Norbert Denninger-Liebkopf nahm einen kräftigen Schluck Club-Mate und redete dann gar nicht um den heißen Brei herum: "Ich möchte zurück in den Stadtrat!" Der 46 Jahre alte Sozialpädagoge gehörte dem Gremium bereits von 2002 bis 2008 an - damals noch als Mitglied der ÖDP, der er dann aber den Rücken kehrte. "Jetzt habe ich eine neue politische Heimat gefunden", erklärte er am Dienstagabend, als die Piratenpartei im "Collins" im Unteren Bürglaß einen Kreisverband Coburg Stadt und Land gründeten.

Doch Norbert Denninger-Liebkopf will nicht nur mitmachen in der aufstrebenden Partei mit dem coolen Namen, er will auch an verantwortlicher Stelle mitgestalten. So kandidierte er als stellvertretender Vorsitzender und wurde prompt gewählt.

Nicht gegen, sondern gemeinsam

Ebenso interessant wie die Personalie Denninger-Liebkopf ist freilich die Sache mit dem Vorsitzenden: Dennis Busch, der Sohn von Coburgs Landrat Michael Busch (SPD), setzte sich bei der Wahl mit 13:3 Stimmen gegen Vinzenz Koser durch. Aber was heißt hier "gegen"? Bei den Piraten ist das Gemeinsame einer der wichtigsten Punkte. So hatte Dennis Busch in seiner Vorstellungsrede auch betont, dass es nicht die Aufgabe eines Vorsitzenden sei, eine Meinung vorzugeben, sondern gemeinsam mit allen Mitgliedern das Programm zu gestalten: "Jeder kann sich einbringen!"

Keinen Zweifel ließ der 31-jährige Dennis Busch an den ehrgeizigen Zielen der Piraten auch auf kommunaler Ebene: "Wir wollen etwas bewegen - und wir wollen bis zur Kommunalwahl 2014 schlagkräftig werden." Dann, so sagte Dennis Busch später in einem Gespräch mit infranken.de, wolle man in möglichst viele Kommunalparlamente einziehen, allen voran natürlich in den Coburger Stadtrat und den Kreistag.

Zu Beisitzern des neuen Kreisverbands wurden Vinzenz Koser und Dominique Sperlich gewählt. Maximilian Rybka, aus Coburg stammender Bezirksvorsitzender der Piraten, zeigte sich am Ende sehr zufrieden mit dem Verlauf der Versammlung - auch wenn sie ihm prompt einen Rücktritt einbrachte. Denn die Statuten der Piraten verbieten es, mehr als ein Parteiamt inne zu haben. Und so musste der frisch gewählte Vorsitzende Dennis Busch quasi als erste Amtshandlung von seinem Beisitzerposten im Bezirksvorstand zurücktreten.

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