine vertrauensvolle Atmosphäre werden geschaffen. Ein so genanntes MINT-Quartier soll im Herzen des Campus entstehen. Fritze findet deutliche Worte: "Die Studierenden stehen im Zentrum. Transparenz nach außen ist uns wichtig. Die Black Box Hochschule gehört der Vergangenheit an!"

Das Investitionsvolumen liegt bei etwa 100 Millionen Euro und muss noch vom Freistaat abgesegnet werden. "Das Bau- und das Wissenschaftsministerium stehen hinter uns, jetzt muss der Landtag noch zustimmen." Für die Hochschulpräsidentin ist klar: "Wir haben die historische Gelegenheit, die Vision zu realisieren. Das Bauprojekt hat die größten Konsequenzen für das Gesamtprofil der Hochschule." Die Zukunftsfähigkeit der Hochschule und des Standortes hänge von dieser Investition ab.

"Prinz Albert Campus 2040"

Ein zweiter großer Eckpfeiler für das Haus Zukunft der Hochschule stellt der geplante "Prinz Albert Campus 2040" am Güterbahnhof dar. "Wir wollen dort ein innenstadtnahes Transfer- und Kulturterminalschaffen. Zukunftsweisende Studiengänge ansiedeln, ein Wissenschaftszentrum und ein neues Institut für Lebenslanges Lernen errichten", fasst Fritze die Vision zusammen. Die Konzeptionen dafür seien größtenteils ausgearbeitet. Es sei wichtig, dass manches davon schon in den Schubladen liegt und zum richtigen Zeitpunkt auf den Tisch gelegt werden kann. Die Hochschulpräsidentin: "Wir sind bestens vorbereitet!"

Zukunftsthemen

Vision und Realität Bei der Klausurtagung mit den Dekanen der Fakultäten wurden die künftigen Maßnahmen besprochen und in eine Zeitschiene gereiht. Grundsätzlich sei die Entwicklung der vier großen Themen mittelfristig zu sehen. Die Umsetzung erfolgt nach und nach. Nicht jede Idee könne sofort verwirklicht werden. Das wisse der Realist. "Wir denken perspektivisch, aber der Zug startet jetzt!", sagte die Präsidentin der Hochschule zum Abschluss des Pressegesprächs.

Wirtschaft und Arbeit 4.0

- Start Dual. BA BWL Kaufleute für e Commerce im Wintersemester 2019/20

- Start Bachelor Computervisualistik, Wintersemester 20/21

- Anbahnung im Weiterbildungsbereich des Programms Digital Transformation (Perspektive: Einführung eines Bachelorstudienganges)

- Anbahnung im Weiterbildungsbereich des Projekts FADZ Forschungs und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien

- Weitere Projektideen: Aufbau des Forschungs- und

Anwendungszentrums

"User Experience Engineering Center" (Kombination aus Design, Betriebswirtschaft und Ingenieurwesen zur Kundenorientierung)

Mobility Design

Start der Aktivitäten im Programm Autonomes Fahren / Einführung eines Masterstudienganges in Kronach

- Weitere Projektidee: Aufbau eines entsprechenden Technologiezentrums Autonomes Fahren

Stadt und Land Nachhaltige Entwicklung

- Einführung des Vertiefungsschwerpunktes "Community Building"

- Anbahnung eines Bachelorstudienganges "Kulturarbeit und Community Building"

- Einführung des Bachelorstudienganges "Bauerhalt und historische Werktechnik"

- Weitere Projektidee: Einführung des Masterstudienganges

"Theater und kulturelle Praxis"

Gesund leben Zusammen mit den regionalen Partnern gibt es dazu konkrete Maßnahmen im Hinblick auf Pflegewissenschaften und das Hebammenwesen. Mehr möchte Christiane Fritze noch nicht sagen.

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