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Coburg
Comedy-Gala

Große Spende kommt in Coburg auf lustige Art zusammen

Bei der vierten Auflage der Benefizveranstaltung des Round Table Coburg im ausverkauften Kongresshaus kam eine Summe von 15 263 Euro zusammen. Das Geld spendet der Serviceclub für einen wohltätigen Zweck.
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Marcelini, einer der Unterhalter beim Coburger Comedy-Gipfel Foto: Matthias Hoch
Marcelini, einer der Unterhalter beim Coburger Comedy-Gipfel Foto: Matthias Hoch
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Ein sexy Vollblutweib, drei witzig-schräge Männer, ein frecher Hund und - der Tod. Wenn diese Mischung nicht zieht, was dann? Sie zog, und zwar so viel Publikum, dass die Veranstalter der vierten Comedy-Gala, der Round Table Coburg, sogar noch zusätzlich Plätze im restlos ausverkauften Kongresshaus-Saal schaffen musste.
Es hat sich gelohnt. Am Ende der Benefizveranstaltung wird ein Rekordergebnis bekanntgegeben: 15 263 Euro fließen in die Kasse des Serviceclubs und werden für einen wohltätigen Zweck gespendet.

Als Gegenwert gibt es Comedy in wilder Folge, eröffnet von Marcelini und seinem Hund Oskar, der nicht lange rummacht und gleich mal nachfragt, ob auch Prominenz, also Oberbürgermeister und Landrat, gekommen sind. Als keine Reaktion aus dem Saal kommt, fragt er dann doch einmal nach: "Gibt's keine Freikarten heuer?"
Macht nichts! In der ersten Reihe sitzen genug Opfer und Kontaktpersonen.
Zum Beispiel Heike, Partnerin von Wohnbau-Geschäftsführer Christian Meyer. Sie wird im Verlauf der Veranstaltung immer wieder einbezogen. So sind sie nun mal, die Comedians.


Streiter für die fränkische Kultur

Einer von ihnen ist Mäc Härder, der furchtlose Streiter für die fränkische Kultur. Er gibt anschauliche Lektionen in fränkischer Sprache, klärt das Publikum darüber auf, dass Johnny Depp auf Deutsch Hein Blöd heißt und dass der Norden Bayerns so manche Besonderheit hat. Unter anderem den König von Franken. Das sei ein Job, den keiner machen wollte und der bei der Agentur für Arbeit monatelang ausgeschrieben war. Bis sich Mäc Härder seiner annahm. Nun demonstriert er im königlichen Gewand und mit Krone auf dem Kopf, was es in der Praxis heißt, dass die Franken die Konsonanten P, T und K nicht kennen. Daraus wird schwierigste Sprachakrobatik.

Aus einem ganz anderen Dialekt-Biotop kommt Thomas Nicolai. Der gebürtige Sachse lebt heute in Berlin und glänzt mit gekonnten Parodien. Etwa bei der Beschreibung einer fiktiven Promi-WG aus den 70er-Jahren in Hamburg, in der Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Klaus Kinski, Martin Semmelrogge, Marius Müller-Westernhagen, Thomas Gottschalk und andere lebten. Komisch auch seine Wiegenlied-Versuche fürs Kind in Holzmichel-, Rammstein- und Grönemeyer-Manier. Mit Berliner Schnauze erzählt er Deftiges aus der Hauptstadtszene.


Eine echte Wuchtbrumme

Mit Fräulein Wommy Wonder (eigentlich Michael Panzer) betritt eine 2,40 Meter - inklusive Plastikfrisur und High Heels - große und pfundige Person die Bühne. Dieses schräge schwäbelnde Vollweib unterhält mit witzigen Pointen ohne großen intellektuellen Anspruch, aber mit einem guten Schuss Selbstironie. Und singen kann sie auch - über Jaqueline, Chantal, Jessica, Justin und wie sie heute so heißen, die Kinder der Deutschen. Wie schön klingt da doch Heike!

"Das Beste kommt zum Schluss", findet der Tod, der keinen Namen und kein Gesicht hat. Sein Entree ist grandios schauerlich mit Gruselmusik und einem Todeshauch ins Mikrofon, seine Stimme hingegen putzig-kindlich. Es ist sympathisch, wie er das Publikum mit einem lustigen "Hallo" und Winkehändchen begrüßt. Der Tod ist auf Image-Tour, preist die Willkommenskultur in seinem Reich ("Wir nehmen sogar Sachsen") und lädt das Publikum schließlich zu einer Quiz-Show ein, bei der es darum geht, wer länger als vorgesehen auf der Erde bleiben kann. Zwischendrin führt er seine Sense-to-go vor und schmeißt mit Konfetti. Das ist charmant und witzig. Wer sollte sich vor diesem Tod fürchten? Keiner, er bekommt Applaus.


Einige Kostproben

"Der Vater sagt zum Sohn: Komm' her zu mich, ich hab' was für dir. Es gibt Gegenden in Franken, da lacht an der Stelle keine Sau."
Mäc Härder

"Meine Mutter ist so katholisch. Da steht sogar auf der Nähmaschine Pfaff."
Fräulein Wommy Wonder

"Coburg und Berlin haben etwas gemeinsam: ein Riesenproblem mit dem Flugplatz."
Hund Oskar

"Was sagt ein Dresdner, wenn er ins Kinderzimmer geht? Ich muss mal nach dem Rechten sehn."
Thomas Nicolai

"Du hast mir meine Lieblingssängerin Amy Winehouse genommen. Du hast mir meinen Lieblingskomiker Loriot genommen. Nur zur Info: Mein Lieblingsverein ist Bayern München."
Der Tod (über einen Tipp für ihn)



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