Coburg
Mahnung

Freiheit und "Fridays for Future"

Am Pfingstmontag gedenkt der Coburger Convent der Opfer von Krieg und Gewalt. Redner Stefan Palaschinski schlug den Bogen von Verantwortung über die Würde des Menschen bis hin zu den Schülerdemos von heute.
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Die Fahne des Coburger Convents am Ehrenmal im Hofgarten. Foto: Christoph Winter
Die Fahne des Coburger Convents am Ehrenmal im Hofgarten. Foto: Christoph Winter
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"Nur, wenn ich meinen Mitmenschen, die Kreatur, die Umwelt, die Schöpfung an sich würdige, bin ich in der Lage, meine eigene Würde zu erfahren und zu erhalten." Stefan Palaschinski von der Landsmannschaft Cimbria Freiburg sprach am Montag am Ehrenmal der Turner- und Landsmannschaften des CC im Hofgarten von der Würde, "die dann stabile Grundlage unseres Gesellschaftssystems ist, in dem die Herabwürdigung des Anderen keine Platz hat". In diesem Zusammenhang zitierte Palaschinski den Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes, "die Würde des Menschen ist unantastbar".

Als an Pfingsten 1925 der Grundstein für das Denkmal im Coburger Hofgarten gelegt worden sei, habe der Oberpfarrer Dr. Kükenthal den Ehrbegriff so interpretiert, "wer seine Ehre liebt, der achtet auch auf das Ehrgefühl des Anderen und denkt zu gerecht und zu vornehm, um einem Anderen die Ehre abzusprechen".

Heute, so Stefan Palaschinski sei dieser Ehrbegriff als Würde zu verstehen und zu bezeichnen. Diese Würde sei als Kerngehalt unserer Freiheiten im Grundgesetz verbindlich verankert. Die Freiheit selbst müsse aber ein verpflichtendes Element beinhalten, jenes der Würde, ohne welches sie nichts wäre. Nur mit dem gemeinsamen Verständnis auf diesen Wert und die mit ihm einhergehende Verpflichtung sei der Mensch in der Lage, die Freiheit zu verteidigen. "Dies ist es, wofür wir Verantwortung zu übernehmen, also einzutreten haben."

Neben den zahlreichen negativen Beispielen von würdelosem Verhalten "gibt es aber auch positiven Ausdruck einer solchen Übernahme der Verantwortung". Das ist nach den Worten von Stefan Palaschinski die Haltung der Schüler, die sich im Projekt "Fridays for Future" für den Erhalt und die Würde der Umwelt einsetzten. Bei den Jugendlichen gebe es ein tiefes Bedürfnis, sich für eine wertvolle und wertevolle Zukunft einzusetzen. Die Studentenverbindungen hätten hier Chance und Möglichkeit, durch gelebte Freundschaft und Einsatz für die Gemeinschaft, durch erkennbare Zivilcourage und Übernahme von Verantwortung zum Erhalt und zur Festigung dieser Würde beizutragen. "Eben nicht nur unverbindliches an der eigenen Voll-Entfaltung orientiertes Nebeneinander."

Der Symbolgehalt des CC-Ehrenmals habe seit dessen Bestehen eine mehrfache Umdeutung erfahren, sagte der Redner. Ursprünglich wurde es errichtet für die 1280 im Ersten Weltkrieg gefallenen Angehörigen des Coburger Convents. "Heute ist es die allgemeine Betroffenheit sämtlicher Opfer und Leidtragenden von Krieg und Gewalt, derer wir im Rahmen dieses ökumenischen Gottesdienstes gedenken, also nicht nur der soldatisch Gefallenen, sondern auch der vielen zivilen Opfer", so Palaschinski.

Der katholische Geistliche Daniel Wünsch, der den ökumenischen Gottesdienst hielt, erinnerte daran, dass Europa seit nahezu 75 Jahre in Frieden lebe, während es in anderen Region des Planeten noch viele Kriege, Terror, und Ursachen für Migration gebe.

Vor der Veranstaltung im Hofgarten hatten die Stadtspitze und der CC einen Kranz am Ehrenmal der Stadt in den Arkaden am Schlossplatz niedergelegt. Weitere Kränze folgten am Ehrenmal im Hofgarten.

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