Coburg
Tag der offenen Tür

Gastgeber stellen ihre Ferienwohnungen vor

Drei Gastgeber präsentierten zum ersten "Tag der offenen Ferienwohnungen in Oberfranken" ihre Quartiere.
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Vorsichtig wagt sich eines der Hängebauchschweine aus dem Stall. Foto: Gabi Bertram
Vorsichtig wagt sich eines der Hängebauchschweine aus dem Stall. Foto: Gabi Bertram
Zahlreiche Besucher, ebenfalls Anbieter, informierten sich, holten sich Impulse und Anregungen für die eigenen Gastdomizile und tauschten Erfahrungen aus.

"Warum in die Ferne schweifen?", fragt Ingrid Deininger in Heilgersdorf und lädt freundlich in ihr großzügiges Gast-Haus am Trammershof ein. Gleich vier Sterne des Verbands "Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern" prangen auf dem Zertifizierungsschild. Dreijährlich wird diese Klassifizierung erneuert und aktualisiert.

Vor 15 Jahren begann die Bauernhof-Urlaub-Erfolgsstory bei der Familie Deininger. Die einst betriebene Gastwirtschaft stand ungenutzt da, das Haus war baufällig, und irgendetwas musste passieren. Ingrid und Manfred Deininger berieten und entschieden sich für die Marktlücke "Urlaub auf dem Bauernhof". Die alten Sandsteinmauern blieben stehen, alles andere wurde neu aufgebaut - über zweieinhalb Jahre lang mit einer nicht unerheblichen Investition. Für Ingrid Deininger war es eine neue Herausforderung, quasi ein "Kind", das sie mit viel Liebe und Kreativität herausputzte.

Vier Ferienwohnungen entstanden, dazu ein Gemeinschaftsraum, im ehemaligen Kuhstall eine Garage für Fahrräder, ein freizeitraum mit Kicker und Tischtennisplatten, wo auch die Kat-Cars stehen, ein Grillhaus, nach Teilaussiedlung, - Neubau eines Milchviehstalls und Abriss des alten Stalls - großzügige Gartenflächen zum Verweilen und Spielen. Ingrid Deiningen besucht noch immer Management-Fortbildungsseminare. "Man muss immer am Ball bleiben und darf die Entwicklung nicht verschlafen."

Während Manfred Deininger und Sohn Bernd Milchvieh im Haupterwerb halten, wurden die Ferienwohnungen Ingrids Part. Morgens geht sie dennoch in den Stall, um zu melken und sich um die Fütterung zu kümmern. Ihr Arbeitstag hat oft mehr als zwölf Stunden.

An die ersten Gäste kann sich die Chefin noch gut erinnern. Zwei Ehepaare aus Baden-Württemberg kamen Ende April 1998, da stand außen noch das Gerüst. Deren positive Reaktion machte Hoffnung. Auf regionale Produkte legen nicht nur die Gäste, sondern auch die Gastgeberin Wert. Ingrid holt morgens frische Brötchen, die ab 6 Uhr an den Türklinken hängen, bietet Hausmacherwurst, selbst gemachte Marmelade, Schnäpse und auch mal Kuchen an. Die Gäste können sich Milch aus dem Stall holen und auch beim Melken mithelfen.

Neben den Kühen haben die Deiningers Pferde, Ziegen, Hängebauchschweine und zum Streicheln Katzen, Hasen und Meerschweinchen. Ingrid Deininger wünscht sich noch Hühner, aber das muss sie ihren Männern abschwatzen.

Auch wenn sie die Chefin ist, ziehen alle in der Familie an einem Strang. Tochter Linda kümmert sich um die Kinderbetreuung und die Pferde und steht parat, wenn es um Englisch geht. Sohn Bernds Freundin Kristin hat ein Holzpferd gestaltet und die Kuhbilder an den Stall gezaubert. Beim Putzen helfen die Mädels auch. Mit der Belegung ist Ingrid Deininger z ufrieden. Im Winter wird es meist weniger, Zeit zum Verschnaufen, aber auch zum Renovieren. Die Gäste kommen aus ganz Deutschland, aus Belgien, Italien, Norwegen, der Schweiz und viele auch nebenan: Aus Bayreuth, Schweinfurt, Nürnberg oder Erlangen. Viele sind Stammgäste, die längst Freunde wurden. "Hier können die Gäste live erleben, wie verantwortungsbewusst wir Landwirte mit der Natur und den Tieren umgehen."

Zum "Tag der offenen Tür" kam auch Ernst-Jürgen Dahlmann aus Mittelehrenberg bei Forchheim. Er findet diese Art Erfahrungsaustausch vor Ort äußerst effizient. Auch er bietet Ferienwohnungen an, so wie Familie Breun aus Oberehrenbach oder Friedrich Hohe aus Großennohe bei Hilpoltstein.

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