Coburg
Casimirianum

Geschönte Noten in Coburg: "Ich war enttäuscht und entsetzt"

Seit Dienstagmorgen läuft das Berufungsverfahren im Fall des Direktors des Coburger Gymnasiums Casimirianum, Burkhard Spachmann. Das Amtsgericht hatte ihn im Juni zu einer Geldstrafe von 5400 Euro (60 Tagessätze à 90 Euro) wegen Falschbeurkundung verurteilt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Burkhard Spachmann mit seinen Anwälten Thomas Bittorf und Ekkehard Staritz (von links) . Foto: Barbara Herbst
Burkhard Spachmann mit seinen Anwälten Thomas Bittorf und Ekkehard Staritz (von links) . Foto: Barbara Herbst
Der Direktor hatte die Deutschnoten im Abitur 2013 generell um einen Punkt angehoben und sich über die Zweitkorrektoren hinweggesetzt, ohne das Lehrerkollegium davon zu unterrichten. Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses hatte er außerdem per Unterschrift bestätigt, dass das Prüfungsergebnis ordnungsgemäß zustande gekommen war. Daraufhin erfolgte eine anonyme Anzeige bei Gericht, die ein Ermittlungsverfahren nach sich zog. Das Gericht hatte Burkhard Spachmann schuldig gesprochen.

Dagegen war er in Berufung gegangen. Er verstehe nicht, warum er sich überhaupt strafbar gemacht haben soll, sagt der Direktor des Casimirianums in seiner Stellungnahme. Seiner Meinung nach habe er sich an die allgemeine Schulordnung gehalten. Er nannte die Beurteilung der Deutsch-Abiturarbeiten einen Korrektur-Scherbenhaufen. Vier Schüler hätten null Punkte erhalten, 19 wurden mit "ungenügend" bewertet. Für ihn sei das pädagogisch nicht vertreten gewesen. Im Laufe des Dienstagvormittags wurden die betroffenen Deutschlehrer noch einmal gehört. Sie alle verteidigten ihre Notengebung und wiesen darauf hin, dass der Notendurchschnitt kaum von dem der Klausurarbeiten aus den beiden Jahren davor abwich. Teilweise fühlten sich die Lehrkräfte von Burkhard Spachmann unter Druck gesetzt.

Die Vorsitzende Richterin am Landgericht, Ulrike Barausch, bohrte mit hartnäckigen Fragen oft nach und konnte der Argumentation von Spachmann und seinen beiden Verteidigern, Ekkehard Staritz und Thomas Bittorf, nur schwer folgen. Die Verhandlung dauert an.
Verwandte Artikel

Kommentare (3)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren