Ahorn
Schlenkermarkt

Händler, Gaukler, Handwerker belebten Ahorn

Ein Hauch von Nostalgie hat sich am Samstag in der Alten Schäferei in Ahorn verbreitet. Zum dritten Schlenkermarkt kamen rund 1000 Besucher.
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Ein buntes Warensortiment ist am Samstag in das Gerätemuseum der Alten Schäferei in Ahorn eingezogen. Foto: Gabi Arnold
Ein buntes Warensortiment ist am Samstag in das Gerätemuseum der Alten Schäferei in Ahorn eingezogen. Foto: Gabi Arnold
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Ahorn-Händler bieten ihre Waren feil, ein Gaukler wirft Keulen durch die Luft, Drechsler hobeln, bis die Späne fliegen und die Landfrauen spinnen, stricken oder schleißen Federn: Ein Hauch von Nostalgie war am Samstag in der Alten Schäferei zu verspüren. Zum dritten Schlenkermarkt kamen rund 1000 Besucher in das barocke Ensemble.

Gleich am Eingang stand am Samstagnachmittag die Museumsleiterin Chris Loos und begrüßte die Besucher. Der Schlenkermarkt, erzählte sie, sei ein alter Brauch. An Maria Lichtmess, dem 2. Februar, wechselten demnach die Dienstboten die Stellung und erhielten ihren Lohn. "Sie nutzten die Zeit, um durch die Märkte zu schlendern und Dinge des alltäglichen Gebrauchs zu kaufen." Chris Loos hat die fast vergessene Tradition vergangener Zeiten vor drei Jahren wieder zum Leben erweckt. Zu ihrem Team gehören die Landfrauen, die bei Festen immer mit von der Partie sind: Ursula Schreiner, Gunda Großmann, Erika Herzer und Gudrun Zwingelberg. Sie waren am Samstag bestens gelaunt. "Wir sind seit den 70er Jahren dabei und so lange, wie wir können, machen wir mit", sagte Ursula Schreiner.

Die Nadeln klapperten

Diesmal zeigten sie Handarbeitstechniken, die früher in den ländlichen Gegenden üblich waren. Dazu gehört das Stricken von wärmenden Zürdelsocken. Apropos: "Seit einigen Jahren besteht wieder ein vermehrtes Interesse am Stricken, vor allem bei den Kindern", erzählte Gunda Großmann, während sie mit den Nadeln klapperte. Ihre Kolleginnen kardierten Wolle, schlissen Federn, ließen sich dabei über die Schultern blicken und erzählten von früher. An den bunten Ständen ringsherum verkauften Händler Nützliches und Schönes, wie Textilwaren, Keramik, Schmuck oder Holzprodukte.

Aus Mengersgereuth-Hämmern waren Renate und Gustav Luthardt gekommen, im Gepäck eine Mundharmonika und die Hobelbank. Auf der Hobelbank durften die Kinder Platz nehmen und ihr Geschick im Drechseln testen und zwar so lange, bis die Späne flogen. Selbstvermarkter boten Honig, Marmelade, Liköre und Säfte zum Verkosten und Verkauf an. Während die Großen von Stand zu schlenderten, bastelten die Kleinen in der Scheune unter der Anleitung von Museumspädagogin Simone Metzner. Johanna Fendl, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum, informierte über das Museumskonzept, die Veranstaltungen und verkaufte Stoffschäfchen.

Der Höhepunkt des Tages

Vor allem die kleinen Besucher warteten gespannt auf den Höhepunkt des Tages. Mit Einbruch der Dämmerung erhellte Janko Lehmann alias Harlekino die Nacht: Leuchtende Keulen und Kegel flogen durch die Luft und seine Lichter- und Feuershow bildeten den fulminanten Abschluss des Schlenkermarktes. Am Ende des Tages waren die Besucher, die Händler und das Museumsteam rundum zufrieden. "Wir haben heute wieder richtig Spaß gehabt", sagte Ursula Schreiner und ihre Kolleginnen nickten zustimmend.

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