Ahorn
Gemeinderatssitzung

Hat Ahorn Problemhunde oder Problemhundehalter?

Der Gemeinderat von Ahorn hat in seiner Sitzung am Dienstag eine neue und verschärfte Hundehaltersatzungsverordnung verabschiedet.
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Für das Gemeindegebiet Ahorn wurde einen neue Hundehaltersatzung verabschiedet. Foto: pixabay/Heikelr
Für das Gemeindegebiet Ahorn wurde einen neue Hundehaltersatzung verabschiedet. Foto: pixabay/Heikelr

Es gibt Themen, die versetzen Bürgermeister Martin Finzel in Wallung. Dazu gehören unerzogene Hunde, die ihre Spuren auf dem Schulhof hinterlassen oder freilaufend im Ort Leute belästigen. "Auch sogenannte Problemhunde gibt es bei uns", sagte Finzel bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Nachdem gutes Zureden an die Adresse der Halter von Bello & Co. offenbar nicht fruchtet, greift Finzel jetzt durch. Eine geänderte Satzung, die der Gemeinderat einstimmig absegnete, soll die Halter wachrütteln. Mit der neuen Verordnung will Finzel verhindern, dass es zu Zwischenfällen mit den Vierbeinern kommt. Finzel, der selbst einen Hund besitzt, betonte, er möchte aber keinesfalls Hunde als gefährlich stigmatisieren. Denn: "Das Problem sind nicht die Hunde, sondern die Halter." In öffentlichen Anlagen, auf Wegen und Plätzen dürfe der Hund andere Personen weder belästigen noch gefährden. Die Satzung spricht Klartext: Der Hund muss auf das Wort hören oder an der Leine geführt werden. Große Hunde ab 50 Zentimetern Schulterhöhe und Kampfhunde sind demnach generell an einer reißfesten Leine mit schlupfsicherer Halterung zu führen. Wer mit dem Hund Gassi geht, sollte dazu auch körperlich in der Lage sein. "Ein Mädchen von 1,60 Metern mit einer Dogge, die größer ist, geht nicht", erklärte Finzel. Die maximale Lauflänge der Leine dürfe höchstens 1, 50 Meter betragen, so Finzel weiter. Einige Ausnahmen von der Leinenpflicht gibt es laut Satzung aber, diese gelten für Blindenführhunde, Diensthunde, Hunde, die Herden hüten, Rettungshunde und Bewachungshunde. Finzel betonte außerdem, dass der Vierbeiner immer seine Steuermarke sichtbar am Halsband tragen müsse. Der Hundehalter müsse außerdem dafür sorgen, dass der Hund das Grundstück nicht selbstständig verlassen könne. Die neue Satzung bekommt bei Anmeldung des Hundes jeder Hundebesitzer nun überreicht. Bei Nichteinhaltung drohen eine Anzeige und Geldbußen. In der Satzung, die dem Gemeinderat vorlag, sind die Rassen aufgelistet, die als Kampfhunde definiert sind oder bei denen die Eigenschaft als Kampfhund vermutet wird.

In Witzmannsberg wird gebaut

Sehr erfreut ist Finzel über die Bautätigkeit in der Gemeinde. Am ehemaligen Freizeitzentrum in Witzmannsberg, das zu einem sogenannten Kulturbad umgebaut wird, gehen demnach alle Arbeiten zügig voran. Bereits Ende Juli soll das Restaurant mit regionaler Küche eröffnen. "Es ist ein Glücksfall, dass nach Jahrzehnten des Leerstands wieder eine neue Gastronomie für Belebung sorgt", freute sich Finzel bei der Gemeinderatssitzung. Das neue Pächterpaar sei in die laufenden Arbeiten eingebunden. Das Restaurant erhalte im Zuge der Sanierung eine zeitgemäße und moderne Innenausstattung. Mit einem Biergarten im Außenbereich solle das neue Kulturbad ein Anziehungspunkt für Wanderer und Radler werden. Im ehemaligen Schwimmbad entstehe eine Kulturhalle, die bereits im September fertig sein soll. "Alle interessierten Gruppen sind aufgerufen, sich in die Neubelebung einzubringen", sagte Finzel. Eine Bühne, Lautsprecher, eine Beleuchtungsanlage sowie eine Bestuhlung und Platz für bis zu 300 Personen seien vorhanden. Bei den Erneuerungen sei der Baucharakter der 1970er Jahre bewusst erhalten und durch moderne Akzente ergänzt worden, so Finzel. Parallel zu den Innenarbeiten werde nun der Außenbereich gestaltet. Das Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken unterstütze dies mit einer Förderung von 60 bis 80 Prozent der Kosten.

Kurz und bündig:

Bürgermeister Finzel gestaltet seine Sitzungen nun noch effizienter. Durch den sogenannten Kommunfunk können Informationen schnell und einfach abgerufen werden.

Die Gemeinde möchte sich an den Mitfahrbänken beteiligen. Dabei handelt es sich um ein LEADER-Projekt, das eine Ergänzung zu dem öffentlichen Nahverkehr darstellt: Bürger, die auf einer Mitfahrbank sitzen, werden von Autofahren mitgenommen. "Es ist wie eine Art modernes Trampen zu verstehen", so Finzel. Eigentlich habe er das Projekt "Mitfahrbänke" gemeinsam mit anderen Kommunen anstoßen wollen, aber leider hätten nur zwei Gemeinden auf sein Ansinnen geantwortet. Finzel möchte nun mit seinen Kollegen noch mal reden und das Projekt innerhalb der Initiative Rodachtal, deren Vorsitzender er ist, anregen. "Ich halte diese Variante für sehr interessant", so Finzel.



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