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Coburg
Landestheater

"Heidi" fällt trotz Wasserschaden nicht aus

Vielleicht kann die Premiere des Weihnachtsmärchens am Landestheater Coburg sogar wieder im Großen Haus stattfinden. Die alternativen Spielorte werden in der Not gut angenommen.
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Der neue Leiter des Besucherservices, Stefan Hagelauer, und die Kassen-Damen Heike Kastner (links) und Catharina von Graevenitz widmen sich an einem zusätzlich geöffneten Platz den Besucherwünschen. Schließlich wollen gerade jetzt Junge wie Alte Karten für ihr "Weihnachtsmärchen". Fotos: CT
Der neue Leiter des Besucherservices, Stefan Hagelauer, und die Kassen-Damen Heike Kastner (links) und Catharina von Graevenitz widmen sich an einem zusätzlich geöffneten Platz den Besucherwünschen. Schließlich wollen gerade jetzt Junge wie Alte Karten für ihr "Weihnachtsmärchen". Fotos: CT
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"Leute, kauft Karten, wie Ihr das gewohnt seid. Wir spielen!" Landestheater-Intendant Bodo Busse ruft geradezu inständig. Vor allem für die am Samstag, 16. November, geplante Premiere des diesjährigen Weihnachts-Schauspieles, "Heidi" nach Johanna Spyris beliebtem Roman, wird ohne Einschränkung stattfinden, womöglich sogar wieder im Großen Haus, wenn nicht, dann an einer Spielstätte, an der entsprechend Plätze zur Verfügung stehen. Busse ist zuversichtlich, kann aber nichts versprechen. Sicherheit hat oberste Priorität.

Es wäre zu schmerzhaft, würde der immense Wasserschaden im Landestheater, verursacht durch die bei Wartungsarbeiten am 30. Oktober durch eine externe Firma versehentlich ausgelöste Berieselungsanlage, in generelle Verunsicherung des Publikums umschlagen. Steigende Besucherzahlen hatten endlich wieder für Jubel am Schlossplatz gesorgt.
Die Auslastung lag in der Bilanz 2012/2013 wieder bei 80 Prozent. Die neue Spielzeit lief bestens an mit zugkräftigen Inszenierungen: Ein geradezu euphorisierender "Liebestrank", der ungewöhnliche Musical-Western "Tombstone", "Kohlhiesels Töchter".

Noch kein Überblick

Doch das Große Haus muss nun geschlossen bleiben; bis 19. November wird gegenwärtig alternativ geplant. Die Besucher hätten sehr verständnisvoll reagiert, berichtete der Intendant gestern bei einer neuerlichen Pressekonferenz, seien sogar begeistert gewesen auch über die konzertante Aufführung von Verdis "Maskenball" in St. Moriz und im Kongresshaus, wo auch Donizettis "Liebestrank" gespielt wurde, durchaus szenisch umgesetzt, so weit das eben möglich war. Die komplett gestrichenen Vorstellungen von "Dorian Gray" und "Madama Butterfly" sollen zu späterem Zeitpunkt nachgeholt werden.

Das Ausmaß des Schadens kann noch nicht konkret umrissen werden, gegenwärtig wird weiter getrocknet, die Sachverständigen sind am Werk. Bei dem Unfall lief das Wasser im Bühnenhaus über die Scheinwerfer bis hinab in die Maschinerie.

Verwaltungsdirektorin Judith Wollstädter und Bodo Busse zeigten sich bei allem Entsetzen gestern tief beeindruckt vom großen Engagement nicht nur im eigenen Haus, sondern auch in der Coburger Stadtverwaltung, wo alles getan werde, damit neben der Reithalle auch das Programm des Großen Hauses weiter laufen kann, vorübergehend eben an improvisierten Spielstätten.

Impulse für die Zukunft

Mit diesem Notfall hat das Landestheater gezwungener Maßen einen Vorgeschmack auf die (nach wie vor nicht konkret bestimmte) Zeit der Generalsanierung bekommen. "Wo können wir spielen, wie gehen wir mit geänderten Platzkapazitäten um?" Derlei Fragen mussten am Landestheater jetzt blitzartig beantwortet werden, wie Busse mit gewissem Sarkasmus und in Anerkennung der Leistungsfähigkeit am Landestheater feststellte.

So habe die Technik das Cortendorfer Werkstattgebäude in einen wunderbaren Theaterraum verwandelt. Die heutige Tanztheater-Premiere "Bolero" werde so gut wie ohne künstlerische Einschränkungen, mit einem neuen, "sehr raffinierten Beleuchtungskonzept" stattfinden können. Nur dass eben lediglich 120 Zuschauer Platz finden. Dafür wird es allerdings Zusatzaufführungen geben, so am Samstag, 16. November, um 19.30 Uhr in der Gärtnersleite.

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