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Geballte Technik für neue Energien: das ZME in Coburg

Das Zentrum für Mobilität und Energie an der Hochschule Coburg hat jetzt offiziell den Betrieb aufgenommen. Knapp 19 Millionen Euro hat es gekostet.
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Im realen Fahrbetrieb erforscht die Hochschule Coburg mit dem Zentrum für Mobilität und Energie alternative Kraftstoffe. Das Zentrum wurde diese Woche offiziell eröffnet. Foto: Christoph Winter
Im realen Fahrbetrieb erforscht die Hochschule Coburg mit dem Zentrum für Mobilität und Energie alternative Kraftstoffe. Das Zentrum wurde diese Woche offiziell eröffnet. Foto: Christoph Winter

Wie lassen sich die Stromnetze stabil halten, wenn immer mehr elektrische Energie von Windkraftanlagen oder Solarzellen erzeugt wird? Kann intelligente Steuerungstechnik die mangelnde Planbarkeit dieser Art der Stromerzeugung ausgleichen? Und wie lässt sich Strom effizient und möglichst mit geringen Verlusten speichern? Können Gewerbe und Endkunden dazu bewogen werden, dann Strom zu verbrauchen, wenn er auch produziert wird?

Im Zentrum für Mobilität und Energie (ZME) an der Hochschule Coburg gehen Professoren und Studierende diesen Fragen in den Elektrotechnik-Laboren nach - und hoffen, Antworten zu finden. Daneben wird in den Kfz-Laboren an neuen und alternativen Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren geforscht und danach getrachtet, möglichst viel Energie aus diesen Treibstoffen zu erzielen. Das Ganze sollte noch nachhaltig und wirtschaftlich passieren.

Fast 19 Millionen Euro in sechs Jahren

In dieser Woche wurde das ZME auf dem Gelände der Hochschule eingeweiht und offiziell eröffnet. Das markante Gebäude mit seiner hell- und dunkelgrauen Fassade ist der erste Forschungsbau der Hochschule Coburg, der vom Freistaat Bayern finanziert wurde. Annähernd 19 Millionen Euro sind in den vergangenen sechs Jahren dafür ausgegeben worden.

Mobilität und Energie sowie der Klimawandel sind nach den Worten von Hochschulpräsidentin Prof. Christiane Fritze die wichtigen Zukunftsthemen. "Wir befinden uns in einem umfassenden Technologiewandel. Welche Energiequellen werden wir künftig nutzen und welche Energiespeicher?" Nicht sicher sei es, so Fritze, ob künftig mit elektrischer Energie aus Batterien gefahren werde, oder Wasserstoffantriebe sich durchsetzen werden. In dem neuen Zentrum arbeiten Männer und Frauen, Professoren aus den Fakultäten Angewandte Naturwissenschaften, Elektrotechnik und Informatik sowie Maschinenbau und Automobiltechnik.

"Die Hochschule Coburg ist ein aufstrebender Stern"

Für die bayerische Staatsregierung erklärte der Leiter der Abteilung "Forschung und Wissenschaftssystem", Johannes Eberle, "die Hochschule Coburg ist ein aufstrebender Stern, hier geht bei der Forschung die Post ab." Das Zentrum für Mobilität und Energie sei eine "neue und attraktive Adresse für forschende Pragmatiker".

Bei alternativen Kraftstoffen deckt die Hochschule Coburg mit ihrer Arbeit "die gesamte Kette von der Entwicklung bis zum Endkunden ab", erklärte Prof. Markus Jakob. Das Chemielabor und die Motorenprüfstände ermöglichten neue Kraftstoffe zu optimieren. Prof. Christian Weindl und sein Team untersuchen unter anderem im Institut für Hochspannungstechnik, wie Energienetze der Zukunft gestaltet werden. Dafür erforscht und simuliert man auch Alterung und Verschleiß von Bauteilen.

Die eindrucksvollen Zahlen des ZME machte der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamtes Bamberg, Hubert Wagner, anschaulich. So verbraucht das ZME im Betrieb soviel elektrische Energie wie 2000 Einfamilienhäuser. Die drei Motorenprüfstände erzeugen zusammen eine Wärme, die der von 46000 Teelichtern entspricht. Die Kosten von 18,9 Millionen Euro bei aneinandergelegten Ein-Euro-Stücken würden eine Strecke von 440 Kilometer Länge ergeben.

Ein Motorenmodell mit einem symbolischen Schlüssel daran überreichte Wagner an Hochschulpräsidentin Christiane Fritze zur Eröffnung.

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