Ebersdorf
Protest

Fridays-for-Future-Demonstration in Ebersdorf bei Coburg

Seit Montag läuft im Rahmen des Ferienprogramms die "Ebersdorfer-Action-Woche" unter dem Motto "Our World - our Future".
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Ihre Forderungen erklärten die demonstrierenden Kinder den Erwachsenen sowie Zweitem Bürgermeister Joachim Hassel (hinten links) und Gemeinderat Dennis Busch. Foto: Alexandra Kemnitzer
Ihre Forderungen erklärten die demonstrierenden Kinder den Erwachsenen sowie Zweitem Bürgermeister Joachim Hassel (hinten links) und Gemeinderat Dennis Busch. Foto: Alexandra Kemnitzer
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Nach dem Vorbild von "Fridays for Future" demonstrierten auf dem Rathausplatz von Ebersdorf am Freitag junge Umwelt- und Klimaschutzaktivisten im Alter von sechs bis zehn Jahren für eine bessere Zukunft. Ihre eindeutigen Statements mit Befürchtungen, Anliegen und Wünschen hatten sie auf große Plakate geschrieben. Außerdem waren die jungen Menschen nicht zu überhören.

Besonders genervt sind die Kinder von der Plastikflut, die nicht verrottet und die Umwelt mehr und mehr belastet. Außerdem finden sie es nicht gut, dass die Hinterlassenschaften von Vierbeinern zwar in Beutel gelangen, aber diese von den Hundehaltern nicht in die vorgesehenen Abfallbehälter wandern, sondern überall zu finden sind. Auf diese und weitere umweltbelastende Verhaltensweisen wiesen sie hin. Seit Montag läuft im Rahmen des Ferienprogramms die "Ebersdorfer-Action-Woche" unter dem Motto "Our World - our Future". 22 Kinder machen mit und probieren vieles dabei aus. Sie lernten zum Beispiel, dass es sehr wohl gute Alternativen zu den oftmals überflüssigen Verpackungen gibt. Beispielsweise konnten sich die Mädchen und Jungen davon überzeugen, dass Bienenwachstücher eine wunderbare Alternative zur Frischhaltefolie sind. Aus Altreifen stellten sie Sitzmöbel für das Evangelische Gemeindezentrum (EGZ) her. Dort sind die Jugendräume beherbergt. Dabei wurde den Kindern deutlich, dass nicht gleich alles weggeschmissen werden muss, nur weil es auf den ersten Blick nicht mehr gebrauchsfähig ist. Durch Upcycling kann selbst aus alten Dingen Neues entstehen, was obendrein voll im Trend liegt.

"Die Kinder haben sich intensiv Gedanken gemacht, was sie zum Thema Umweltschutz beitragen können. Spontan haben sie sich am Mittwoch zu einer Demo entschieden", erzählte Jugendpflegerin Danica Faber. Sie leitet mit Paula Schneider von der Evangelischen Jugend die Action-Woche. Die beiden haben die Demonstration vorbereitet und organisiert.

"Bei ihrer Entscheidung war sicherlich Greta Thunberg für die Kinder ein Vorbild", sagte Danica Faber. Die Kinder machten sich sofort ans Werk, gestalteten Einladungs-Flyer sowie verschiedene Plakate mit Forderungen wie "Rettet unseren Planet Erde", "Kauf regional" oder "Pflanzt Bäume und Blumen, so tut ihr was für die Umwelt und rettet verschiedene Tiere". Weil eine Demonstration nicht so einfach abgehalten werden kann, wurde ein entsprechender Antrag bei der Gemeinde gestellt und die Demonstration bei der Polizei angemeldet. Für die Gemeinde kam Zweiter Bürgermeister Joachim Hassel zu der Protestaktion am Rathausplatz und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Kinder. "Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, etwas gegen die Umweltverschmutzung zu tun. Mehr und mehr werden unser Wasser und die Meere durch die Plastikflut belastet und vergiftet", fand auch Joachim Hassel. Er pflichtete den Kindern bei. Er sagte, er sei ebenfalls der Ansicht, dass jeder schon mit den kleinsten Dingen selbst gegensteuern kann. "Das fängt schon morgens beim Zähneputzen an und hört abends beim Schlafen gehen auf", so Hassel. Anstatt zur Plastikzahnbürste zu greifen, könne auch eine Zahnbürste aus Bambus benutzt werden und zum Einschlafen der Fernseher einfach ausbleiben. Noch am Vortag hatten die Kinder für ihre Aktion kräftig die Werbetrommel gerührt - unter anderem auch über soziale Netzwerke und in persönlichen Gesprächen. Auch einige Erwachsene sowie die Gemeinderäte Monika Hess und Dennis Busch waren gekommen, um zu sehen, was die Kinder zu sagen haben.

Den Mädchen und Jungen fassten selbst gute Vorsätze, wie beispielsweise weniger am Tablet zu spielen oder mit dem Fahrrad zum Training zu fahren. Danica Faber sagte, sie sei gespannt, ob es bei den Kindern nur bei den guten Vorsätzen und bei den Erwachsenen nur bei den Lippenbekenntnissen bleibe oder ob sich wirklich etwas ändere. Seit Jahren werde in der Gemeinde die Müllsammelaktion durchgeführt. Diese bietet die ideale Möglichkeit, gute Vorsätze auf den Prüfstand zu stellen.

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