Haarbrücken
Klimaschutz

Haarbrücken: Verein wird klimaneutral

Wenn man es schon macht, dann macht man es auch richtig. Das Vereinsheim des FC Haarbrücken wird nicht nur renoviert, sondern auch klimaneutral.
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Biogas-Anlage Symbolfoto: CT-Archiv
Biogas-Anlage Symbolfoto: CT-Archiv

Das Schöne mit dem Nützlichen verbinden will der FC Haarbrücken. Das Vereinsheim war alt und musste dringend erneuert werden, erzählt Vorsitzender Simon Weber. Anfang letzten Jahres haben die Mitglieder also begonnen, das Vereinsheim auf Vordermann zu bringen. Jetzt geht der Verein aber noch einen Schritt weiter: "Wir wollen der erste klimaneutrale Verein der Region werden", so Weber.

Gastraum, Herren-WC und Umkleidekabinen wurden schon renoviert. Bald soll der zweite Bauabschnitt starten. Das hat man im Verein zum Anlass genommen, noch einmal die schon länger vorhandene Idee aufzugreifen, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu installieren.

Mit einem Flachdach und permanenter Sonneneinstrahlung bietet das Haarbrückener Vereinsheim dafür beste Voraussetzungen. Doch wichtiger als diese Maßnahme ist die Unterstützung, die von Vereinsmitglied Holger Gundermann angeboten wurde.

Der Hof des Landwirts befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vereinsgelände. Dort steht auch seine Biogas-Anlage. "Er hat noch Wärme übrig", sagt Weber, also bot er an, die Restwärme dem Verein zur Verfügung zu stellen. Der nahm das Angebot dankend an.

Ab kommenden Jahr soll das Vereinsheim also nicht nur frisch renoviert, sondern vor allem auch klimafreundlich sein. Die Baumaßnahmen, die von den Mitgliedern ehrenamtlich getätigt werden, sollen noch in diesem Jahr starten. Vorsitzender Weber sagt: "Das wird ein harter Winter." Denn auch der Duschraum und anderes wird renoviert werden.

Aber man wolle die kommende Heizperiode schon nutzen. Die Photovoltaikanlage soll dann mit den ersten Sonnenstrahlen im nächsten Jahr kommen.

Geld sparen und Gutes tun

"Natürlich machen wir das auch, um Geld zu sparen", sagt Weber. Damit könne man sicher manches abfedern und von mancher Beitragserhöhung absehen. So lohnt sich die hohe Investition langfristig. Das Vereinsheim wird günstiger zu betreiben und klimafreundlich sein.

Ein fünfstelliger Betrag wird für die klimaneutrale Erneuerung anfallen. Unterstützung gibt es einerseits von der Stadt Neustadt, aber auch vom Bayerischen Landessportverband, der 35 Prozent der Kosten übernehmen wird. Dennoch ist der Verein auf weitere Unterstützung angewiesen, meint Weber.

"Die Gegebenheiten vor Ort haben nur wir", so der Vorsitzende im Hinblick auf die nahe gelegene Anlage. 110 Meter Fernwärmeleitung werden die Anlage mit dem Vereinsheim verbinden.

Dort wird das in Wärme umgewandelte Gas die bisherige Gasheizung ersetzen und für Heizung und Warmwasser-Aufbereitung genutzt werden.

Die Photovoltaikanlage soll dann ab dem kommenden Jahr tagsüber Strom produzieren, mit dem die Grundlast des Gebäudes abgedeckt wird. Der Überschuss wird ins Netz eingespeist.

Was der Verein abends durch etwa das Flutlicht an zusätzlichem Strom, den sogenannten Reststrom-Bedarf benötigt, bekommt er von den Stadtwerken Neustadt. Die bietet einen klimaneutralen Ökostrom an.

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