Rödental
Umzug

Goebel-Kantine in Rödental wird neue Heimat der "Zauberwelt"

Marcus Geuß ("Marcelini"), der Förderverein "Kleinkunst und Varieté im Raum Cobug" sowie Wolfgang Schulze starten ein einmaliges Kultur-Projekt: Sie machen aus der ehemaligen Goebel-Kantine ein Theater.
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Sie wollen der ehemaligen Goebel-Kantine in Rödental mit der "Zauberwelt" neues Leben einhauchen (von links): Wolfgang Schulze, Siegfried Pecher, Marcus Geuß und Marco Steiner. Foto: Berthold Köhler
Sie wollen der ehemaligen Goebel-Kantine in Rödental mit der "Zauberwelt" neues Leben einhauchen (von links): Wolfgang Schulze, Siegfried Pecher, Marcus Geuß und Marco Steiner. Foto: Berthold Köhler
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Dieser Raum hat es allen Beteiligten angetan. Groß, offen, mit einem edlen Steinfußboden und einer Deckenkonstruktion, die es von der Akustik her mit manchem Konzertsaal aufnehmen kann. Dieser Raum, es ist die ehemalige Kantine der Firma Goebel, wird die neue Heimat der "Zauberwelt" - dem Kleinkunsttheater von und mit Marcus Geuß, das zuletzt 15 Jahre in Grub am Forst beheimatet war. Wie die neue "Zauberwelt" aussehen soll, ist am Montag der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Marcus Geuß, den alle im Coburger Land als "Marcelini" mit seinem Hund Oskar kennen, schnaufte bei der Pressekonferenz erst einmal tief durch. "Wir haben ein neues Zuhauses gefunden", sagte der "Zauberwelt"-Chef dann.
Bis das einzige Kleinkunst-Theater des Coburger Landes allerdings wieder an den Start geht, muss noch einiges passieren - denn noch ist die ehemalige Goebel-Kantine nur ein weißer, leerer Raum.

Da trifft es sich gut, dass Siegfried Pecher - der Vorsitzende des Fördervereines "Kleinkunst und Varieté im Coburger Raum" - Architekt ist. Gemeinsam mit Wolfgang Schulze, dem Eigentümer des ehemaligen Goebel-Komplexes, hat Pecher einen Entwurf zur künftigen Raumaufteilung gemacht. "Im ersten Bauabschnitt verwirklichen wir das Theater mit 160 Plätzen und Nebenräumen", erklärte Pecher. Besonders beim Begriff der "Nebenräume" freute sich Marcus Geuß, denn so etwas kannten er und seine Gast-Künstler in der alten "Zauberwelt" fast gar nicht. Dabei weiß "Marcelini" aus eigener Erfahrung nur zu gut: "Die Räume hinter der Bühne sind fast so wichtig wie die Bühne selbst."

Ein Krönchen für den Turm

Das große Plus der ehemaligen Goebel-Halle ist neben der guten Infrastruktur natürlich die verkehrstechnische Anbindung. Dazu gehört auch der große Parkplatz direkt vor dem Goebel-Gelände. Damit die Menschen schon von der Autobahn aus den roten Backstein-Turm als neue Heimat der "Zauberwelt" erkennen, hat sich Hauseigentümer Wolfgang Schulze schon seine Gedanken gemacht: "Wir werden dem Haus ein Krönchen aufsetzen." Ein leuchtendes natürlich, was Marcus Geuß natürlich hellauf begeistert: "Ein deutlicher Fingerzeig dafür, dass hier etwas los ist."

Natürlich weiß Wolfgang Schulze, dass Marcus Geuß im wahren Leben die Investitionen in die neue "Zauberwelt" im wahrsten Sinne des Wortes nicht aus dem Hut zaubern kann. Deshalb haben die beiden Vertragspartner - Schulze und Geuß - lange verhandelt, ehe das Nutzungskonzept stand. Dieses sieht neben einer deutlichen Ausweitung der "Zauberwelt"-Produktionen auch weitere kulturelle Angebote und die Vermietung der neuen Räumlichkeiten vor. Das wiederum freut natürlich den neuen Bürgermeister, Marco Steiner (Freie Wähler). Der war zuletzt in die Gespräche um den "Zauberwelt"-Umzug direkt mit eingebunden und freut sich über das neue "tolle kulturelle Angebot". Gerade, was die Anmietung der Halle und des Foyers betreffe, könne die Stadt sicher auch ein bisschen mit helfen, versprach der Bürgermeister. Aber erst einmal bekam Marco Steiner einen dicken Packen Unterlagen in die Hand gedrückt. Es war der Bauantrag für die Umgestaltung samt neuer Nutzung, eingereicht durch Wolfgang Schulze.

Sieben Monate Saison

Der Zeitplan steht auf jeden Fall schon. Mit der traditionellen Revue "Zimt und Zauber" will Marcus Geuß im November starten. Danach geht die Spielzeit der "Zauberwelt" ohne Pause bis in den Juni hinein. Dass dabei auch die "alten Bekannten" wie "Femme Fatale" oder die Geschwister Hofmann nach Rödental kommen werden, versteht sich von selbst.

Für den Förderverein wird die neue "Zauberwelt" ein Stück weit auch zum Kraftakt. "Wir werden uns mit 60 000 bis 70 000 Euro am ersten Bauabschnitt beteiligen", verriet Siegfried Pecher. Eine nochmalige Erweiterung des Theaters auf bis zu 190 Plätze hat der Fördervereins-Vorsitzende dabei auch schon im Hinterkopf. Dafür braucht der Verein aber dann noch mehr Unterstützung. "Wir hoffen, dass das neue Theater uns auch mehr Mitglieder bringt", sagte Pecher. Derzeit gehören rund 100 Personen und Firmen dem Förderverein an.


Die "Zauberwelt" und was sich alles verändert


Zauberladen: Für die alte "Zauberwelt" in Grub, sagt Marcus Geuß, war der Zauberladen "schmückendes Beiwerk". Die neue "Zauberwelt" in Rödental bringt er weitere Herausforderungen mit sich - deshalb schließt "Marcelini" den Laden.

Programm: Marcus Geuß geht davon aus, dass in der neuen "Zauberwelt" mindestens bis zu 40 Vorstellungen pro Jahr zu sehen sind. Neu soll unter anderem das "Oster-Varieté" mit vier Vorstellungen von Gründonnnerstag bis Ostermontag werden. Dazu will der Förderverein jungen Theatergruppen und Amateurtheatern mehr Auftrittsmöglichkeiten geben.

Vermietung: Bühne, Saal und Foyer sollen für Feiern aller Art buchbar sein. Fördervereinsvorsitzender Siegfried Pecher geht davon aus, dass die "Zauberwelt" je nach Resonanz in vier bis fünf Bauabschnitten erweitert werden kann.

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