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Coburg
Jugend-Musikfestival

Glanzleistung junger Talente in Coburg

Das 11. Internationale Jugend-Musikfestival im Rodachtal diente in diesem Jahr der deutsch-ukrainischen Begegnung. Bei der Kammermusik-Gala im Foyer der HUK musizierten junge Künstler im Alter von neun bis siebzehn Jahren aus Franken und der Ukraine auf beachtlich hohem Niveau.
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Eva Oster (oben), Giovanni Antonio Gromek und You Wei Lju boten im Foyer der HUK Erstaunliches. Foto: Albert Höchstädter
Eva Oster (oben), Giovanni Antonio Gromek und You Wei Lju boten im Foyer der HUK Erstaunliches. Foto: Albert Höchstädter
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Schon seit mehreren Jahren kann man die Entwicklung des Blockflötisten Giovanni Antonio Gromek aus Selb verfolgen, der diesmal auf der Altblockflöte die viersätzige Sonate d-Moll von Georg Friedrich Händel mit ausgeglichener Tongebung durch gute Atemführung, sichere Grifftechnik und mit eleganten Verzierungen überlegen meisterte, wobei er von Julia Rögner am Flügel aufmerksam und zurückhaltend begleitet wurde.

Im Folgenden verblüffte die erst neunjährige You Wei Liu mit beherztem Anschlag und großer Fingerfertigkeit in den nicht einfachen zwölf Variationen über ein französisches Kinderlied KV 265 von Wolfgang Amadeus Mozart.
Mit hübscher, mädchenhafter Stimme interpretierte die fünfzehnjährige Sopranistin Eva Oster die Schubert-Lieder "Ständchen" sowie "Lachen und Weinen" und "Suleika" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Für den jetzigen Stand ihrer Ausbildung wäre es besser gewesen, bewegte, heitere Lieder wie das mittlere anstelle von melodisch expressiven auszuwählen. Immerhin konnte man gute sängerische Anlagen und Entwicklungspotenzial erkennen. Am Flügel begleitete sicher und dynamisch mitgestaltend Johanna Schrimpl.

Blutvoll und schwelgerisch

Zum Schluss des ersten Teils erklang der 1. Satz (Allegro con fuoco) aus dem Klaviertrio g-Moll op. 8 von Frederic Chopin. Dieses höchst anspruchsvolle Werk bewältigten drei Schülerinnen des Musikgymnasiums Kiew (Ukraine) mit Bravour. Angeführt von der virtuosen und treffsicheren Pianistin Sabina Waliewa gab es mit den tonschönen Streicherinnen Maria Schutko (Violine) und Darja Dsjadewitsch eine blutvolle, schwelgerische Wiedergabe.

Nach der Pause gelang der begabten vierzehnjährigen Geigerin Anastasja Dsjadewitsch mit sauberer Intonation und sicherer Finger- wie Bogentechnik bei temperamentvoller Gestaltung eine vorzügliche Interpretation der dreisätzigen Violinsonate von Edward Grieg, an deren reifer, virtuoser Gestaltung die famose, überlegene Pianistin Darja Kriwuschina gleichermaßen Anteil hatte.

Zum Abschluss des kurzweiligen Abends, der einen besseren Besuch verdient hätte, stand die feurige, brillante, mit jugendlichem Schwung gestaltete Darbietung des Finalsatzes Rondo alla Zingarese aus dem Klavierquartett g-Moll op. 8 von Johannes Brahms. Hier hörte man abermals die drei vorzüglichen Interpretinnen des Chopin-Tri os, verstärkt durch die tonschöne Bratschistin Anna Nakonetschnaja.

Es gab stets anhaltenden Beifall und am Schluss ein Blumengeschenk für alle Beteiligten.

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