Coburg
Handball

Frauen-Power im Coburger Handball-Tempel

Die deutsche Frauen-National-Mannschaft besiegt vor 1837 begeisterten Zuschauern in der stimmungsgeladenen Coburger HUK-Arena Weißrussland mit 40:30.
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Deutschland in Coburg auf Torejagd! Meike Schmelzer hat den weißrussischen Kasten ins Visier genommen und locht trotz starker Behinderung entschlossen ein. Insgesamt gelang ihr und ihren engagiert-auftretenden Mitspielerinnen das gestern 40 Mal in de HUK-Arena. Fotos: Hagen Lehmann
Deutschland in Coburg auf Torejagd! Meike Schmelzer hat den weißrussischen Kasten ins Visier genommen und locht trotz starker Behinderung entschlossen ein. Insgesamt gelang ihr und ihren engagiert-auftretenden Mitspielerinnen das gestern 40 Mal in de HUK-Arena. Fotos: Hagen Lehmann
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Große Frauen. Starke Frauen. Schnelle Frauen. Bissige Frauen. Fluchende Frauen. Fliegende Frauen. Humpelnde Frauen. Schreiende Frauen, Schlagende Frauen. Jubelnde Frauen. Hübsche Frauen!

Es war viel geboten am Mittwochabend in der stimmungsgewaltigen HUK-Arena. 1837 Zuschauer ließen sich das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Weißrussland in Coburg nicht entgehen. Getreu dem Motto "Mal schauen, was die so drauf haben", nahm das bestens aufgelegte Publikum die beiden von der ersten bis zur letzten Minute extrem engagiert zu Werke gehenden Eliteteams unter die Lupe.

Herzblut auf und neben der Platte

Und das taten die klatschenden, trommelnden und immer wieder lautstark jubelnden Fans mit jeder Menge Enthusiasmus und vor allem mit ganz viel Herzblut. Die Atmosphäre war hervorragend. Schon vor dem ersten Treffer herrschte Gänsehaut-Stimmung. Die deutsche Nationalhymne hallte durch die Halle. Fantastisch.

Es war also angerichtet für Handball-Coburg. Und dass die Vestestadt nicht nur 2. Liga kann, sondern auch Länderspiel, wurde anschließend in beeindruckender Art und Weise deutlich. Die brennende Frage war auch schnell beantwortet: Diese Frauen haben viel drauf. Verdammt viel. Sie brannten nämlich ein Feuerwerk ab. Ein fränkisches Schützenfest Ende September. Deutschland triumphierte am Ende klar mit 40:30!

Auch die Organisatoren des DHB machten einen tollen Job, hatten das außergewöhnliche Event optimal vorbereitet und bis ins Detail geplant. Sogar ihre eigene CD hatten sie dabei. Grönemeyer hört man nämlich auch nicht alle Tage in der Arena.

Deutschland -

Weißrussland 40:30 (20:14)

Fünf Minuten und exakt 17 Sekunden mussten sich die Fans allerdings gedulden, bis Emily Bölk auf 1:2 verkürzte und den Bann in der HUK-Arena endlich brach. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die DHB-Auswahl machte aus dem 0:2 bis zur neunten Minute ein 4:2. Dinah Eckerle im deutschen Tor glänzte nicht nur mit tollen Paraden, sondern auch mit traumhaften Pässen über die gesamte Platte. Vorne lochte die sprunggewaltige Bölk entschlossen ein und Kreisläuferin Jukia Behne drehte sich immer wieder geschickt um ihre robust zupackenden Widersacher.

Beruhigende Sechs-Tore-Führung

Die Führung wurde kontinuierlich ausgebaut. Über 8:4 (13.) und 13:8 (19.) stand es fünf Minuten vor dem Wechsel 17:11. Diese Sechs-Tore-Führung hielt auch trotz einer Zeitstrafe in den letzten zwei Minuten. Linksaußen Ina Großmann traf nämlich mit der Sirene aus spitzem Winkel den Innenpfosten. Von dort sprang die Harzkugel unter dem frenetischen Jubel der Fans ins weißrussische Netz zum 20:14 (30.) für die "Schwarz-Rot-Goldenen". Trotzdem bestand für Trainer Henk Groener zur Pause reichlich Redebedarf, denn mit der Abwehrarbeit seiner wilden, oft sehr ungestüm verteidigenden Amazonen konnte der Taktikfuchs nicht zufrieden sein.

Ein munteres Scheibenschießen

Viel besser wurde die Arbeit am eigenen Kreis deshalb aber auch nicht. Den Zuschauern war es egal. Sie hatten ihre wahre Freude an diesem munteren Scheibenschießen im Coburger Sporttempel. Isabell Roch, die Tochter des ehemaligen Nationaltorstehers und Ex-HSC-Managers Siggi Roch, hatte zwar ein paar unglückliche Szenen im deutschen Tor, wehrte aber auch einen Siebenmeter ab (43.).

Die ganz große Spannung war da aber längst raus, denn die DHB-Damen ließen zu keinem Zeitpunkt locker, Weißrussland kam maximal auf fünf Tore ran. Egal ob es die erste oder zweite Welle war - die Angriffsmaschinerie der Deutschen lief jetzt auch Hochtouren. Der Deckel auf diesem ungleichen EM-Quali-Duell war drauf: 32:23 (48.) und 35:26 (53.). Die Crunch-Time wurde zum lockeren Schaulaufen. Und Handball-Coburg erhob sich noch einmal anerkennend von den Klappsitzen.

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