Rödental
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Gerhard Preß kämpft für Frauenarzt in Rödental

Während die Parteispitze bestätigt, dass Günter Benning 2014 Bürgermeisterkandidat werden soll, beschäftigt sich der Amtsinhaber noch mit einer anderen Personalie: Er will, dass es in Rödental zumindest wieder zwei Gynäkologen gibt.
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Nur noch einen Frauenarzt gibt es in Rödental - das hat für die Patientinnen zum Teil sehr lange Wartezeiten zur Folge (Symbolfoto). Foto: dpa
Nur noch einen Frauenarzt gibt es in Rödental - das hat für die Patientinnen zum Teil sehr lange Wartezeiten zur Folge (Symbolfoto). Foto: dpa
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Nur noch gut ein Jahr lang wird Gerhard Preß (CSU) Bürgermeister von Rödental sein. Doch von Amtsmüdigkeit ist bei ihm nichts zu spüren - ganz im Gegenteil: Beim Neujahrsempfang seiner Partei am Freitagabend im Sportheim des TSV Mönchröden riss Preß gleich mehrere Themen an, die er in den nächsten zwölf Monaten noch beackern möchte.

Allen voran will er ein Problem bei der medizinischen Versorgung lösen. Zwar drohe in Rödental - anders als etwa ganz in Ahorn - derzeit noch kein Mangel an Hausärzten. Doch schwierig sei längst die Situation bei diversen Fachärzten, allen voran den Frauenärzten. "Wir hatten einmal drei Gynäkologen in der Stadt", erinnerte Preß. Doch mittlerweile gebe es nur noch einen. "Der hat rund 1500 Patientinnen", machte Preß das Problem deutlich.
Für eine Vorsorgeuntersuchung müssten Frauen Wartezeiten von bis zu einem Jahr in Kauf nehmen.
"Wir wollen zumindest wieder einen zweiten Gynäkologen", erklärte Preß und bat in diesem Zusammenhang um die Hilfe von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der beim Neujahrsempfang als Ehrengast begrüßt wurde.

Dieser signalisierte dann auch prompt seine Unterstützung: "Wir sind bereits dabei, Lösungen zu finden", betonte Dobrindt. Denkbar sei es etwa, vom Staat aus finanzielle Anreize für Mediziner zu bieten, wenn diese sich entscheiden, sich "auf dem Land" niederzulassen.
Aber auch an den Universitäten seien Reformen erforderlich. Konkret kritisierte Alexander Dobrindt den Numerus Clausus im Studiengang Medizin: "Wir können nicht klagen, zu wenige Ärzte zu haben - und gleichzeitig viel zu wenige neue Ärzte ausbilden!"

Millionen für bessere Straßen

Ebenfalls auf staatliche Mithilfe angewiesen ist die Stadt Rödental bei der geplanten Sanierung mehrerer Straßen, die vor allem durch die Autobahn- und ICE-Bauarbeiten stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Die Gesamtkosten schätzt Gerhard Preß auf etwa fünf Millionen Euro. Die oberste Baubehörde habe auch schon die "Höchstförderung" zugesagt. Doch was, wenn plötzlich gar kein Geld da ist, um es als Zuschuss auszubezahlen?

Die jüngst bekannt gewordenen Kürzungen im Verkehrshaushalt des Bundes wurden von Alexander Dobrindt scharf verurteilt. "Wir brauchen sogar noch mehr Investitionen in unsere Infrastruktur!"
Scharfe Worte fand Preß wiederum für die geplante 380 kV-Leitung. "Menschenschutz geht vor Naturschutz", sagte er und plädierte für eine Trasse im Osten des Landkreises Coburg und sprach sich ganz klar gegen eine durch Rödental führende "West-Trasse" aus.

Doch es ist ja nicht so, dass es Gerhard Preß auf der Zielgeraden seiner bald 30-jährigen Amtszeit nur noch mit schweren Herausforderungen zu tun bekommt. "Wir dürfen in diesem Jahr gleich zwei große Ereignisse feiern!" So verwies auf die Jubiläen "25 Jahre Wiederherstellung der Domäne Oeslau" sowie "25 Jahre Stadterhebung". Letzteres solle auch exakt unter diesem Namen gefeiert werden, wie Preß erklärte. "Wir hätten es auch Altstadtfest nennen können - aber wir sind nun einmal eine junge und lebendige Stadt!"

Den manchmal zu hörenden Vorwurf, Rödental sei eine "Seniorenstadt", wies Preß zurück: "Wir sind zwar auch für Senioren attraktiv - aber wir machen auch sehr viel für die Jugend!" Doch leider würden diese häufig gar nicht wissen, welch vielfältigen Angebote speziell die 118 Rödentaler Vereine machen würden - "und das zum Preis eines Jahresbeitrags von vielleicht 50 Euro." Doch stattdessen würden viele lieber in ein Fitnessstudio gehen und dort das Zehnfache bezahlen. "Ich bedaure das", sagte Preß.

Und gerade weil Gerhard Preß die Arbeit der Vereine so schätzt, musste er unmittelbar nach seiner Rede die CSU-Veranstaltung auch schon wieder verlassen - weil zeitgleich die Sportlerehrung anstand. So bekam er es auch nicht mehr mit, wie die Rödentaler CSU-Ortsvereinsvorsitzende Ingrid Ott am Rande des Empfangs inoffiziell bestätigte, dass der 51 Jahre alte Bauamtsleiter Günter Benning 2014 als CSU-Bürgermeisterkandidat antreten soll (Tageblatt vom 26. Januar). Aber vielleicht wollte Preß das auch gar nicht hören. Der Abschied vom Amt, das er so lieb gewonnen hat, kommt schließlich erst in gut einem Jahr.

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