Neustadt bei Coburg
Vollversammlung

Feuerwehr rettete 21 Personen

Die Kernstadt-Feuerwehr Neustadt gab Einblicke in die umfangreiche Jahresarbeit 2019 und zeichnete langjährige und verdiente Jubilare aus.
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Vorsitzender Thorsten Barnikol (von rechts), Oberbürgermeister Frank Rebhan und Kreisbrandinspektor Stefan Zapf zeigten sich beeindruckt von den engagierten Feuerwehrleuten der Kernstadt-Feuerwehr und von der langjährigen Treue der Jubilare. Foto: Manja von Nida
Vorsitzender Thorsten Barnikol (von rechts), Oberbürgermeister Frank Rebhan und Kreisbrandinspektor Stefan Zapf zeigten sich beeindruckt von den engagierten Feuerwehrleuten der Kernstadt-Feuerwehr und von der langjährigen Treue der Jubilare. Foto: Manja von Nida

Kommandant und Stadtbrandinspektor Stefan Köhler listete bei der Vollversammlung der Neustadter Feuerwehr 135 Einsätze (acht weniger als im Vorjahr) mit 2522 geleisteten Stunden (+ 589), 68 technische Hilfeleistungen, 19 Einsätze (abwehrender Brandschutz) mit zwei Großbränden, einem Mittelbrand sowie 16 Kleinbränden, acht Fehlalarmierungen (- 26) und elf Sicherheitswachen auf.

Seit 19 Jahren stehe die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEl) mit derzeit elf Kameraden für den Coburger Landkreis einsatzbereit. Sie sei zu 19 Einsätzen mit 144 Einsatzstunden alarmiert worden. "Trotz dieser Bemühungen konnten im Stadtgebiet zwei Personen nur tot geborgen werden", sagte Köhler. 21 seien gerettet worden.

Zur Überprüfung der Einsatzbereitschaft gab es laut Stefan Köhler neun Einsatz- und Alarmübungen, Unterricht und Ausbildung erforderten 2494 Stunden Dienst, plus 15 Lehrgangsteilnahmen an staatlichen Feuerwehrschulen.

Die Jugend machte zusätzliche Ausbildungsveranstaltungen. Im Mai wurde die Kinderfeuerwehr gegründet. Die Kinder absolvierten 23 "Dienste", nahmen an der "Löschi-Olympiade" teil und feierten ihre Kinderweihnacht. Großer Dank galt dafür den Leiterinnen Sandra Hennecke und Lea Barnikol.

Das Brandschutzerziehungsteam um Kerstin Hutterer lehrte 79 Kiga-Kindern den sicheren Umgang mit Feuer (30 Stunden). Realschüler informierten sich an Sicherheitstagen über die Arbeit der Jugendfeuerwehr, 54 Schüler und zwölf Kindergartenkinder besuchten die Feuerwehr Neustadt.

Fokus auf Mitgliederwerbung

Den Umgang mit Feuerlöschern erlernten 52 Personen von Neustadter Einrichtungen und Firmen sowie Schulsanitäter. Gerätewart (hauptamtlich) Andre Baerenz organisiert die Ausbildung und kümmert sich um Reparatur- und Wartungsarbeiten an Einsatzfahrzeugen und Geräten. Das Team der Atemschutzwerkstatt wartete Masken und Pressluftatmer der Wehren im Stadtgebiet und sorgte für deren Instandsetzung samt Prüfung aller Schläuche. "Diese Arbeiten werden ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern ausgeführt, die dafür über 300 Stunden Freizeit jährlich opfern", erklärte Köhler.

Jugendliche und Quereinsteiger für die Feuerwehr zu gewinnen, darauf sei das Hauptaugenmerk der Zukunft gerichtet, sagte Köhler - auch für Führungspositionen. Ferner brauche die Neustadter Feuerwehr einen Neubau oder größeren Anbau des Gerätehauses.

Jugend leistete 877,5 Stunden

Jugendwart Stefan Hennecke nannte 37 Dienste. "Die Jugendlichen sollen gut ausgebildet sein, wenn's mit 18 zum Einsatzdienst geht." Jugendleistungsmarsch, Wissenstest und ein Berufsfeuerwehr-Wochenende bereicherten alle Jugendlichen. Diese leisteten ehrenamtlich 877,5 Stunden.

Am Samstag, 4. April, wird es an der Moosschule eine Großübung mit Wehren aus dem Stadtgebiet, Rödental und Sonneberg geben. Die Kernstadt-Feuerwehr hoffe dabei auf "Nachwuchs". Die Jugendfeuerwehr habe heuer ihren 40. Geburtstag. Gefeiert werde am 12. Juni im Gerätehaus, und am 13. Juni finde ein Tag der offenen Tür mit Jugenddisco statt.

Zum Jahresende umfasste die Personalstärke 43 Aktive, darunter fünf Frauen, plus sieben Jugendfeuerwehrleute, sagte Vorsitzender Thorsten Barnikol. Der Mitgliederstand betrug 185 Personen mit 62 Aktiven, sechs Ehrenmitgliedern und 117 fördernden Mitgliedern.

Oberbürgermeister Rebahn sagte: "Euer ehrenamtliches Engagement strahlt ganz anders in die Gesellschaft hinein." Man halte zusammen und engagiere sich in diesem Ehrenamt für andere. Solche Strukturen gebe es in Trabantenstädten und Wohnsilos nicht.

Kreisbrandinspektor Stefan Zapf zeigte sich beeindruckt: "Ihr strahlt Wärme aus, das tut gut." Im Neustadter Stadtgebiet habe es 197 Einsätze (- 15 Prozent) mit 3069 Stunden (+ 17 Prozent) gegeben. Die Pferderettung in Fechheim habe die Wichtigkeit kleiner Wehren gezeigt. Dank Rauchmeldern würden Menschenleben gerettet. Zapf dankte auch den Atemschutzträgern: "Euer lebensgefährlicher Job ist außerordentlich wichtig, die Ausbildung ist der Garant dafür."

Appelle an die Politik

Zudem ging Zapf auf die Angriffe auf Rettungskräfte deutschlandweit ein. Die Politik müsse hier hart durchgreifen.

In Bayern gebe es 7578 Feuerwehren, davon seien jedoch nur sieben Berufsfeuerwehren. 326 000 Aktive seien tätig, die wenigsten von ihnen hauptberuflich. 240 000 Einsätze im Jahr machten die Aktiven. Zapf: "Das heißt, alle drei Minuten rückt die Feuerwehr aus."

"Die Politik muss die sicherheitsrelevanten Ehrenämter fördern. Ich weiß nicht, ob es gelingt, nur mit Lob die Feuerwehren flächendeckend zu erhalten. Eine Studie für 2031 besagt, dass wir 25 Prozent weniger Feuerwehrleute in Oberfranken haben werden. Daher ist Nachwuchsarbeit so wichtig"!

Klimawandel, E-Mobilität, neue Bauvorschriften zu Lasten des Brandschutzes, zunehmende Flächenbrände und der gesellschaftliche Wandel würden die Feuerwehren in der Zukunft beschäftigen. Die Feuerwehrführung im Landkreis werde deshalb ein Zukunftsforum "Feuerwehr" gründen.

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