Coburg
Begegnung

Gäste aus London proben in der Coburger Morizkirche

Wie sich die traditionsreiche Royal Choral Society aus London bei der Generalprobe auf ihr erstes Konzert in der Coburger Morizkirche vorbereitet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Richard Cooke probt mit dem Philharmonischen Orchester, dem Chor des Landestheaters und der Royal Choral Society die "Sea Symphony" von Ralph Vaughan Williams in der Coburger Morizkirche.Foto: Jochen Berger
Richard Cooke probt mit dem Philharmonischen Orchester, dem Chor des Landestheaters und der Royal Choral Society die "Sea Symphony" von Ralph Vaughan Williams in der Coburger Morizkirche.Foto: Jochen Berger
+15 Bilder

Ruhe vor dem Sturm in der Coburger Morizkirche. Überall stapeln sich Instrumentenkoffer und Rucksäcke, droben auf dem Chorpodium drängen sich an diesem Montagvormittag gleich zwei stimmgewaltige Chöre - die traditionsreiche Royal Choral Society aus London und der Chor des Landestheaters.

Noch ein paar organisatorische Hinweise von Konzertmeister Martin Emmerich zur Platzierung des Orchesters beim ersten Stück des abendlichen Konzertprogramms für Ralph Vaughan Williams' "Fantasia on a Theme by Thomas Tallis".

Vereinte Chöre

Dann gebt Richard Cooke, der Chefdirigent der Royal Choral Society, den Taktstock für das gewichtige Hauptwerk des Konzertes - die "Sea Symphony" von Vaughan Williams. Der Stürm bricht los - wuchtig, drängend im strahlenden Fortissimo des blechgepanzerten großen Orchesters und der Schuke-Orgel. Dann setzen die vereinten Chöre ein und behaupten sich mühelos sogar gegen die geballte Strahlkraft des Orchesters.

Erst am Vorabend ist die Royal Choral Society in Coburg angekommen, nachdem noch am Samstag ein Konzert in der Winchester Cathedral ebenfalls mit der "Sea Symphony" auf dem Programm stand.

Die vormittägliche Generalprobe muss reichen, um sich mit dem Chor des Landestheaters zu einem möglichst homogen Vokalen Klangkörper zu verbinden. Immerhin kennen sich die beiden Chöre bereits von einem gemeinsamen Auftritt Ende Mai in der Cadogan Hall in London.

Beide Konzerte sind Beiträge zum Jubiläum 200 Jahre Queen Victoria und Prinz Albert. Sich einstellen auf die akustischen Bedingungen der Coburger Morizkirche - das ist für alle Beteiligten die Herausforderung bei dieser Generalprobe. Dirigent Richard Cooke lässt die Musik in langen Abschnitten durchspielen und singen, korrigiert im Anschluss aber immer wieder die Dynamik.

Kraftvolle Unterstützung

"Too loud", warnt Cooke mehrfach und erinnert seinen Chor auch daran, dass er - anders als zwei Tage zuvor in der Winchester Cathedral - kraftvolle Unterstützung durch den Chor des Landestheaters habe und sich deshalb an manchen Stellen etwas zurücknehmen könne in der Lautstärke.

Ruhige Passagen

Erstaunlich schnell gewinnt das rund 75-minütige Werk schon bei der Probe Kontur. Und auch die ruhigen Passagen geraten klangvoll. Aufmerksame Zuhörer im Kirchenschiff: Coburgs Generalmusikdirektor Roland Kluttig und Chordirektor Mikko Sidoroff.

Traditionsreicher Chor aus London zu Gast

Royal Choral Society Die Royal Choral Society wurde als "Royal Albert Hall Choral Society" kurz nach der Eröffnung der Royal Albert Hall im Jahr 1871 gegründet und gab am 8. Mai 1872 sein erstes Konzert. Schon bald wurde der Chor in "Royal Choral Society" umbenannt. Namhafte Künstler prägten den Chor - von Charles Gounod bis Malcolm Sargent, der vier Jahrzehnte mit dem Chor arbeitete. Charakteristisch für die Royal Choral Society ist ein breites Repertoire und die Aufführung vieler neuer Werke. So dirigierten Giuseppe Verdi und Antonín Dvorák Aufführungen eigener Werke. Seit 1995 ist Richard Cooke Dirigent der Royal Choral Society. In der Historie des Chores finden sich viele Auftritte zu prominenten Anlässen - bei der Einweihung der Queen Mary II ebenso wie bei der Wiedereröffnung der Royal Festival Hall in London.red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren