Coburg
Wirtschaft

Firma Ros feiert Einweihung des neuen Standorts in Coburg

Der Umzug ist geschafft. Bei der Einweihung verriet Geschäftsführer Steffen Tetzlaff, was ein Leberkäsbrötchen mit der Entscheidung für Coburg zu tun hat.
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Steffen Tetzlaff (Zweiter von links) führte seine Gäste durch die Hallen (von links): Mitarbeiterin Maria Hermann, Siegmar Schnabel (IHK-Hauptgeschäftsführer), Europaabgeordnete Monika Hohlmeier und Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach.Ulrike Nauer
Steffen Tetzlaff (Zweiter von links) führte seine Gäste durch die Hallen (von links): Mitarbeiterin Maria Hermann, Siegmar Schnabel (IHK-Hauptgeschäftsführer), Europaabgeordnete Monika Hohlmeier und Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach.Ulrike Nauer
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Ein Leberkäsbrötchen als Entscheidungshilfe? Klingt schrägt, aber bei Steffen Tetzlaff, Geschäftsführer der Firma Ros, hat das offenbar funktioniert. Es war Ende 2011, als Tetzlaff mit einem Kollegen und besagtem Leberkäsbrötchen in der Hand in der Mittagspause an der Itz entlang spazierte. Die Firma Ros war damals gerade auf der Suche nach einem neuen Standort - und plötzlich tat sich eine Möglichkeit auf, an die bis dahin noch niemand gedacht hatte: das Areal der Firma Max Carl, die angekündigt hatte, ihren Sitz nach Großheirath zu verlegen.


Konkurrenz Redwitz

Nach dem ersten Besuch des Geländes an der Wassergasse im Februar 2012 wurde hin und her überlegt, gerechnet, ein Gesamtkonzept erarbeitet und schließlich, im August 2013, das 45 000-Quadratmeter-Grundstück samt Firmengebäuden gekauft. In 13 Monaten Bauzeit hat Kunststoffverarbeiter Ros die Räumlichkeiten in ein modernes Produktions- und Verwaltungsgebäude umgewandelt. Im März 2018 war der Umzug der Firma abgeschlossen.
Bei der offiziellen Einweihung des neuen Standorts am Freitag skizzierte Steffen Tetzlaff noch einmal, wie es zur "größten Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte" gekommen war. 2011, als sich die Auftragsbücher nach der ausgestandenen Wirtschaftskrise gerade wieder füllten, sei längst klar gewesen, dass die Firmengebäude an der Bamberger Straße nicht mehr zukunftsfähig seien, so Tetzlaff. Der Neubau auf der grünen Wiese bei Redwitz sei so gut wie geplant gewesen. Doch dann sei eben jener "besondere Tag" - mit dem Leberkäsbrötchen - gekommen, und alles wurde noch einmal neu gedacht.
Architekt Lars Fischer verglich die Zusammenarbeit mit der Firma Ros mit einer Partnerschaft, in der er den männlichen Part besetzt habe. Den Sinneswandel der Firmenspitze erlebte er seinerzeit so, als sei seine Frau plötzlich auf die Idee gekommen, lieber ein Kind zu adoptieren als selbst eines in die Welt zu setzen, wie er schmunzelnd bei der Feier erzählte.


"Indirekte Liebeserklärung"

Vor der Entscheidung, in Coburg zu bleiben, die bestehende Infrastruktur zu nutzen und damit auch die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, könne er nur den Hut ziehen, so Fischer. Für ihn galt es, die Flächen am neuen Standort effizient zu nutzen, Prozesse zu optimieren und kurze Wege zu schaffen. Ihm sei wohl bewusst gewesen, dass das sanierte Gebäude an dieser Stelle auch ein Aushängeschild für die Stadt Coburg sei, so Fischer.
Was der Architekt aus den Gegebenheiten am südlichen Zipfel des Güterbahnhofsgeländes geschaffen hat, konnten die Gäste der Feier auch gleich sehen. Tetzlaff führte unter anderem Europaabgeordnete Monika Hohlmeier (CSU) durch die Produktionshallen. Sie werde oft von ihren Kollegen in Brüssel darauf angesprochen, wie geschickt man in Bayern Innovation und Tradition miteinander in Einklang bringe, so Hohlmeier. "Wir müssen mehr darüber nachdenken, aus alten Industriebrachen etwas zu machen, statt neu zu bauen."
Über die "indirekte Liebeserklärung an den Wirtschaftsstandort Coburg" freute sich auch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). "Ich bin froh, dass wir die Firma hier halten konnten, zumal es an günstigen Offerten nicht gemangelt hat." Und eines hat sich Tessmer nun bei Tetzlaff abgeschaut: "Vor wichtigen Entscheidungen künftig immer ein Leberkäsbrötchen."

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