Coburg
Vorverkauf

Gospels für Queen Victoria

"200 Jahre Albert & Victoria" sind natürlich ein Thema für die Coburger "Nacht der Kontraste". Aber nur eines von vielen, denn es gibt auch Lichtinstallationen, die Aktion "Spielzeit" und vieles mehr.
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Die "Golden Voices of Gospel" wandeln mit ihrem Programm und ihrem Kostümen auf den Spuren der Fisk Jubilee Singers. Die Gruppe aus den USA begeisterte in den 1870er Jahren auch Queen Victoria. Sie beauftragte ihren Hofmaler Edmond Havel, die Gruppe zu malen, und schenkte das Bild der Fisk University. Foto: Black Artist Entertainment
Die "Golden Voices of Gospel" wandeln mit ihrem Programm und ihrem Kostümen auf den Spuren der Fisk Jubilee Singers. Die Gruppe aus den USA begeisterte in den 1870er Jahren auch Queen Victoria. Sie beauftragte ihren Hofmaler Edmond Havel, die Gruppe zu malen, und schenkte das Bild der Fisk University. Foto: Black Artist Entertainment

Die Stadt sollte der Region keine Konkurrenz machen. Das war einer der Auslöser dafür, dass es in Coburg seit 2005 am letzten Samstag der Sommerferien die"Nacht der Kontraste" gibt: in diesem Jahr zum 15. Mal. Entstanden sei die Idee, als die Coburger Landesstiftung angefragt wurde, ob sie sich an der regionalen Museumsnacht beteiligen wolle, berichtete Oberbürgermeister Norbert Tessmer.

Er war schon damals als Kulturreferent der Stadt Vorsitzender der Landesstiftung.

Doch "wenn wir uns an der regionalen Museumsnacht beteiligt hätten, wären viele Besucher gar nicht in die Museen der Region hinaus gekommen", ist Tessmer heute noch überzeugt. So beteiligt sich nur das Europäische Museum für modernes Glas in Rödental an der regionalen Museumsnacht im Mai. In Coburg entschied sich die Landesstiftung, im September eine eigene Museumsnacht mit ihren Einrichtungen zu gestalten: Kunstsammlungen auf der Veste, Naturkundemuseum, Ehrenburg, Landesbibliothek und Staatsarchiv.

Inzwischen hat sich die "Nacht der Kontraste" am letzten Samstag in den Sommerferien im Terminkalender etabliert und sie war von Anfang an ein Erfolg, wie Tessmer stolz zurückblickt. In den ersten Jahren zeichnete Martin Rohm für die Organisation verantwortlich; seit vorigem Jahr ist es die Agentur Streckenbach. Die habe 2018 "ihre Feuertaufe bestanden", lobte Tessmer.

Von Anfang an gehörte es zum Konzept, nicht nur die Museen oder historischen Gebäude abends zu öffnen, sondern auch ein musikalisches Rahmenprogramm zu bieten. 24 Einrichtungen machen heuer mit, in allen gibt es "Jazz, Pop, Klassik, Theater, Comedy", sagt Oliver Schneider von der Agentur Streckenbach.

Er legt ganz besonders die "Golden Voices of Gospel" ans Herz, die in der Veste auftreten werden (22, 23 und 24 Uhr). Der Chor - in Kleidung des 19. Jahrhunderts - erinnert mit seinem Programm an die "Fisk Jubilee Singers" aus den USA. Sie gingen 1873 auf Europa-Tour und sangen am 7. Mai 1873 sogar zufällig vor Queen Victoria, als sie im Haus des Herzogs von Argyll gastierten. Die Queen vermerkte in ihrem Tagebuch, es habe sich um "echte Neger" gehandelt, die einst Sklaven gewesen waren. Sie bestellte ein Gemälde der elfköpfigen Truppe, das bis heute in der Jubilee-Hall der Fisk University hängt.

Die Verbindung zu Queen Victoria kommt nicht von ungefähr, denn auch die Museumsnacht steht unter dem Motto "200 Jahre Albert & Victoria" - beide, die Queen und ihr Coburger Prinzgemahl, wurden 1819 geboren. Deshalb gibt es in der Veste auch eine Studioausstellung zum Thema, und im Gewölbe spielt die Theaterschule Cobi ihr Stück "Albert ist worth ten of me". Alle Angebote mit Bezug zu Albert & Victoria sind im Programmheft mit einem Krönchen gekennzeichnet.

Von Sankt Augustin bis zum Palmenhaus und dem Brose-Gebäude 25, von der Veste bis zum Hexenturm öffnen sich die Häuser. Dazwischen finden sich Lichtinstallationen (vor allem im Hofgarten) und die Klaviere der Aktion "Spielzeit". Dort können die Besucher Platz nehmen und spielen. Das Theaterfest findet heuer allerdings nicht gleichzeitig statt, sondern erst am Wochenende darauf. Das Theater öffnet trotzdem und zeigt bei Führungen Kulissen des berühmten Coburger Theatermalers Max Brückner.

Dass der Eintrittspreis unter 10 Euro bleibt, ist politisch gewollt und Sponsoren zu verdanken, betont Norbert Tessmer. Immerhin 30000 Euro kommen durch Sponsoren und Standgebühren zusammen, berichtet Oliver Schneider. Ansonsten finanziert sich die Museumsnacht durch die Eintrittsbändchen.

Eintrittsbändchen kosten 7 Euro im Vorverkauf und 9 Euro an der Abendkasse. Weitere organisatorische Hinweise finden Sie hier.

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