Bad Rodach
Faschingssitzung

Grandioser Auftakt der Session in Bad Rodach

Bad Rodachs Narren eröffneten den Reigen der Sitzungen in einer Faschingssession, die besonders lange dauern wird. Das Publikum war begeistert.
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Die Prinzengarde erhielt stürmischen Beifall für ihre gekonnte Darbietung.Martin Rebhan
Die Prinzengarde erhielt stürmischen Beifall für ihre gekonnte Darbietung.Martin Rebhan
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Kaum war das Rathaus am Samstag durch die Bad Rodacher Narren gestürmt (Bericht folgt), setzte die Faschingsgesellschaft noch ein weiteres Ausrufezeichen. Zum 22.Mal zelebrierte sie ihre Faschingssitzung.

Dass die Veranstaltung über die Jahre nichts an Glanz verloren hatte, zeigte sich auch daran, dass die Gerold-Strobel-Halle fast aus den Nähten platzte. Der Ort des Geschehens wurde wieder zum Tempel des vergnüglichen Unsinns, tiefgründiger politischer und gesellschaftlicher Analysen bis hin zum Hochleistungssport avancierten Tanzdarbietungen.

Kurz gesagt den Verantwortlichen ist es gelungen, ein über vierstündiges Programm auf die Beine zu stellen, das den Ansprüchen der Gäste ohne Zweifel gerecht wurde. Aber nicht nur die bestens aufgelegten Akteure auf der Bühne und ein strahlender Sitzungspräsident Herbert Müller sondern auch ein Publikum, das sich gern aus dem Alltag entführen ließ, waren die perfekten Zutaten für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Abend.

Die Sitzung war kaum eröffnet, da flogen schon die ersten Damenschlüpfer auf die Bühne als "Andreas Gabalier" alias Sebastian Schubarth mit elegantem Hüftschwung das Blut der Damen in Wallung brachte.

Dass sich die Faschingsgesellschaft nicht unbedingt Sorgen um ihren Nachwuchs machen muss, bewiesen die jüngeren Tänzerinnen auf der Bühne. Vor allem die "Tanzmäuse", die jüngste Gruppe des Abends, wurden schnell in die Herzen der Zuschauer geschlossen. Auch den anderen Formationen die den Abend bereicherten , wie die "Lollipops", "Let's dance" der Prinzengarde oder der Showtanzgruppe ist es gelungen, die Besucher mit ihren Tänzen zu begeistern .

Der Erfolg kommt aber nicht von ungefähr. Ein erfahrener Trainerstab, bestehend aus Nadine Geyer, Viktoria Räther, Laura Stampf, Denise Schubarth, Alicia Fertsch und Nadine Löffler sorgte dafür, dass ihre Schützlinge eine glänzende Visitenkarte abgeben konnten. Perfekt einstudierte Tänze, eine überzeugende Ausdrucksweise und viel Hingabe ließen den berühmten Funken schnell auf das begeisterte Publikum überspringen.

Eine besondere Aufgabe hat sich Tamara Müller gestellt. Sie nahm das Männerballett unter ihre Fittiche. Die Gäste spürten förmlich, wie die Elferratsmitglieder mit ihrer "Harley" über die Bühne rockten.

Dem Tanz folgte das Derbläcken

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Was wäre eine Faschingssitzung ohne Tanzmariechen. Klara Siegfried und Jule Müller zeigten, dass sie dieses Metier beherrschten. Natürlich war auch das Prinzenpaar Leni Schnabel und Adrian Schepua zugegen, die nach ihrer Antrittsrede zeigten, dass sie auch vor einem großen Publikum sicher tanzen können. Auch wenn die tänzerischen Elemente überwogen, wurde dem Abend durch Wortbeiträge eine besondere Note verliehen.

So zeigten Sebastian Schubarth und Arne Müller was sie als "Baywatch" im Rodacher Waldbad erlebten. Sie konnten unter anderem die Bad Rodacher SPD bei einem Überlebenstraining beobachten.

Das ein "Date" über eine Vermittlungsagentur total in die berühmte Hose gehen kann, zeigten eindrucksvoll und mit viel Humor gespickt Sebastian Siebinger und Laura Stampf auf. Mit Spannung wurden die "Tagesthemen" mit Arne Müller und Sven Stefan erwartet. Die beiden Protagonisten nahmen lokale und überregionale Politik mit dem Schalk im Nacken auf Korn. So berichteten sie davon, dass im Meederer Ortsteil Neida immer noch die sechs abtrünnigen Wähler gesucht werden, die bei der Landratswahl Michael Busch ihre Stimme gaben.

Durcheinander sind sie mit den CSU Kandidaten gekommen. "Ist es nun Martin Straubel, oder Sebastian Mittag, der Landrat werden will?", fragten sie sich und stellten fest, dass bei der CSU alle gleich aussehen.

In einer Wut Rede hat der "Bundespräsident" Herbert Müller seinen Mitbürgern die Leviten gelesen. Unter anderem stellte er fest, dass ein Bauarbeiter sich früher zu Tode gesoffen hat und ordentlich mit 65 vom Gerüst gefallen ist. "Darauf ist unser Rentensystem aufgebaut", rief er ins Publikum, dass die Ansätze mit einem "Ui-jui-jui-au-au-au" quittierte.

Als ausrangierte Politiker stellten Sebastian und Maximilian Schubarth fest: "Unser Wert lag nicht in unserer Tätigkeit, sondern in unserer Existenz".

Den Vogel schossen die Schmalzbuam (Markus Weschenfelder und Andreas Lutz) vom Faschingsverein Meeder ab, die sich fein geschliffene Freundlichkeiten um die Ohren hauten, als es um die Frage Raucher oder Nichtraucher ging. So wurde von einer Ökodiktatur und nikotinverseuchten Zombies gesprochen. Die gegenseitigen Anfeindungen gipfelten darin, dass der Nichtraucher seinem Gegenüber unterstellte, dass dieser unter Erektionsstörungen leide und nur noch über ein "Räucherstäbchen" verfüge. Die Ansagen die die beiden vom Stapel ließen rissen das Publikum förmlich vom Hocker.

Busch muss Merkel mimen

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Hohen Unterhaltungswert hatte das "Promispiel", bei dem sich Landrat Michael Busch, stellvertretender Landrat Christian Gunsenheimer Bürgermeister Tobias Ehrlicher und dritte Bürgermeisterin Nina Klett unter anderem im "Schnuller Weitspucken" beweisen mussten.

Mit einem "Loblied" auf ihre Männer, die oft durch Abwesenheit glänzen, erfreute der Karnevalsverein Gleichamberg. Dass Schwaben Gottes schönste Gabe sind, stellte Thorsten Bätz mit viel Humor fest.

Närrisch geehrt

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Bevor das Narrenschiff richtig ablegen konnte, war es für Norbert Greger und Gernot Schöpf vom Fastnachtsverband Franken eine Ehre langgediente Mitglieder auszuzeichnen. Gewürdigt wurden die Verdienste von Denise Schubarth, Nadine Geyer, Sebastian Westhäuser und Daniel Haas. Eine hohe Auszeichnung wurde Arne Müller zuteil. Ihm wurde der "Till von Franken" in Silber verliehen.

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