Coburg
Casimirianum

Geschönte Abi-Noten: Fall noch nicht zu Ende

Im Fall der geschönten Abiturnoten an dem Coburger Gymnasium haben sowohl der verurteilte Schulleiter als auch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen den Richterspruch eingelegt.
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Der Schulleiter des Casimirianums, Burkhard Spachmann (Mitte), hier mit seinen Verteidigern Eckart Staritz und Thomas Bittorf hat Rechtsmittel gegen das Urteil des Amtsgerichts eingelet.  Foto: CT-Archiv
Der Schulleiter des Casimirianums, Burkhard Spachmann (Mitte), hier mit seinen Verteidigern Eckart Staritz und Thomas Bittorf hat Rechtsmittel gegen das Urteil des Amtsgerichts eingelet. Foto: CT-Archiv
Mit dem Urteil, das vor gut einer Woche gegen den Schulleiter des Coburger Gymnasiums Casimirianum, Burkhard Spachmann, gesprochen worden ist, kann der "Fall" rund um die geschönten Abitur-Noten doch noch nicht zu den Akten gelegt werden. Ganz im Gegenteil: Es ist sogar möglich, dass das gesamte Verfahren noch einmal neu aufgerollt wird. Wie Leitender Oberstaatsanwalt Anton Lohneis am Dienstag dem Tageblatt auf Nachfrage bestätigte, haben sowohl der Schulleiter als auch die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

Beide Seiten unzufrieden

Das heißt im Klartext: Beide Seiten sind mit dem Urteilsspruch unzufrieden und hoffen nun - entweder im Zuge einer Revision oder einer Berufung - auf eine Korrektur jeweils zu ihren Gunsten.

Das Coburger Amtsgericht hatte Spachmann am 23. Juni zu einer Geldstrafe von 5400 Euro verurteilt (60 Tagessätze à 90 Euro). Richter Wolfram Bauer hatte den Direktor des renommierten Gymnasiums der Falschbeurkundung im Amt schuldig gesprochen. Burkhard Spachmann hatte 2013 in 86 Fällen die Abiturnoten im Fach Deutsch eigenmächtig um jeweils einen Punkt angehoben.

Verteidiger fordern Freispruch

Gegen einen Strafbefehl, der 90 Tagessätze als Strafmaß vorsah, hatte Spachmann Einspruch eingelegt. Deshalb kam es zur Gerichtsverhandlung, an deren Ende die Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein 100 Tagessätze forderte - die beiden Verteidiger von Burkhard Spachmann plädierten auf Freispruch.

Um entscheiden zu können, ob nun Revision oder Berufung eingelegt werden soll, müsse man zunächst die schriftliche Begründung des Urteils abwarten und dann sehen, was konkret darin steht, erklärte Anton Lohneis.
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