Coburg
Versorgung

Gegen den drohenden Ärztemangel im Coburger Land

Der mittlerweile vierte Jahrgang der Medical School von Regiomed wurde jetzt an die Universität Split entsendet.
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Feierliche Verabschiedung auf Kloster Banz: Die Studierenden mit Verantwortlichen aus Split, der Medical School Regiomed, von Regiomed selbst und dem Regiomed-Aufsichtsrat.Foto: Regiomed
Feierliche Verabschiedung auf Kloster Banz: Die Studierenden mit Verantwortlichen aus Split, der Medical School Regiomed, von Regiomed selbst und dem Regiomed-Aufsichtsrat.Foto: Regiomed

Um einem drohenden Ärztemangel aktiv entgegenzuwirken, hat der Gesundheitsverbund Regiomed zusammen mit der staatlichen Universität Split (Kroatien) im Jahr 2016 die Medical School Regiomed gegründet. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, vor Ort in Oberfranken und Südthüringen den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums zu absolvieren. Nun konnten erneut 29 Studierende aus Deutschland für den präklinischen Abschnitt des Humanmedizinstudiums nach Split entsandt werden.

Wie es sich in Split studieren lässt, lesen Sie hier

Am 1. Oktober beginnt für 29 junge Frauen und Männer aus Deutschland ein neuer Lebensabschnitt. Bereits als vierter Regiomed-Jahrgang beginnen sie ihr Studium der Humanmedizin in der Unesco-Weltkulturerbestadt Split. Nach zwei Einführungstagen mit Besichtigung des Klinikums Coburg und des neuen Klinikums Lichtenfels, einem Erste-Hilfe-Lehrgang und einer ersten Vorbereitung auf das Studieren in englischer Sprache, wurden die Studierenden im Rahmen einer festlichen Entsendungsfeier im Bruderhof auf Kloster Banz offiziell verabschiedet.

Nach einem Musikstück, das durch die Studierende Melissa Schwab vorgetragen wurde, hieß Robert Wieland, Geschäftsführer der bayerischen Regiomed-Einrichtungen, die Gäste und Studierenden herzlich willkommen. In seiner Rede betonte er, dass dieses Jahr ein ganz besonderes für die Medical School sei, da nicht nur 29 Erstsemester ihr Studium in Kroatien beginnen, sondern erstmalig in 2019 die ersten 17 Studierenden aus Split zurückkehren, um den klinischen Studienabschnitt bei Regiomed zu durchlaufen.

Anschließend begrüßte Professor Dr. Johannes Brachmann, Dekan und Geschäftsführer der Medical School Regiomed, alle Anwesenden und führte durch das Programm. Zu den zahlreichen Gästen gehörten auch die Aufsichtsratsmitglieder von Regiomed sowie Vertreter der Universität Split, die den angehenden Studenten motivierende und herzliche Worte mit auf den Weg in den neuen Lebensabschnitt gaben.

Professor Dragan Primorac, ehemaliger kroatischer Wissenschaftsminister und einer der Initiatoren der Kooperation, drückte seine Freude darüber aus, dass die neuen Studierenden die Universität Split und Regiomed als die Orte gewählt haben, an welchen sie die nächsten sechs Jahre verbringen werden. Als Vater zweier im Ausland studierender Töchter ermutigte er die Studierenden aber gleichzeitig, während diese Zeit auch immer an ihre Eltern und Familie zu denken. Auch für diese sei der heutige Tag emotional sehr aufwühlend - Stolz auf der einen Seite, aber auch ein vorübergehender Abschied und ein "Loslassen" der nun erwachsenen Sprösslinge auf der anderen Seite. Zudem dankte Primorac allen Unterstützern aus der Politik, die dabei geholfen haben, das Projekt Medical School zu realisieren.

Professor Zoran Dogaš, Dekan der Universität Split, schloss sich den Worten seines Vorredners an und bestellte außerdem Grüße des Rektors der University of Split, Professor Dragan Ljutic, und aller Professoren. Für ihre Zeit in Split wünschte er den neuen Studieren-den - für Privatleben wie auch Studium - alles Gute.

Nach einem weiteren Musikstück betonte der Coburger Landrat Sebastian Straubel (CSU) aus Sicht der Gesellschafter noch einmal die Besonderheit der Möglichkeit, bei Regiomed in Kooperation mit der Universität Split Humanmedizin studieren zu können. Dabei wünschte er den Studierenden viel Freude, Kontinuität und Gesundheit.

Dr. Lothar Schmittdiel, Vorsitzender des Vereins "Freunde der Medical School Regiomed" und Vater einer Studierenden, betonte die sehr gute Zusammenarbeit mit der USSM Split aus der Elternperspektive und freute sich besonders, dass das in 2016 gestartete Projekt nun erstmalig bei Regiomed zur Umsetzung kommt.

Den Abschluss in der Liste der zahlreichen Glückwünsche machten Dr. Dorothea Thieme und PD Dr. Georg Breuer als Leitungsteam der Medical School. Dorothea Thieme, Leitung Regiomed-Akademie und Medical School Regiomed, beglückwünschte die Studierenden zum Studienplatz an der USSM Split und bestärkte die jungen Menschen in Ausdauer beim Lernen und kollegialem Austausch mit Kommilitonen sowie Studierenden aus den älteren Semestern. Auch Dr. Georg Breuer, akademischer Leiter der Medial School, wünschte allen angehenden Medizinern viel Freude und Erfolg beim Studium und drückte insbesondere auch seine Freude auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden aus, die Regiomed in Kürze erwartet.

Hintergrund

In dem sechsjährigen Studienprogramm der Universität Split und des Regiomed-Verbundes verbringen die Studierenden die ersten drei Jahre an der Universität Split in Kroatien und erwerben dort die vorklinischen Grundlagen, bevor sie im vierten Studienjahr an die Regiomed-Kliniken nach Oberfranken und Südthüringen zurückkehren, um den klinischen Abschnitt abzuschließen. Dieses bilinguale Studienmodell ermöglicht jährlich 30 Studierenden das Studium der Humanmedi-zin an der Medical School Regiomed in Kooperation mit der Universität Split. Eine enge Bindung an die Kliniken der Region soll dafür sorgen, dass sich am Ende der Studienzeit viele Absolventen für eine Anstellung bei Regiomed entscheiden. Die ersten 17 Studierenden werden am 30. September zu Regiomed zurückkehren.

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