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Coburg
Coburger Stichwahl

Gemeinsam gefiebert per Skye

Dem neuen Oberbürgermeister Dominik Sauerteig bleibt nicht viel Zeit, im Amt anzukommen: Schon diese Woche wird er sich einarbeiten, auch in den Corona-Krisenstab.
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Dominik Sauerteig unterzeichnet die Annahmeerklärung, OB Norbert Tessmer (rechts) und Wahlleiter Willi Kuballa wachen im Hintergrund. Foto: Matthias Hoch
Dominik Sauerteig unterzeichnet die Annahmeerklärung, OB Norbert Tessmer (rechts) und Wahlleiter Willi Kuballa wachen im Hintergrund. Foto: Matthias Hoch
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Keine Party, kein Jubel: Im Rathaussaal blieb es am Sonntagabend fast gespenstisch still, als der Sieger und der Unterlegene der Stichwahl dort eintrafen. Dominik Sauerteig (SPD), der Wahlsieger, strahlte, sein Bald-Vorgänger Norbert Tessmer (SPD) guckte so, als müsse er sich an einem allzu breiten Grinsen hindern, und Christian Meyer (CSU), Sauerteigs Kontrahent, wirkte enttäuscht, aber gefasst.

Man habe sich einen in weiten Teilen fairen Wahlkampf geliefert, sagte Sauerteig, und dass es "die beiden Teams mit den besten Ideen" in die Stichwahl geschafft hätten. "Die Hand zur Zusammenarbeit ist gereicht", und das war in Zeiten von Corona natürlich nur bildlich gesprochen. Hatte Oberbürgermeister Norbert Tessmer vor zwei Wochen noch beide Stichwahl-Kandidaten geherzt, so blieben an diesem Sonntagabend alle Beteiligten auf Abstand.

Sein Wahlsieg sei eine Teamleistung gewesen, betonte Sauerteig - und dankte gleich zwei Teams: Zum einen seinen Kollegen in Würzburg, die seit Januar seine Arbeit in der DGB-Rechtsstelle miterledigen mussten, und dem Wahlkampfteam in Coburg. Mit dieser Gruppe gemeinsam hatte Sauerteig die Auszählung der Stimmen verfolgt - zusammengeschaltet per Skype-Konferenz.

"Man hat uns belächelt"

"Das stärkste Team hat gewonnen", sagte Christian Meyer und würdigte damit die Leistung der SPD, die ja "bis in den Januar belächelt wurde", wie sich Dominik Sauerteig erinnerte. Er hatte sich in einer Kampfabstimmung in der SPD als Kandidat gegen den Dritten Bürgermeister Thomas Nowak durchgesetzt. Auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer erinnerte daran , "dass man uns gesagt hat, uns brauche man nicht mehr".

An Christian Meyer gewandt sagte Tessmer: "Wir haben in den sechs Jahren gut zusammengearbeitet." Das werde weiterhin so sein - Tessmer vertauscht im Ratssaal den OB-Sessel mit dem eines Stadtratsmitglieds. Ob Christian Meyer sein Stadtratsmandat annimmt, muss sich erst noch entscheiden: Als Geschäftsführer der Wohnbau Stadt Coburg kann er dem Stadtrat nicht angehören. Er hätte am Sonntag noch nicht einmal die Wahl annehmen können. Doch diese Frage stellte sich gar nicht.

Alles in allem zeigte Meyer sich nicht unzufrieden: Noch nie habe ein CSU-Bewerber in der Bürgermeisterwahl in Coburg so viele Stimmen geholt. "Wichtig ist jetzt eine stabile Allianz." Die SPD hat mit Sauerteig nun zehn Sitze im Stadtrat, die CSU acht.

Wer mit wem zusammenarbeitet und wer welche Posten besetzt, wird in den nächsten Wochen geklärt. Noch sei unklar, ob die konstituierende Sitzung des Stadtrats am 4. Mai stattfinden könne, sagte Wahlleiter Willi Kuballa.

Dominik Sauerteig wird ab Dienstag beginnen, sich in seine neuen Aufgaben und den Corona-Krisenstab einzuarbeiten. Er plant zwei Schichten: "Vormittag bis Nachmittag in der Stadt Coburg, abends dann Akten aus meinem Würzburger Büro."