Großheirath
Fußball

Fußball-Almanach in Großheirath vorgestellt

Der Deutsche Sportclub für Fußball-Statistiken sammelt alle Daten zu sämtlichen deutschen Fußballligen.Was steckt in dem 474 starken Band?
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Der Derbysieg der Coburger gegen Lichtenfels in dieser Saison wird im kommenden Band verzeichnet sein, Zuschauerzahl: 280. Foto: Hartmut Guhling
Der Derbysieg der Coburger gegen Lichtenfels in dieser Saison wird im kommenden Band verzeichnet sein, Zuschauerzahl: 280. Foto: Hartmut Guhling
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Fußball, das ist Leidenschaft, das ist Kampf, Schönheit, Herz und manchmal vielleicht auch Fritz-Walter-Wetter. Harald Igel weiß das, seit er als kleiner Junge Bilder der Fußballer in Heftchen geklebt und nach Autogrammen gejagt hat. Doch etwas fehlte ihm.

Der Pressesprecher des Deutschen Sportclubs für Fußballstatistiken (DSFS) erzählt von den Anfängen seiner Leidenschaft. Es fehlten ihm die Daten zu den Spielern. Wann wurden sie geboren, wie viele Tore haben sie schon geschossen?

"Da habe ich angefangen, mir Notizen zu machen", erzählt er von seiner Kindheit und den ersten Jahren der Bundesliga. Seit 27 Jahren ist Igel Mitglied im DSFS. Damit ist er einer von 371 Mitgliedern, von denen sich etwa 80 in Großheirath zur Jahreshauptversammlung getroffen haben. Dort konnte der Verein die 25. Ausgabe des jährlich erscheinenenden Fußball-Almanachs für die Saison 2018/19 vorstellen.

Alle Spiele, Tore und Tabellen

"Sie finden fast den ganzen deutschen Fußball in unserem Almanach", sagt der Vorsitzende Dirk Henning. Der aktuelle, 474 Seiten dicke Band zählt alle Spiele, Torschützen, Tabellen und Zuschauerzahlen von der ersten bis in die sechste Liga auf. Die unteren Ligen werden in eigenen regionalen Publikationen veröffentlicht.

"Das große Steckenpferd ist der Amateurfußball", sagt Henning. Denn dazu liefere die Deutsche Fußballliga oder der Kicker keine eigenen Statistiken.

Den FC Coburg etwa sahen in der vergangenen Saison insgesamt 2275 Zuschauer. Das sind pro Spiel im Schnitt 134. Das sind weniger als beim TSV Sonnefeld. Dabei hat Sonnefeld in der ganzen Saison nur ein Spiel gewonnen, drei unentschieden gespielt und dreißig mal verloren.

Schwierige Recherchen

Texte und Erklärungen gibt es in den Veröffentlichungen des DSFS keine - nur Zahlen. Ob also die Sonnefelder treuer als die Coburger oder die Ansprüche der Coburger Fans einfach höher sind, darauf gibt es in dem Band keine Antworten.

"Ich gehöre mehr zu den Sammlern als zu den Jägern", sagt Henning und berichtet von Schwierigkeiten, die den Statistikern manchmal begegnen. So sind einmal in zwei verschiedenen Lokalzeitungen, die unter anderem herangezogen werden, zwei verschiedene Ergebnisse veröffentlich worden. Das wäre nur eine Randnotiz wert, wenn es sich bei dem Spiel nicht um ein Aufstiegsspiel gehandelt hätte. Ein Reporter ist aber einfach fünf Minuten vor Schluss gegangen, hat drei Tore verpasst und die falsche Mannschaft aufsteigen lassen.

Die Statistiker versuchen nicht nur, den deutschen Fußball in seiner Breite darzustellen, sondern gehen auch in die historische Tiefe. Erschienen sind etwa zwei Bände über Fußball im Baltischen Sportverband zwischen 1903 und 1945. "Für die alten Zeiten gehen die Kollegen in die Archive", sagt Igel.

Von der ehrenamtlichen Arbeit profitieren aber nicht nur leidenschaftliche Fußballzähler, sondern auch, wie Igel sagt, mancher Talentscout. Dominik Sperlein vom SV Coburg hat in der Landesliga mit 34 Toren in 34 Spielen 12 mehr geschossen als Bundesligatorschützenkönig Robert Lewandowski.

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