Haarbrücken
Dorffest

"Genießen Sie die Gemeinschaft"

Alteingesessene und Zugezogene, Jugendliche und Senioren, Fußballer und Feuerwehrler, organisieren das Fest in Haarbrücken gemeinsam. Und feiern zusammen.
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Pfarrerin Romina Englert wird ihrer Kirchengemeinde von Haarbrücken-Ketschenbach-Thann fehlen.
Pfarrerin Romina Englert wird ihrer Kirchengemeinde von Haarbrücken-Ketschenbach-Thann fehlen.
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Am Sonntag hatten beide Ortsvereine von Haarbrücken, der 1. FC und die Feuerwehr, zum Dorffest auf das Sportgelände eingeladen. Die Bürger belohnten das gemeinschaftliche Engagement mit bestem Besuch. Festschmankerln verwöhnten den Gaumen, die Haarbrücker Cheerleaders das Auge und das runde Leder auf dem Rasen alle Fußballerherzen.

Die Festlichkeiten starteten mit Gottes Segen beim Zeltgottesdienst, und den zelebrierte Pfarrerin Romina Englert in familiärer Atmosphäre. Gute Werke seien wichtig, aus dem Glauben an Jesus Christus heraus, aus der Gnade Gottes. "Das erschließt immer den Blick für den anderen, es ist ein Gnadengeschenk unseres Herrn", bemerkte Englert. "Genießen sie das Dorffest in all seinen Zügen und genießen sie die Gemeinschaft", wünschte die Seelsorgerin.


Der Erste und der Letzte

Sehr zeitig auf dem Platz waren bereits Lothar Lauzening und Herbert Lampe. "Ich bin immer der erste und der letzte", lachte Lothar Lauzening, der sich beim Aufbau der vielen Bierzeltgarnituren nützlich gemacht hatte. "Ich kenne das Sportheim, ich habe das mit aufgebaut", blickte der langjährige FC-Haarbrücker wohlwollend rüber. "Und das Schönste ist, wenn man dann aufhören kann". Immerhin stehe er dem FC weiter als Berater zur Seite, schließlich habe er viele Jahre im Vorstand mitgewirkt. In der heutigen Zeit seien es allerdings fast immer die gleichen, die mit anpacken, meinte er. "Ich komme jedes Mal zum Dorffest, seit Jahren. Es interessiert mich einfach, und ich habe viel Zeit. Ich habe heute extra kein Frühstück gemacht, weil es hier immer etwas Gutes gibt. Und ich treffe hier viele, habe Gesellschaft und kann mich unterhalten, auch wenn meistens immer die gleich kommen", erzählte Herbert Lampe.

Nach dem Tod der Ehefrau gefällt dem munteren Senior (90) das heitere Dorffestleben, es schenke ihm Fröhlichkeit. Siebzig Jahre hält Lampe dem FC Haarbrücken bereits die Treue. "Ich habe früher sehr gerne Sport gemacht und war ein guter Sportler. Ich glaube, das hat mich auch so fit gehalten. Heute genieße ich den geselligen Spaß".


"Ich kenne es nicht anders"

Tim Friedrich ist seit der G-Jugend beim FC großgeworden. "Jetzt mache ich das erste Jahr beim Vergnügungsausschuss mit und gehöre heute zum Helferteam. Ich bin organisationstechnisch eingeteilt. Das Dorffest war schon immer Tradition. Ich kenne es nicht anders". Diese Zusammenarbeit gefalle ihm sehr. Zudem besuche man sich auch gegenseitig auf den Vereinsfesten, was wiederum sehr schön sei.

Und Pfarrerin Englert wird der Abschied von hier nicht gerade leichtfallen, wenn sie nächsten Monat ihre Kirchengemeinde verlässt. "Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt. Das hier ist eine ganz besondere Gemeinde, die einfach vom Miteinander der Menschen lebt. Die Menschen machen die Gemeinde aus. Da kann sich jeder neue Pfarrer nur freuen, so eine Gemeinde zu bekommen, wo man einfach auch füreinander da ist".

Lothar Leuzening: "Für den Verein bedeutet eine Festausrichtung natürlich Arbeit. Und diese machen wie überall, immer die gleichen, obgleich wir an die 430 Mitglieder haben. Die anderen kommen zum Vergnügen. Aber ich hoffe doch sehr, dass sich dieser Aufwand lohnt, denn Spaß macht es trotzdem". Herbert Lampe: "In der heutigen Zeit lohnt sich der ganze Aufwand nicht wirklich. So ein Fest ist ja für die Leute, die das organisieren und mit aufbauen, auch mit viel Zeit verbunden. Und diese Zeit haben viele nicht mehr, weil sie viel um die Ohren haben".

Tim Friedrich: "Dass das ganze Dorf beim Dorffest zusammenkommt, das ist ja der Hauptgedanke dabei. Ist für den Verein auch eine Haupteinnahmequelle. Das Geld wird ja wieder in die Vereine investiert, wenn Feste sind oder wir auf Turniere gehen. Man muss zwar den Leuten, die mithelfen könnten, hinterherlaufen und sie einfach fragen, ob sie mittun wollen. Wir kennen uns doch, und das funktioniert dann auch, wenn`s meistens dann doch immer die gleichen sind, aber das funktioniert".

Rosemarie Nimz und Mutter Sabine: "Echte Haarbrücker sind wir zwar nicht, aber wir wohnen hier schon bald 25 Jahre und das auch sehr gerne. Das Dorffest gefällt uns, es ist mal etwas anderes. Schön ist, dass bei so einem Fest einmal alle Vereine und Bürger aus dem Dorf zusammenkommen, das ist eine sehr schöne Atmosphäre".


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