Coburg
Geldsegen

Gymnasiasten rennen für Tansania

Das Neustadter Arnoldgymnasium erzielte beim Spendenlauf "Ready, steady, help" für den Christlichen Entwicklungsdienst Neustadt 12 500 Euro. Die Summe wurde jetzt übergeben.
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Ursula Kick-Bernklau, Rektorin des Neustadter Arnoldymnasiums, übergab den Scheck über den Erlös des Spendenlaufs für Tansania an Christine Göbel vom Christlichen Entwicklungsdienst.Manja von Nida
Ursula Kick-Bernklau, Rektorin des Neustadter Arnoldymnasiums, übergab den Scheck über den Erlös des Spendenlaufs für Tansania an Christine Göbel vom Christlichen Entwicklungsdienst.Manja von Nida
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Für seine soziale Ader ist das Neustadter Arnoldgymnasium bekannt. Kaum zu bremsen sind die Schüler beim Spendenlauf für die Partnerschule in Tansania, die Pallotti Secondary-School. Dabei übertrifft sich das Gymnasium jedes Jahr aufs Neue: 12 500 Euro hat die gesamte Schulfamilie heuer sprichwörtlich "im Schweiße ihres Angesichts" an einem tropischen Julisommertag erlaufen.

"Was für eine gigantische Summe", sagte Christine Göbel vom Christlichen Entwicklungsdienst (CED) und musste das erst einmal verinnerlichen. Die Freude stand ihr ins Gesicht geschrieben.

"Wir sind im Juli jetzt zum sechsten Mal rund um das Arnoldgymnasium gelaufen und haben 7500 Runden von etwa 500 Metern rund um unsere Schule gedreht", sagte Schulleiterin Ursula Kick-Bernklau bei der Spendenübergabe. Schülereltern, Verwandte und zahlreiche Sponsoren sponserten jede Runde mit einem Euro. Die gesamte Schulgemeinschaft machte mit, auch die Pädagogen.

Eine tolle Idee war auch, erstmals die Neustadter Realschüler der Klassen 5 und 6 dafür zu begeistern. Die ließen sich dieses großartige Angebot nicht zweimal machen und rückten gleich mit 200 Schülern als Verstärkung an. Auch prominente Gäste und Ehemalige machten einfach mit. "Es war also ein ganz, ganz großes Team, das es sich hier  Ready, steady, help' zum Motto gemacht hat. Und das kommt daher, dass wir uns für Menschen engagieren möchten, denen es nicht so gut geht", erzählte die Schulleiterin ihren jüngsten Schülern, die zur Spendenübergabe in der Bibliothek dabei sein durften. "Ihr dürft alle in die Schule gehen und habt die Möglichkeit, eine völlig kostenlose Schulbildung bis zum Abitur zu bekommen. Das ist in anderen Ländern nicht selbstverständlich, und dafür spenden wir regelmäßig."

Seit über 22 Jahren habe das AG den CED als Partner, den 1992 die Tropenmedizinerin Susanne Pechel in München gründete. Pechel habe sehr viele Hilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa ins Leben gerufen. Christine Göbel sei Pechels CED-Vertreterin in Neustadt. Es sei einfach schön, sich über Jahre hinweg gemeinsam dafür stark zu machen.

Zudem erwähnte die Schulleiterin, Lehrerkollegen hätten die Partnerschule in Tansania besucht und gesehen, was mit den Spendengeldern gemacht werde. "Dieses Geld wird als Schulgeld für die Mädchen verwendet. 700 Euro kostet ein Schuljahr."

"Schule leben - Leben Schule, das ist hier ganz euer Motto. Ganzheitliches Lernen und Leben in offener und respektvoller Atmosphäre, damit sich Schüler zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten entwickeln können, fachlich und sozial", wandte sich Göbel an die Schüler und Pädagogen. An dieser Schule seien das nicht nur Leitlinien auf dem Papier, das sei hier gelebte Realität. "Es ist so ein schönes Gefühl, hierher zu kommen, eine Schule so zu erleben. Es ist ein Leuchtturm hier in der Gegend. Ihr seid einfach ganz großartig."

Die Schüler hier würden mehr für ihr Leben mitbekommen als nur für die Wirtschaft draußen geschult zu werden. Sie bekämen viel mehr mit: etwas, was viel wertvoller und wichtiger sei. "Hier spürt man, dass alle mit Freude und Begeisterung dabei sind. Die ganze Schule plus ihre Nachbarschaft haben sich bei diesem Spendenlauf engagiert. Das läuft hier alles wie am Schnürchen, die ganze Organisation und die Veranstaltung", zeigte sich Göbel begeistert.

Der L.A.U.F stehe nicht nur für Leben, Arbeit, Unterstützen, Fördern, vielmehr auch dafür, dass Mädchen aus Tansania sich aus ihrer Armut befreien könnten, sagte Göbel. Das Schulgeld ermögliche es Mädchen, in die Schule zu gehen, danach einen Beruf zu erlernen, zu studieren, um dann ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ein Schulbesuch sei für diese Mädchen die ganz große Chance. Sie würden oft sehr gute Schulabschlüsse besitzen und Stipendien erhalten. "Mit ihren Berufen können die jungen Frauen ihre Fähigkeiten einbringen. Damit verändern sie eine ganze Region, weil sie in ihrem Land bleiben und mit ihrer Hilfe wieder weiterhelfen, das ist wie ein Dominoeffekt", sagte Göbel.

"Das Beste, was man für diese Welt tun kann, ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Und ihr seid dabei zu helfen, ein ganzes Land zu verändern. Ein ganzes Land bekommt Sicherheit, eine stabile Gesellschaft. Somit muss niemand aus seinem Land fliehen. Was die Welt braucht, ist Unterstützung: Geld, aber auch Empathie. Asante sana, ihr verändert die Welt", dankte Göbel im Namen von CED.



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