Ahorn
Museumsfest

Feuer und Flamme für das Ahorner Gerätemuseum

Zum 33. Mal gab es auf dem Gelände der "Alten Schäferei" in Ahorn bei Coburg alte Handwerkskunst und kulinarische Spezialitäten aus der Landfrauenküche.
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Impressionen  vom 33. Museums im Gerätemuseum des Coburger Landes.Fotos:  Gabi Arnold
Impressionen vom 33. Museums im Gerätemuseum des Coburger Landes.Fotos: Gabi Arnold
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Alte Dieselmotoren knattern laut, an einer altertümlichen Schmiede steigt dichter Rauch empor und reife Äpfel werden mittels Muskelkraft zu Saft verarbeitet. Es breitet sich ein Hauch von Nostalgie in der "Alten Schäferei" aus, wenn einmal im Jahr landwirtschaftliche Techniken längst vergangene Zeiten aufleben lassen. Auch heuer lockt das Museumsfest Tausende von Besuchern in das idyllische Ensemble.

Otto Hauck verfolgt auf dem Arm seiner Oma Karola Becker mit großen Augen, wie Bernd Ramster Äpfel presst, die dann zu Saft verarbeitet werden. Natürlich dürfen Oma und Enkel das naturtrübe Getränk kosten. "Gerne", sagt Wolfgang Beyer (SPD) als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Ahorn, "kommen viele Großeltern mit ihren Enkelkindern zum Museumsfest". Da erklärt die eine Generation der übernächsten die Techniken, die sie selbst als Kinder noch erlebt hat. Das Traditionsfest, das mittlerweile zum 33 Mal gefeiert wird, habe nichts von seiner Anziehungskraft verloren, stellt Beyer fest.

Zu den alten Geräten gehört zum Beispiel die Dämpfkolonne, mit der die Bauern früher im Herbst von Hof zu Hof zogen, um Kartoffeln dämpfen, um diese im Winter an die Schweine zu verfüttern. Beim Museumsfest wandern zwar auch Kartoffeln in den Dämpfer - allerdings werden die Knollen danach mit Quark oder Heringen serviert.

Viele Helfer seien in den Tagen davor mit dem Zubereiten der marinierten Heringe beschäftigt, erzählt die Museumsleiterin Dr. Chris Loos. "Unmengen an Zwiebeln müssen dazu geschnitten und gedünstet werden." Apropos: Zum Gelingen des Festes tragen laut Loos vor allem die vielen ehrenamtlichen Unterstützer bei. Etwa 80 Helfer seien in den Wochen und Tagen vor und während des Festes im Einsatz. "Seit einiger Zeit ist wieder neuer Schwung und frischer Wind im Helferteam. Man merkt: Die Helfer fühlen sich mit der Schäferei verbunden", freut sich die Leiterin des Gerätemuseums. Hinter dem Fest stecke ein enormer Aufwand, betont Loos. So müssten beispielsweise auch die historischen Geräte und Maschinen aus dem Schuppen und dem Depot geholt und für das Fest hergerichtet werden. Schließlich sollen die Besucher einen authentischen Einblick in das fränkische Dorfleben ihrer Eltern und Großeltern bekommen.

Ein Herr ist immer dabei

Einer, der immer dabei ist: Adolf Herr. Der formt diesmal an einer alten Schmiede glühendes Eisen zu Hufeisen. Ein buntes Markttreiben die Besucher lädt zum Flanieren und Einkaufen ein; 25 Händler bieten in und um der Alten Schäferei hochwertige Textil- und Haushaltswaren, Gartenartikel oder Schmuck aus Naturmaterialien an. Selbstvermarkter sind ebenso mit von der Partei und die Landfrauen laden zum Schlemmen ein, zum Beispiel mit Zwiebelkuchen aus dem Backofen und dazu gibt es Federweiser.

Bei der "Butterfrau" erfahren die kleinen Besucher, wie die Milch zu Butter wird und historische Traktoren ziehen die Blicke der Besucher auf sich, vor allem die der Kinder. So nimmt der vierjährige Finn Schulmeister auf einem der alten Traktoren Platz. Der Höhepunkt des Festes ist der Sonntag, wenn sich ein Corso aus altertümlichen Traktoren mit knatterten Motoren hoch zu "Alten Schäferei" bewegt und die Besitzer der Fahrzeuge beim Traktor-Pilling Kräfte messen.



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