Coburg

Füracker:Halten uns an Vertrag mit Coburg

Wie viel zahlt der Freistaat unter welchen Bedingungen für eine Ausweichspielstätte? Landtagsabgeordneter Heike hat eine Antwort auf diese Frage erhalten.
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Das Coburger Landestheater: Schön und sanierungsbedürftig. Foto: Jochen Berger/CT-Archiv
Das Coburger Landestheater: Schön und sanierungsbedürftig. Foto: Jochen Berger/CT-Archiv
75 oder 25 Prozent, Obergrenze oder nicht, und wie viel darf die Interimsspielstätte kosten? Diese Fragen beschäftigen den Stadtrat spätestens seit der September-Sitzung wieder. Denn in dieser Sitzung hob eine knappe Mehrheit des Stadtrats die bis dahin geltende Obergrenze auf. Denn es fand sich kein Anbieter, der für maximal sechs Millionen Euro die Interimsspielstätte bauen will. Vorgesehen ist eine Bühnen- und Zuschauerhalle anstelle der Dreifachsporthalle am Anger, während der Umkleidetrakt vom Theater weitergenutzt werden soll.
Eine der Fragen, die im Stadtrat zur Sprache kamen, war, ob der Freistaat seinen Zuschuss von 75 Prozent für die Ausweichspielstätte an eine Obergrenze gekoppelt hat. In dieser Frage kann Staatssekretär Albert Füracker (CSU) aus dem bayerischen Finanzministerium beruhigen: "Entsprechend der rechtskräftigen Finanzierungsvereinbarung vom 15. Dezember 2015 und 12. Januar 2016 zwischen der Stadt Coburg und dem Freistaat Bayern und dem Grundsatz ,pacta sund servanda‘ gilt, dass der Freistaat Bayern bei der Realisierung einer Ausweichspielstätte, welche nach Generalsanierung des Landestheaters beseitigt wird, 75 Prozent der Kosten übernimmt."
Aus diesem hatte der Stadtrat entschieden, ein Gebäude in Leicht- oder Modulbauweise errichten zu lassen, das hinterher ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Vorher war als Lösung im Gespräch gewesen, die Dreifachhalle am Anger zu ertüchtigen und sie nach der Generalsanierung des Landestheaters endgültig abzureißen.
Dass die Ausweichspielstätte wieder beseitigt wird, sei aber keine Bedingung für einen Zuschuss, betont Füracker. Das sei "ausdrücklich nicht vereinbart" worden. "Denn für den Fall, dass eine dauerhafte städtische Einrichtung als ,große Lösung‘ entstehen soll, waren sich die Vertragsparteien zwar einig, dass diese einen erheblichen ,Mehrwert‘ und eine ,Wertschöpfung‘ für die Stadt Coburg darstellt. Und obgleich eine dauerhafte städtische Einrichtung eigentlich nicht förderfähig ist, hat sich der Freistaat auch in diesem Fall zu einer finanziellen Unterstützung von 25 Prozent der Kosten bereiterklärt."
Es war der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach (CSU), der jüngst ins Gespräch gebracht hatte, doch lieber eine dauerhafte Lösung zu bauen - eine Art Stadthalle. Doch da dürfte der Freistaat nicht so ohne weiteres mitspielen, wie Füracker andeutet: "Sollte die Stadt eine dauerhafte ,große Lösung‘ realisieren wollen, empfehle ich der Stadt Coburg, auf den Freistaat Bayern zuzukommen. Fest steht jedoch, dass die Finanzierungsvereinbarung nicht einseitig zu Lasten des Freistaats Bayern abgeändert werden kann.
Ansonsten will sich der Freistaat aus der Diskussion um die Interimsspielstätte heraushalten: Über das "Ob" und "Wie" habe die Stadt zu entscheiden, betont Füracker abschließend. Die Ausweichspielstätte müsse nur rechtzeitig vor Beginn der Generalsanierung 2019 fertig sein.
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