Coburg
Standortfrage

Hochschule Coburg will Hebammen ausbilden

Die Hochschule Coburg plant einen neuen Fachbereich. Erster Schritt könnte ein Studiengang Hebammenwissenschaft sein - wenn er vom Freistaat genehmigt wird.
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An der Uniklinik Tübingen wird Hebammenwissenschaft bereits als Studienfach angeboten. Das Foto zeigt Studentinnen mit ihrer Dozentin bei einer Übung zum Pulsmessen. Welche Hochschulen in Bayern das Studium anbieten dürfen, soll noch im Sommer entschieden werden. Die Hochschule Coburg hat sich beworben - als einzige in Oberfranken. Foto: Marijan Murat/dpa
An der Uniklinik Tübingen wird Hebammenwissenschaft bereits als Studienfach angeboten. Das Foto zeigt Studentinnen mit ihrer Dozentin bei einer Übung zum Pulsmessen. Welche Hochschulen in Bayern das Studium anbieten dürfen, soll noch im Sommer entschieden werden. Die Hochschule Coburg hat sich beworben - als einzige in Oberfranken. Foto: Marijan Murat/dpa

Ab 2020 soll die Hebammenausbildung europaweit über ein Studium erfolgen. In allen anderen Ländern ist das schon der Fall, nur Deutschland hängt hinterher. Hier gibt es gerade mal ein paar Modell-Studiengänge. Das entsprechende Gesetz hat gerade die erste Lesung im Bundestag passiert.

Parallel dazu müssen die Bundesländer festlegen, in welchen Hochschulen diese Ausbildung künftig angeboten wird. In Bayern soll das im Sommer, spätestens im Frühherbst entschieden werden, sagt der Coburger Landtagsabgeordnete Martin Mittag (CSU). Coburg soll, wenn es nach Mittag und der Hochschulpräsidentin Christine Fritze geht, einer dieser Ausbildungsstandorte sein.

Die Chancen dafür, dass Coburg den Zuschlag erhält, schätzt Mittag als nicht allzu schlecht ein. Zum einen bewerbe sich Coburg als einzige Hochschule aus Oberfranken, und es sei Ziel der Staatsregierung, dieses Studium an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften anzusiedeln und nicht an den Universitäten, wo traditionell Mediziner ausgebildet werden.

Außerdem gebe es im Umkreis von 100 Kilometern keinen weiteren Hochschulstandort, der das anbietet, sagt Dorothea Thieme, Leiterin der Regiomed Akademie und der Medical School von Regiomed. Die nächsten Hochschulen mit Hebammenausbildung sind Jena (Thüringen) und Fulda (Hessen). "Wir haben einen weißen Fleck, den es zeitnah zu besetzen gilt, weil die Privaten schon in den Startlöchern stehen." I

Sollte Coburg den Zuschlag erhalten, könnten die ersten Studierenden fürs Hebammenwesen im Herbstsemester 2021 anfangen, sagt Hochschulpräsidentin Fritze. Schneller sei das kaum möglich, weil erst das Studium konzipiert und auch die entsprechenden Stellen genehmigt und geschaffen sein müssten. Auch steht noch nicht endgültig fest, wie das Studium aussieht. Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) geht davon aus, dass es sieben Semester dauern wird, einen hohen Praxisanteil haben wird und dass die angehenden Geburtshelfer eine Ausbildungsvergütung erhalten.

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