Seßlach
Stadtratssitzung

Gesucht: Ideen fürs Heilgersdorfer Schloss

Im Herbst sollen Zahlen vorliegen, was eine Sanierung des Heilgersdorfer Schlosses kosten würde
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Wie teuer die Sanierung des Heilgersdorfer Schlosses wird, hängt auch davon ab, wie das Schloss künftig genutzt wird.  Foto: Simone Bastian
Wie teuer die Sanierung des Heilgersdorfer Schlosses wird, hängt auch davon ab, wie das Schloss künftig genutzt wird. Foto: Simone Bastian
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Was wird aus dem Heilgersdorfer Schloss? Das ist nach wie vor offen. Derzeit ermitteln Fachleute die Schäden und den Sanierungsbedarf. Architekt Veit Huber (Bamberg) informierte am Dienstag in der Stadtratssitzung in Seßlach über den Sachstand.

Zahlen konnte Huber indes noch nicht nennen: Derzeit wird ein analytisches Bauaufmaß vom Dachstuhl gemacht, um zu wissen, was dort repariert und ergänzt werden muss. Der Mansarddachstuhl sei seinerzeit "die allerneueste Konstruktion" gewesen, berichtete Huber. Die Fußbodenbalken (oder Deckenbalken der Räume darunter) liegen "Mann an Mann. Da wurde ein ganzer Wald verbaut". Überhaupt weise das Schloss zumindest außen noch eine hohe Bauqualität auf. Innen indes wurde es einige Male umgestaltet und nun schon seit Jahren nicht saniert. Ein Restaurator soll unter anderem herausfinden, ob und wo es früher ein größeres Treppenhaus gab als das jetzt vorhandene.

Wie teuer die Sanierung am Ende wird, hängt auch davon ab, wie das Schloss künftig genutzt wird. "Da bitte ich um Rückmeldung", wandte sich Veit Huber an den Stadtrat. Möglich sei, wie bisher Räume für Vereine und Wohnungen vorzuhalten. Die Stadt könne das Schloss aber auch veräußern oder selbst nutzen, sei es für Verwaltungszwecke oder ein Museum. Oder sie finde Partner, um darin ein Tagungshaus oder eine Akademie einzurichten. Die Stadt müsse eine Sanierung auch nicht allein finanzieren, betonte Huber: Zuschüsse seien möglich über die Städtebauförderung, den Freistaat, den Bezirk, die Oberfrankenstiftung ...

Carsten Höllein (SPD) wandte ein, dass die Bezuschussung wohl auch von der beabsichtigten Nutzung abhänge. Das werde er bei den Kostenschätzungen berücksichtigen, versprach Huber. Im September oder Oktober will er die Untersuchungsergebnisse, die möglichen Sanierungsvarianten und die Kosten im Stadtrat vorstellen.

Zuschuss für Kirchensanierungen

Bislang hat sich die Stadt Seßlach auch an der Sanierung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden beteiligt. Was gefördert wurde und wie viel Geld es jeweils gab, wurde im Einzelfall vom Stadtrat beschlossen. Der Rechnungsprüfungsausschuss hatte angeregt, hier eine allgemein verbindliche Regelung zu schaffen, und einen Entwurf erarbeitet. Demnach gibt die Stadt einen Zuschuss, der sich nach der Höhe der noch ungedeckten Kosten richtet. Das heißt, die Kirchengemeinden müssen alle anderen Finanzierungsquellen wie Landeskirchen oder Freistaat angezapft haben. Der Vorschlag lautete, von diesen ungedeckten Kosten zehn Prozent oder maximal 30 000 Euro zu übernehmen.

Während die CSU-Fraktion dabei bleiben wollte, regte Wolfgang Brasch (SPD) an, den Höchstbetrag auf 50 000 Euro anzuheben. Maximilian Neeb (Freie Wähler/Bürgerblock) schlug hingegen vor, die Zuschussquote auf 15 Prozent zu erhöhen, es aber bei dem Maximalbetrag von 30 000 Euro zu belassen. Dieser Vorschlag setzte sich am Ende auch knapp mit acht zu sieben Stimmen durch, wobei auch CSU-Mitglieder dafür stimmten sowie die dreiköpfige SPD-Fraktion. Den höheren Maximalbetrag von 50 000 Euro wollten aber nur die drei SPD-Stadträte.


Grundstückskäufer fehlt

Laufende Sanierungen wie die der Gemündaer Kirche fallen nicht unter die neue Regelung. Im laufenden Haushalt könnte die Stadt ohnehin keine neuen Zuschüsse mehr gewähren. Das machte Kämmerer Fabian Leppert in seinem Zwischenbericht zum Haushalt deutlich. Demzufolge entwickeln sich die Zahlen weitgehend nach Plan. Allerdings war im Vermögenshaushalt der Verkauf eines Grundstücks im Baugebiet Lindachsteig vorgesehen. Doch der Interessent dafür ist abgesprungen, und so fehlen auf der Einnahmenseite 76 000 Euro. Notfalls müsse ein Kredit aufgenommen werden, sagte Leppert. Denn die laufende Rathaussanierung bleibt trotz aller Bemühungen nicht im Kostenrahmen - das Fachwerk wird teurer. So etwas sei bei alten Häusern nicht unnormal, stellte Bürgermeister Martin Mittag (CSU) fest. Im übrigen versuche die Verwaltung, die Sanierungskosten im Griff zu halten; einiges Wünschenswerte sei deshalb schon gestrichen worden.


Bedarf wie der Iststand

Die evangelische Kirchengemeinde Heilgersdorf will ihren Kindergarten um- und ausbauen. Das beschäftigte den Stadtrat nun schon zum dritten Mal in Folge. Im Mai billigte er die Pläne, im Juni beschloss er die (gesetzlich vorgeschriebene) Beteiligung an den Baukosten, nun erkannte er auch den Bedarf für insgesamt 74 Kindergartenplätze an. Die verteilen sich auf zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 50 Kindern und eine Krippengruppe mit zwölf Kindern unter drei Jahren. Denn ein Krippenkind zählt so viel wie zwei Kindergartenkinder. Derzeit besuchen die Einrichtung 30 Kinder über drei Jahren und 13 im Krippenalter.

Bei diesen Zahlen wird es auch in den nächsten beiden Jahren bleiben, wobei erwartet wird, dass es mehr werden. Schließlich will die Stadt in Heilgersdorf auch ein neues Baugebiet ausweisen.


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