Coburg
Erweiterung

Feuerwehreinsatz in der Coburger Morizkirche

Die Orgel in der Morizkirche wird erweitert. Um die baulichen Voraussetzungen gewährleisten zu können, hilft sogar die Coburger Feuerwehr.
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Die Coburger Feuerwehr war am Mittwoch in der Morizkirche im Einsatz. Foto: Jannik Reutlinger
Die Coburger Feuerwehr war am Mittwoch in der Morizkirche im Einsatz. Foto: Jannik Reutlinger
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Um 13.30 Uhr fährt die Coburger Feuerwehr am Mittwoch an der Morizkirche vor. Ein Feuer ist nicht ausgebrochen, Wasser wird trotzdem gebraucht - und zwar hinter der Orgel. Fünf Behälter werden dort mit Wasser befüllt, um zu sehen, ob das Gewicht, Auswirkungen auf die Statik hat.

Da die Orgel in der Morizkirche erweitert wird, müssen vorab die baulichen Voraussetzungen geprüft werden. Durch Wasserbehälter wird eine stufenweise Belastung der "neuen" Orgel simuliert. Dazu hat sich die Feuerwehr Coburg unter Leitung des Stadtbrandrates Christian Dudda bereit erklärt, mitzuwirken. Die Orgel aus dem Jahr 1989 zählt zu den herausragenden in Oberfranken.

Akustik hat sich verändert

Durch die Kirchenrenovierung haben sich die Akustik und der Klang des Instruments verändert. Die hohen Frequenzen werden stärker bevorzugt, der Bassbereich ist mittlerweile zu schwach. Für dieses Problem gibt es aber eine Lösung: Schon in der Barockzeit waren die Orgeln in den großen Kirchen oft mit tiefen Bassregistern ausgestattet, die für die nötige Klangabrundung sorgten. Deshalb wird die Orgel um die Pedalregister "Untersatz und Posaune 32" erweitert.

Der Klang wird dadurch runder, weicher und steht auf einem besseren Fundament. Tiefe Töne entstehen aus großen Orgelpfeifen, die nicht in das bestehende Gehäuse integriert werden können. Hinter der jetzigen Orgel wird daher ein weiteres Orgelteil aufgestellt. Diese Arbeiten werden im kommenden Jahr durchgeführt. Vorab wird eine mehrwöchige sensorgestützte Messkampagne , um die Orgelerweiterung zu simulieren und Auswirkungen auf das Bauwerk und umgebende Tragteile zu bewerten.

Unter Leitung von Architekt Steffen Fischer vom Kirchengemeindeamt Coburg sowie Architektin Sybille Fugmann des Hochbauamtes Coburg werden die Arbeiten durch das Büro für Strukturmechanik erbracht. Nach der Auswertung der Messergebnisse können finale Schlüsse zum anstehenden Orgeleinbau gezogen werden.

Besichtigungen sind möglich

Das Büro für Strukturmechanik besteht seit 2004 in Coburg und hat unter anderem Erfahrungen mit bestehenden denkmalgeschützten Baustrukturen und der damit verbundenen Anforderungen an Tragwerk, Material, Denkmalschutz und Gestaltung. Besonders sensorgestützte Messungen des Büros vermitteln Nutzern fundierte Entscheidungsgrundlagen. Die Messkampagne hat Mitte dieser Woche begonnen. Die Messungen werden etwa drei Wochen in Anspruch nehmen. Besichtigungen sind nach vorheriger Terminabsprache unter Telefonnummer 09561/3513320 möglich.red/reu



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