Triebsdorf
Tiere

Geköpfte Riesenschlange bei Coburg: Die zweite Python wurde gefunden

Rund vier Meter misst die Schlange, die Kinder am Freitag im Ahorner Ortsteil Triebsdorf fanden. Die Python war mit einer Axt geköpft worden. Eine zweite Schlange ist ebenfalls tot, wie nun bekannt wurde.
Artikel drucken Artikel einbetten

Update, 31 August 2018, 11 Uhr

Nach dem Fund einer enthaupteten Netzpython im Ahorner Gemeindeteil Triebsdorf steht nun fest, dass auch die zweite Schlange tot ist. Das teilte die Polizei Coburg am Freitag mit. Wie die Schlange zu Tode kam und welche Erkenntnisse es von der Obduktion der enthaupteten Schlange aus der Veterinärmedizin in Oberschleißheim gibt, wird aufgrund des aktuell laufenden Ermittlungsverfahrens nicht bekannt gegeben. Es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung.

Update, 24. August 2018, 16 Uhr: Kopflose Pythion in Ahorn - gibt es eine zweite Schlange?

Die geköpfte Riesenschlange im Ahorner Ortsteil Triebsdorf ist wohl kein Einzelfall. Der Tatverdächtige hielt nach neuen Erkenntnissen der Polizei noch eine zweite Schlange, die vermutlich dasselbe Schicksal ereilt hat: "Wir gehen davon aus, dass auch dieses Tier getötet wurde", sagt Stefan Probst, Pressesprecher der Coburger Polizei. Das habe der Verdächtige gegenüber von mehreren Zeugen zugegeben. Eine Vernehmung steht allerdings noch aus, weswegen die Polizei zu möglichen Motiven noch keine Aussagen treffen möchte.

Nicht auszuschließen sei aber, dass die zweite Python - Zeugen aus dem Umfeld des Verdächtigen zufolge etwas kleiner als die bereits gefundene - noch lebt und sich irgendwo im Triebsdorfer Raum aufhält. Eine größere Gefahr ginge in diesem Fall von dem Tier allerdings nicht aus. Es ziehe sich eher zurück, statt anzugreifen und ist nicht giftig.

Das Ergebnis der veterinärmedizinische Untersuchung der ersten Schlange im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim steht derweil noch aus. Damit bleibt weiter ungewiss, ob die Schlange durch die Enthauptung getötet oder erst nach dem Tod verstümmelt wurde. Auch von der Untersuchung der Axt, die zusammen mit dem Schlangenkopf von Spaziergängern gefunden wurde, gibt es bislang keine offiziellen Ergebnisse.

Peta mit grundsätzlicher Kritik

Inzwischen ist auch die Tierrechtsorganisation Peta auf den Triebsdorfer Fall aufmerksam geworden. In einer Pressemitteilung wird darauf hingewiesen, dass Reptilien häufig unüberlegt angeschafft würden - und dann wegen Überforderung der Halter einfach ausgesetzt.

Aus diesem Grund fordert die Organisation die bayerische Staatsregierung auf, ein neues Gesetz für ein grundsätzliches Haltungs- und Verkaufsverbot von giftigen und gefährlichen Tieren für Privathaushalte zu erlassen. Selbst bei angeblich erfahrenen Haltern käme es immer wieder zu Attacken oder Ausbrüchen. Zudem könnten die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten übertragen, die im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen können.

In der Gemeinde Ahorn ist der Python-Fund derzeit in aller Munde: "Das ist schon ein größeres Gesprächsthema", sagt der Zweite Bürgermeister Wolfgang Beyer (SPD). "Da ist eine gewisse Ohnmacht dabei. Wie kann es sein, dass so ein Tier mitten in der Gemeinde gehalten wird?" Hinzu käme, dass ausgerechnet Kinder die tote Schlange entdeckt haben. "Und natürlich der Zustand des Tieres." Mittlerweile habe sich auch herumgesprochen, um wen es sich bei dem Verdächtigen handelt: "Der Buschfunk funktioniert."

"Gut, wenn Humor dabei ist"

Aber der Fall der Triebsdorfer Pythons hat auch eine andere Seite: Wolfgang Beyer vertritt aktuell Bürgermeister Martin Finzel und wird auch bei Terminen immer wieder mit dem Thema konfrontiert. "Da wird natürlich auch geflachst", sagt er. Zum Beispiel sei bei der Lieferung eines Partyservices über die Herkunft des Fleischs gescherzt worden. "Es ist auch gut, wenn da ein bisschen Humor dabei ist."

von Jann Weckel

Ursprüngliche Meldung: Geköpfte Python in Triebsdorf entdeckt

Es war eine gruselige Entdeckung, die eine Gruppe Kinder am vergangenen Freitag im Ahorner Ortsteil Triebsdorf im Kreis Coburg machten: Wie die Polizei bestätigt, fanden die Kinder auf einer Wiese am Ortsrand am Nachmittag eine knapp vier Meter lange Schlange. Ein zunächst Unbekannter hatten dem Tier zuvor den Kopf abgetrennt. Mittlerweile konnte die Polizei einen Tatverdächtigen identifizieren. Auch eine Tatwaffe und der fehlende Kopf wurde entdeckt.

Geköpfte Schlange gehört zur größten Schlangenart der Welt

Die Kinder hatten zunächst das Tierheim Coburg über ihren Fund informiert. Dort ging man zunächst davon aus, dass es sich um eine kleinere, heimische Schlangenart handele. Vor Ort dann die Überraschung:

Laut Polizei handelt es sich um eine Netzpython, die in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt ist und internationalen Handelsbeschränkungen unterworfen ist. Mit einer maximalen Länge von über sechs Metern gehören Netzpythons zu den größten Schlangen der Welt.

Wie das Tier genau ums Leben kam und ob der Kopf erst nach dem Tod abgetrennt wurde, ist laut Polizei noch unklar. Fest steht: Mittlerweile konnte der Umweltsachbearbeiter der Polizeiinspektion Coburg einen dringend Tatverdächtigen aus dem Gemeindegebiet Ahorn ermitteln.

Kopf mit Spaltaxt abgeschlagen? Polizei ermittelt

Zudem wurde von Spaziergängern in einer der Itzwiesen im Bereich Triebsdorf eine Spaltaxt sowie der abgetrennte Kopf einer Schlange aufgefunden. Ob es sich bei dem Kopf um den der enthaupteten Schlange handelt, klärt nun die Veterinärmedizin in Oberschleißheim bei München.

Ebenso wird die Spaltaxt kriminaltechnisch nach verwertbaren Spuren untersucht. Ermittelt wird wegen einem Vergehen nach dem Tierschutzgesetz sowie nach dem Bundesnaturschutzgesetz.



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.