Uwe Fuchs, der Leiter der Integrierten Leitstelle für die Landkreis Coburg, Kronach und Lichtenfels, gibt Tipps, was zu tun ist, wenn ein Ernstfall eintritt.

Wo komme ich eigentlich heraus, wenn ich heute die 112 wähle? Früher war das ja die Feuerwehr?
Uwe Fuchs: Wählt man die 112, wird man automatisch mit einem Disponenten der Integrierten Leitstellen verbunden. In Bayern koordinieren 26 solcher Leitstellen die Einsätze der Feuerwehren, THW, Rettungsdienste und aller beteiligten Organisationen. Die Polizei ist weiter unter der 110 zu erreichen.

Kann ich bei der "112" auch anrufen, wenn ich einen Arzt am Wochenende oder einen Krankentransport brauche?
Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist über 01805/191212 zu erreichen. Hier erfahren Anrufer, welcher Hausarzt in der Nähe Bereitschaftsdienst hat und am Wochenende oder nach Ende der Sprechzeiten des Hausarztes bei Bedarf vorbeikommen kann.

Haben Sie in der Integrierten Leitstelle viel zu tun?
Die integrierte Leitstelle in Coburg nimmt jährlich über 130 000 Gespräche entgegen und koordiniert viele Einsätze des Rettungsdienste und der Feuerwehren.

Auf was muss ich achten, wenn ich einen Notruf absetzen muss?
Je mehr Details ein Notruf enthält, umso gezielter können Einsatzkräfte alarmiert werden und den Notfallort schnell erreichen. Ein guter Leitfaden sind die fünf "W-Fragen". Ich empfehle da, dass die Leute bei diesen fünf "W" einmal bei schulpflichtigen Kindern nachfragen sollen. Besonders wichtig ist das letzte "W" - das steht für "Warten". Man sollte dem Disponenten die Zeit geben, um Nachfragen zu stellen.

Gibt es besondere Momente, die man bei einem Notruf berücksichtigen sollte?
Bei Verkehrsunfällen ist es wichtig, mitzuteilen, ob Personen in einem Fahrzeug eingeklemmt sind oder ob Gefahrgut im Spiel ist. Dieses erkennt man an den orangefarbenen Tafeln an Fahrzeugen. Wenn dort Zahlen stehen, muss man diese unbedingt an die Leitstelle weitergeben.

Und nach dem Notruf?
Man kann helfen, wenn man die Rettungskräfte einweist. Besonders dann, wenn Hausnummern nur schlecht erkennbar sind oder die Helfer zu einem Hinterhaus geleitet werden müssen.