Coburg

Fitnesstraining statt Papierschneidemaschinen

Aus der Brache südlich der Coburger Benno-Benz-Sportanlage wird eine Ansiedlungsfläche für neue Unternehmen. Den Anstoß für den Erfolg gaben die Aktivitäten der städtischen Wifög. Nun entwickelt ein neuer Grundstückseigentümer das Gelände weiter.
Artikel drucken Artikel einbetten
Blick aufs frühere Dahle-Gelände in Richtung Karchestraße: Dort, wo sich jetzt die Baugrube befindet, soll das Parkdeck entstehen. Die ehemalige Spritzerei (links) nimmt ein Fitness-Studio und einen Elektro-Großhandel auf. Die ehemalige Janson-Villa davor wird abgerissen. Die Dahle-Villa dient bereits als Sitz für zwei Unternehmen. Foto: Simone Bastian
Blick aufs frühere Dahle-Gelände in Richtung Karchestraße: Dort, wo sich jetzt die Baugrube befindet, soll das Parkdeck entstehen. Die ehemalige Spritzerei (links) nimmt ein Fitness-Studio und einen Elektro-Großhandel auf. Die ehemalige Janson-Villa davor wird abgerissen. Die Dahle-Villa dient bereits als Sitz für zwei Unternehmen. Foto: Simone Bastian
+3 Bilder
rgendwann in den 70er Jahren dürfte es gewesen sein, dass Norbert Kastner bei der Firma Dahle seinen ersten Ferienjob antrat. Nun haben er beziehungsweise die Wirtschaftsförderungsgesellschaft ihren letzten Job bei Dahle erledigt: Das Gelände ist verkauft und soll schon ab April komplett genutzt werden. Die ehemalige Gewerbebrache sei im Begriff, "ein attraktives Gebiet" zu werden, sagt Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD).

2008 hatte sich Dahle aus dem Gelände zurückgezogen, nach 80 Jahren. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Wifög), deren Aufsichtsratsvorsitzender Kastner ist, brachte dort zunächst die Firma Alten unter. Dann kamen über die Agentur "Invest in Bavaria", die beim bayerischen Wirtschaftsministerium angesiedelt ist, die Kontakte zu "Service 4EVU" zustande. Elf Mitbewerber konnte Coburg beim Standortwettbewerb hinter sich lassen, berichtete Wifög-Geschäftsführer Stephan Horn.
Die Firma Alten kam in neuen Räume im Esco-Park unter. Doch dann machte der Investor einen Rückzieher, der das Dahle-Gelände hatte übernehmen wollen. Die Wifög sprang ein, mietete die Räume und richtete sie für "Service 4EVU" her. "Das war eine politische Entscheidung innerhalb von zehn Tagen", erinnert sich Horn.

"Schwarze Null"

Rund 300   000 Euro habe die Wifög finanziert, um der Serviceagentur für mehrere Energie-Unternehmen die Räume herzurichten. Das Geld habe sie über die Mieten wieder eingenommen, unterm Strich stehe "eine schwarze Null", sagt Horn. "So sollte es im Idealfall sein", ergänzt der OB und Aufsichtsratsvorsitzende Kastner. Horn macht noch eine weitere Bilanz auf: Service 4EVU ("kein Callcenter") habe neue Arbeitsplätze geschaffen, die Beschäftigten qualifiziert und damit die Sozialkassen entlastet. Auch städtebaulich sei ein Gewinn zu verzeichnen: Das Dahle-Gelände wird genutzt und jetzt, nach dem Verkauf, weiter entwickelt.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft indes ist seit 1. Januar offiziell draußen. Die weitere Entwicklung übernimmt der neue Eigentümer Marcus Weingarth (Weingarth Anlagenverwaltungs GmbH). Die Gebäude im Innenbereich des Geländes sind schon abgerissen. Sie machen einer Parkpalette Platz, die in erster Linie für die Beschäftigten der verschiedenen Firmen gebraucht wird. Weitere Parkplätze werden dort angelegt, wo jetzt noch die frühere "Janson-Villa" steht.

Das Gebäude her ist zwar von der Substanz noch gut, aber dem Umbau der früheren Spritzerei im Weg. Dort werden die Deutsche Elektrogruppe und im Obergeschoss ein Fitness-Studio unterkommen, sagt Michael Schulz, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Coresale und Projektbetreuer für das Gelände. Die Deutsche Elektrogruppe zieht vom bisherigen Standort Floßanger an die Karchestraße um. Die "Fitness-Fabrik" wird als weiteres Studio von den Betreibern der "Active World" in Niederfüllbach eröffnet. Insgesamt investiere der neue Eigentümer Marcus Weingart rund 2,6 Millionen Euro auf dem Gelände, sagte Schulz.

Bis Anfang April müssen die Bau- und Umbauarbeiten abgeschlossen sein, weil die genannten Firmen dann schon einziehen wollen. Die frühere Dahle-Villa ist bereits von zwei kleineren Unternehmen belegt. "Service4EVU" halte an seinen Ausbauzielen fest, sagt Stephan Horn. "Im Endausbau können wir 300 Arbeitsplätze auf dem früheren Dahle-Gelände haben."
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren