Coburg

Friedhof am Glockenberg: Ab nächste Woche wird gebaggert

Die Baustelle für den Neubau neben Aussegnungshalle und Krematorium auf dem Friedhof am Glockenberg ist freigegeben
Artikel drucken Artikel einbetten
Um es der Architektur der Aussegnungshalle mit ihren neuromanischen und Jugendstilelementen anzupassen, wird auch das neue Gebäude eine Natursandsteinfassade bekommen. Fotos: Helke Renner
Um es der Architektur der Aussegnungshalle mit ihren neuromanischen und Jugendstilelementen anzupassen, wird auch das neue Gebäude eine Natursandsteinfassade bekommen. Fotos: Helke Renner
+1 Bild
Michael Beutel, Leiter der Friedhofsverwaltung, ist froh, dass sein Büro bald wieder direkt auf dem Friedhof zu finden ist. So wie das früher auch schon einmal war. Zurzeit gibt es bei der Aussegnungshalle nur einen provisorischen Raum, die Verwaltung ist im Grünflächenamt untergebracht. "Dort suchen uns die Leute doch gar nicht", sagt Michael Beutel. Das wird sich nun ändern. Im Erdgeschoss des Neubaus sind zwei Büroräume mit drei Arbeitsplätzen und einem Besprechungstisch für maximal sechs Personen geplant. Ein Aufenthaltsraum mit Teeküche, Sitz- und Umkleidemöglichkeiten verbessern die Bedingungen für die Mitarbeiter. Außerdem werden im Erdgeschoss öffentliche Toiletten für Damen, Herren und speziell eine für Menschen mit Behinderung eingerichtet.

Zum Kühlen unter die Erde

Auch die Särge können ebenerdig angeliefert werden. Vom Anlieferbereich gibt es einen Zugang zum Treppenhaus und zum Aufzug hinunter ins Kellergeschoss. Dort entsteht ein großer Kühlraum, davor werden acht einzelne Kühlzellen angeordnet. Dazu kommt ein Raum für die Leichenschau und die Waschung der Verstorbenen. Der Technikraum findet ebenfalls im Kellergeschoss Platz. Zusätzlich wird ein unterirdischer Gang als Anbindung an das Krematorium gebaut. "Durch das neue Gebäude wird der Umgang mit den Hinterbliebenen bei einer Trauerfeier einfach pietätvoller", sagt Dritter Bürgermeister Hans-Heinrich Ulmann (CSB). Bernhard Ledermann, Leiter des Grünflächenamtes, erläutert, warum. "Ursprünglich war das Krematorium nur für Coburg geplant. Heute aber haben wir 80 bis 85 Prozent Feuerbestattungen, und es sind seit 1900 immer mehr Verstorbene aus dem Umland dazugekommen." Von den 2300 Leichen, die jährlich eingeäschert werden, seien 500 aus der Stadt und 1800 aus dem Umland. Insgesamt zu viel für Krematorium und Aussegnungshalle. "Ein würdiges Abschiednehmen war kaum noch möglich." Ganz davon abgesehen, dass auch die Toiletten nicht mehr zeitgemäß, nicht behindertengerecht waren.

14 Monate Bauzeit

Hochbauamtsleiter Ullrich Pfuhlmann ergänzt noch, dass in der nächsten Woche mit dem Bau begonnen werden soll. Für Oktober 2014 - also nach einer Bauzeit von 14 Monaten - ist die Fertigstellung des neuen Gebäudes geplant. Rund 1,4 Millionen Euro wird es kosten. Danach ist die Aussegnungshalle an der Reihe. Sie ist dringend sanierungsbedürftig und außerdem zu klein.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren