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Verkehr

Gemündaer Rodach-Brücke ist 2019 dran

Der Landkreis Coburg treibt seine Pläne für Brückensanierungen voran. Eine halbe Million Euro wird der Neubau auf der CO 19 Richtung Thüringen kosten.
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Am Ende: Wer von Gemünda Richtung Thüringen fährt, überquert auf einer fast 60 Jahre alten Brücke die Rodach. Damit ist  im kommenden Jahr wohl  Schluss. Das alte Bauwerk wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das plant zumindest das Landratsamt.
Am Ende: Wer von Gemünda Richtung Thüringen fährt, überquert auf einer fast 60 Jahre alten Brücke die Rodach. Damit ist im kommenden Jahr wohl Schluss. Das alte Bauwerk wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das plant zumindest das Landratsamt.
Sie ist unscheinbar, für die Verbindung des westlichen Landkreises mit dem Südthüringer Raum aber wichtig: die Brücke der Kreisstraße CO 19 über die Rodach bei Gemünda. Weil das 1959 errichtete Bauwerk inzwischen am Ende seiner Nutzungsdauer angekommen ist, wird es der Landkreis im kommenden Jahr abreißen und eine neue Brücke bauen. Das hat der Kreisbauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag im Landratsamt beschlossen.
Klar: Mit einer Verkehrsbelastung von irgendwo zwischen 300 und 400 Fahrzeugen pro Tag ist die CO 19 im Bereich von Gemünda eine eher gering frequentierte Straße. Aber Melanie Dressel, die in der Tiefbauabteilung am Landratsamt für Brückenbauprojekte zuständig ist, verwies in ihrer Stellungnahme auf die Bedeutung der Brücke für die Landwirtschaft: "Schwere Fahrzeuge müssen wegen ihrem Zustand große Umwege auf sich nehmen." Nur noch mit einer Resttragfähigkeit von zwölf Tonnen ist das Bauwerk inzwischen eingestuft, was Dressel als "sehr, sehr wenig" bezeichnete.
Im Investitionsprogramm des Landkreises ist der Brückenneubau noch für heuer vermerkt.

Lesen Sie hier, wie es um den Zustand der Brücken im Coburger Land bestellt ist.

Allerdings verwies die Tiefbauabteilung in ihrem Beschlussvorschlag einerseits auf drohende Schwierigkeiten bei Bauarbeiten in den Wintermonaten, andererseits auch auf die Chance, bei einer Ausschreibung für das kommende Jahr vielleicht günstigere Preise als im Moment erzielen zu können. Ganz billig wird die Sache nicht - unter anderem auch, weil die Detailplanungen höhere Ausgaben für die Bereiche Wasserwirtschaft und Verkehrssicherheit ergeben haben. Da reichen die ursprünglich im Vermögenshaushalt 2017 vorgesehenen 500 000 Euro nicht mehr aus, es läuft auf 550 000 Euro hinaus. Allerdings kann der Landkreis auf satte staatliche Zuschüsse hoffen, so dass er am Ende wohl nur 121 000 Euro an Eigenmitteln bereitstellen muss, um eine neue Brücke zu bauen. Der Beschluss dafür fiel ohne Gegenstimme.


CO 4 Bad Rodach: Das wird teuer

Selbst Jürgen Alt, im Landratsamt für die Tiefbauprojekte verantwortlich, räumte mit Blick auf den geplanten Ausbau der Kreisstraße CO 4 im Stadtgebiet von Bad Rodach Richtung Heldritt seine Überraschung ein: "Bei der Entwicklung der Baukosten bin auch ich erschrocken." Ursprünglich (das war im Jahr 2011) mit 900 000 Euro in das Investitionsprogramm aufgenommen, ist die Baumaßnahme inzwischen bei geschätzten 2,1 Millionen Euro angekommen. "Das ist ein großer Brocken", räumte Alt ein, sah aber wenig Alternativen und schon gar keine Einsparungsmöglichkeiten.
Was den Ausbau von der Staatsstraße bis hinter das Ende der Bebauung teuer macht, sind auch die Altlasten. Auf rund 350 000 Euro bezifferte Alt die Mehrkosten, die für die fachgerechte Entsorgung von belastetem Erdreich und Baumaterial anfallen. Angesichts neuer Vorschriften, sagte der Tiefbaufachmann, seien dies Kosten, die man bei der Planung inzwischen kaum mehr im Griff habe.

Was der Landkreis Coburg für Straßenbauprojekte plant, lesen Sie hier
Eine gute Nachricht gab es auch: Auf Nachfrage von Walter Thamm (CSU/Landvolk) bestätigte Jürgen Alt, dass inzwischen auch die Stadt Rodach ihre Vorbereitungen abgeschlossen hat. Denn nur wenn die Bad Rodacher ihren Kanalbau in der Heldritter Straße auf die Reihe bekommt, kann auch der Landkreis 2019 die Straße ausbauen. Das sei logisch, betonte Alt: "Wenn der Kanal nicht in Ordnung ist, brauchen wir keine neue Straße drüber bauen."


Abwarten bringt auch nichts

Dank der guten Situation, die derzeit bei Fördermitteln im Freistaat Bayern herrscht, kommt der Landkreis Coburg trotz der erheblichen Mehrkosten mit einem blauen Auge davon. 470 000 Euro an Eigenmittel wird Kämmerer Manfred Schilling im kommenden Jahr voraussichtlich brauchen - das sind 220 000 Euro mehr als vor ein paar Monaten noch geschätzt. Landrat Michael Busch (SPD) riet dazu, die jetzige Straße der hohen Bezuschussung deshalb auszunutzen und auf jeden Fall im kommenden Jahr zu beginnen: "Durch eine Verschiebung erreichen wir nichts." Wenn, dann nur einen höheren Eigenanteil, weil der Landkreis vielleicht schon 2020 nicht mehr in den Genuss hoher Förderung für Bauprojekte kommt.


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